Erstellt am 12. September 2019 · Arbeitsmarkt, HR · von

Events als Active Sourcing Tool: Wie man junge Talente erreicht

Lesezeit: 3 Minuten

Events bieten mit ihrem Festivalcharakter eine perfekte Gelegenheit, um motivierte neue Mitarbeiter zu gewinnen: Active Sourcing ist das Zauberwort. Wir haben zwei Experten gefragt, warum sich Events dafür so gut eignen und welche Fehler man dabei vermeiden sollte.

Keynotes anhören, Workshops besuchen – und ganz viel mit Branchenkollegen sprechen. Events sind weit mehr als eine Weiterbildungsmaßnahme, sie dienen vor allem auch zum Netzwerken. Nützte man derartige Branchentreffs früher vorrangig, um Kooperationen anzubahnen und Geschäftsbeziehungen zu intensivieren, so spielen sie mittlerweile auch im Recruiting eine große Rolle. Denn Events sind eine hervorragende Gelegenheit, um potenzielle neue Mitarbeiter persönlich zu überzeugen. Benedikt Secker und Christoph Brenner, Heads der Marketing Natives und Veranstalter von Marketing-Events, erzählen, warum man über diese Art des Active Sourcing vor allem die junge Zielgruppe erreicht.

Die Vorteile von Events als Active Sourcing Form

„Events bieten eine Art Vorselektion: Nach der Uni, FH oder Arbeit nehmen sich die Teilnehmer noch Zeit, um sich weiterzubilden. Da sitzen also Leute, die sehr engagiert sind“, unterstreicht Benedikt Secker den Mehrwert von Events als Active Sourcing Möglichkeit. Sein Kollege Christoph Brenner ergänzt: „Vor allem die junge Generation, Y und Z, erreicht man nur mehr sehr schwer. Sie erwarten sich von Unternehmen, dass sie ein perfekt auf sie zugeschnittenes Nutzererlebnis bieten.“ Auf großen Branchenevents, die häufig richtigen Festivalcharakter besitzen, bekommen sie dieses Erlebnis. Als Arbeitgeber auf Mitarbeitersuche kann man sich entsprechen mitpositionieren

Warum Studenten und junge Arbeitnehmer gern auf Events gehen

Gerade am Beginn des Arbeitslebens sind die jungen Talente sehr motiviert und wollen so viel wie möglich über die angestrebte Branche erfahren. Events nützen dieses Interesse oft und bieten spezielle Studententickets oder Rahmenprogramme für Jobsuchende und Unternehmen an – zum Beispiel Speeddating oder Recruiting-Lounges. Gemeinsam mit den Vorträgen bieten gute Events dadurch Orientierung bei Branchentrends und sind gleichzeitig sowohl Networking-Plattform als auch Karriere-Sprungbrett.

Events bieten eine Bühne, um das richtige Publikum anzusprechen

Nicht nur als Sponsor oder potenzieller Arbeitgeber, sondern auch als Branchen-Experte können Firmen bei Jobeinsteigern und suchenden Arbeitnehmern Eindruck hinterlassen. Es empfiehlt sich also, auch als aktiver Teilnehmer bei Keynotes, Podiumsdiskussionen oder ähnlichen Formaten aufzutreten und die eigene Expertise zu präsentieren. Das auf der Bühne behandelte Thema bietet tolle Anknüpfpunkte für persönliche Gespräche im Nachhinein. Im Idealfall lädt man die Zuhörer noch beim Vortrag dezidiert dazu ein und ist auch mit einem Infostand am Event vertreten, wo Interessierte mit Unternehmensvertretern ungezwungen plaudern können.

Achtung, Fehler: Events sind keine Werbeveranstaltung

Ein Fehler, der auf Events immer wieder gemacht wird, ist platte Werbung. Das kennt auch Christoph Brenner: „Wenn ein Unternehmen bei unseren Events Produkte verkaufen will, lassen wir das nicht zu. Wir sind kein Sales-Kanal.“ Missversteht man den Sinn von Veranstaltungen, kann das ganz schlecht fürs Employer Branding sein. Selbstbeweihräucherung und Produktbewerbung ist hier ganz fehl am Platz, neue Erkenntnisse zu teilen oder Einblicke in Techniken und Methoden des eigenen Unternehmens zu gewähren kommt hingegen nicht nur beim Publikum besser an, sondern macht auch potenzielle neue Mitarbeiter neugierig.

Christoph Brenner nennt ein Beispiel: „Wir hatten die Post als Partner in dem Jahre, als Designerin Marina Hörmannseder die neuen Uniformen entworfen hat. Mir ihr und jemandem von der Post haben wir dann einen Talk zu dem Thema geführt und das Ganze mit einer Modenschau beendet, in der zehn Mitarbeiter der Post die neuen Uniformen präsentierten. Damals haben wir viel Feedback von unseren Teilnehmern bekommen, wie sich das Image der Post in ihren Köpfen gewandelt hat. Ich denke, dass das ein sehr nachhaltiger Effekt für ein Unternehmen ist.“

Über die Marketing Natives

CEOs der Marketing Natives

Benedikt Secker (li) und Christoph Brenner (re)

Seit 2011 engagiert sich der ehrenamtliche Verein dafür, Studenten und Berufseinsteigern Netzwerke aufzubauen, die beim Berufseinstieg nützlich sind. In den Mentoring-Programmen und Networking-Events wird Wissen zu allen Themen rund um Marketing vermittelt und Kontakt zu interessanten Arbeitgebern der Branche hergestellt.

 

Bildnachweis: shutterstock/Monkey Business Images

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.

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