15. Mai 2017 · Arbeitsleben · von

Büronachbar Hund: Tipps für den Umgang mit vierbeinigen Kollegen

An diesem Thema scheiden sich die Geister: Hunde im Büro. Was es beim Onboarding der Vierbeiner zu beachten gibt und was ihr darüber denkt – Facts zum Thema Bürohund im Überblick:

Ein Hund im Büro – das steht bei den einen auf der Wunschliste ganz oben, für andere wäre ein Vierbeiner unterm Schreibtisch eher ein Kündigungsgrund. Wir haben für unser Online-Stimmungsbild bei unseren Usern und Unternehmensvertretern nachgefragt: Vierbeiner am Arbeitsplatz – süßes Maskottchen für gute Laune oder nur Störfaktor am Arbeitsplatz?

Vierbeiner im Büro: Was meint ihr?

Tiere im Büro sind für ein Fünftel der befragten karriere.at-User ein absolutes No-Go. In Ausnahmefällen finden 13 Prozent Vierbeiner im Office okay. So ein Braver! 25 Prozent haben gegen Hunde im Büro nichts einzuwenden, solange sich niemand gestört fühlt. Und 41 Prozent sind sich sicher, dass ein Office-Hund für super Stimmung im Büro sorgt.

Nachgefragt haben wir auch auf Facebook – auch dort überwiegen die positiven Stimmen zum Thema Bürohund sogar.

Das denken Unternehmensvertreter über Hunde im Büro: 17 Prozent sagen, dass Tiere im Büro nichts verloren haben, 19 Prozent würden in Ausnahmefällen ein Auge zudrücken. 27 Prozent haben dagegen nichts einzuwenden, solange der Vierbeiner niemanden bei der Arbeit stört. 37 Prozent finden Bürotiere genial und toll für die allgemeine Stimmung.

5 Tipps: Ja zum Bürohund!

Die Haltung eines Hundes mit dem Job zu vereinbaren, das kann schwierig sein. Praktisch, wenn man den Hund einfach ins Büro mitnehmen kann. Gibt der Chef für den vierbeinigen Kollegen im Büro sein Okay, ist es damit aber noch nicht getan – denn mit der Lösung „Hund im Office“ müssen sich alle wohlfühlen: Der Hundehalter, die Kollegen und der Vierbeiner selbst. Diese Dinge gibt es unter anderem zu bedenken:

  1. Das sagt das Arbeitsrecht
    Rechtsanspruch auf die Mitnahme des Vierbeiners an den Arbeitsplatz besteht in Österreich nicht. Wer seinen Hund mit ins Büro nehmen möchte, muss vom Arbeitgeber die Genehmigung einholen. Tipp: Die Erlaubnis für die Mitnahme des Hundes immer auch schriftlich geben lassen, gegebenenfalls auch das Einverständnis der Kollegen so festhalten.
  2. Die Basics
    Sauber, gesund und gepflegt – klar, auch Bürovierbeiner müssen als neue „Kollegen“ so sein, dass man gerne neben ihnen sitzt und mit ihnen zu tun hat.
  3. Die Rahmenbedingungen müssen passen
    Jedem Mitarbeiter sein Schreibtisch, jedem Bürohund sein Körbchen. Ein eigenes Plätzchen, das dem Hund Gelegenheit gibt, sich zurückzuziehen, ist ein Muss. Türen, die ständig auffliegen, laute Drucker oder andere Lärmquellen sorgen bei Vierbeinern für Stress und machen den Aufenthalt im Büro eher unangenehm. Wie viel Herumfetzen und Kollegen besuchen erlaubt ist, muss im Team abgestimmt werden.
  4. Der Hund ist gut erzogen – und die Kollegen?
    Streicheleinheiten immer und überall, kleine Snacks vom Mittagstisch, jederzeit herumtoben – das sieht nicht jeder Hundehalter gerne. Wer viel Zeit darauf verwendet, seinem Vierbeiner Manieren beizubringen, möchte sich seinen Gefährten nur ungern von den Kollegen wieder „verziehen“ lassen. So drollig ein Bürohund auch ist, man muss ihm nicht jede Unart auch erlauben. Deshalb gilt: Benehmen muss sich nicht nur der Hund, sondern auch die zweibeinigen Kollegen.
  5. Worst-Case: Was tun wenn…?
    Ohne den Teufel an die Wand zu malen, aber: Ein Vierbeiner im Büro, das muss nicht immer gut gehen. Abgesehen von der Genehmigung, den Hund ins Büro mitbringen zu dürfen, müssen Vorab alle Eventualitäten geklärt werden – auch die unangenehmen: Wer kommt für Schäden auf, die durch den Hund verursacht werden? Gibt es eine Versicherung für den Fall der Fälle? Und was tun, wenn sich nach einigen Wochen doch herausstellt, dass das Projekt Office-Vierbeiner scheitert?

Bürohund & Tipps dafür

Als Arbeitgeber auf den Hund gekommen

In manchen Unternehmen ist ein Bürohund die Ausnahme, andere Arbeitgeber erlauben generell Hunde im Büro. Vor allem Start-ups setzen auf hundefreundliche Arbeitsumgebung – und begeistern damit hundefreundliche Tech-Talente. Google hat seine „Dog-Policy“ (sorry, no cats) im Code of Conduct verankert, auch bei Amazon in Seattle sind Hunde im Office willkommen.

Je nach Unternehmensgröße und Anzahl der Mitarbeiter mit Hunden fallen die Maßnahmen für die Integration der Vierbeiner ganz unterschiedlich aus: Von der Auslauffläche am Dach des Bürogebäudes über Leckerchen zur freien Entnahme bis hin zu eigenen Hundetrainern.

Hunde am Arbeitsplatz zu erlauben, das kann in die eigene Arbeitgebermarke einzahlen und die Zufriedenheit unter den Mitarbeitern enorm steigern. Wichtig ist dabei jedoch auch, Bedenken und Sorgen genauso ernst zu nehmen wie die Vorfreude auf die vierbeinige Unterstützung im Büro.

  • Mehr Infos zum Thema? Viele Tipps rund um Bürohunde und Erfahrungsberichte anderer Unternehmen gibt es beim deutschen Bundesverband Bürohund.

Bildnachweis: SFIO CRACHO / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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