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Entscheidungstipps und -methoden

Wie kann ich mich richtig entscheiden?

Jobwahl Erstellt am: 12. Januar 2023 13 Min.

Du weißt nicht, wie du richtige Entscheidungen treffen kannst? Mit den folgenden Tipps, Hintergrund-Informationen und den wichtigsten Entscheidungsmethoden einfach erklärt, ist jeder Entschluss richtig.

Wieviele Entscheidungen trifft eine Person am Tag?

Durchschnittlich trifft erwachsene Person 35.000 bewusste Entscheidungen am Tag. Überrascht? Natürlich variieren die „Entscheidungsgrößen“ und je mehr Verantwortung man trägt, desto mehr Entscheidungen müssen getroffen werden. Wissenschaftler*innen an der Cornell University schätzen, dass wir allein 227 Entscheidungen in Bezug auf Nahrung machen.

Unterschiedliche Entscheidungsstile und -strategien

In der Realität vermischen sich die folgenden Stile und Strategien, um den großen Umfang an täglichen Entscheidungen treffen zu können:

  • Impulsivität: Die Wahl der ersten Option hat den Vorteil, dass der Entscheidungsprozess sehr schnell abgeschlossen ist.
  • Konformität: Die angenehmste, bequemste und beliebteste Entscheidungsoption für sich wählen.
  • Delegation: Die Entscheidung anderen überlassen.
  • Vermeidung/Ablenkung: Entscheidungen entweder vermeiden oder ignorieren, um sich ihrer Verantwortung zu entziehen.
  • Abwägung: Faktoren, die eine Rolle spielen, abwägen, prüfen und diese Informationen für eine Entscheidung nutzen.
  • Priorisierung und Reflexion: Die meiste Energie, Überlegung und Mühe in die Entscheidung zu investieren, die die größten Auswirkungen hat.

Warum fallen uns Entscheidungen schwer?

Es gibt Menschen, denen Entscheidungen leichter fallen als anderen. Je nach Komplexität können Entscheidungen jedoch allen schwer fallen, nicht nur den typisch Unentschlossenen. Das hängt mit unterschiedlichen Ängsten zusammen, die wir vor bestimmten Entscheidungen haben:

  • Verlustangst: Wenn man sich für eine Option entscheidet, schließt man damit andere Optionen aus. Das führt zu den typischen „Was wäre, wenn…“-Fragen. Menschen nehmen das Negative stärker wahr, wie beispielsweise den Verlust, anstatt sich über die Entscheidung zu freuen. Das kann auch zu Fehlentscheidungen führen, wenn man nur an kurzfristige Belohnungen denkt und nicht das längerfristige Ziel vor Augen hat.
  • Angst vor Neuem: Prinzipiell entscheiden sich die meisten Menschen für etwas, dass ihnen bereits bekannt ist. Hier muss man vor allem auf den sogenannten Affinity Bias Acht geben. Der Affinity Bias ist ein unbewusstes Vorurteil, bei dem Menschen bevorzugt werden, die uns ähnlich sind. Das kann gerade beim Recruiting und der Personalauswahl zu Problemen führen.
  • Angst vor Verantwortung: Manchmal ist man unentschlossen, weil man nicht die Verantwortung für die Folgen einer Entscheidung übernehmen möchte.

Die 4 unterschiedlichen Entscheidungstypen erklären wir im folgenden Beitrag:

Entscheidungen treffen: Wer öfter Nein sagt, hat mehr vom Leben

Aktualisiert am: 20. Mai 2022 4 Min.

Nein. Ein kleines Wort mit großer Wirkung. Vorausgesetzt, du bringst es über deine Lippen. Wie oft hast du schon Ja gesagt zu Dingen, die du eigentlich gar nicht wolltest? Und am Ende denkst du: Hätte ich doch gleich Nein gesagt! Was falsche oder vermiedene Entscheidungen mit uns machen, damit beschäftigen sich Anja Förster und Peter Kreuz in ihrem Buch "Nein. Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können".

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Decidophobie

Wenn Entscheidungen tiefsitzende Ängste verursachen, kann es sein, dass man an Decidophobie leidet. Es ist mehr als Unentschlossenheit, da Entscheidung hier starke körperliche Reaktionen verursachen.

Welche Arten von Entscheidungen gibt es?

Ein idealer Entscheidungsprozess verläuft laut Wikipedia in unterschiedlichen Phasen:

  • Diagnose
  • Zielsetzung
  • Problemdefinition
  • Informationsbeschaffung und -auswertung
  • Suche nach Handlungsalternativen
  • Antizipation erwünschter und unerwünschter Folgen
  • Prognose der Konsequenzen hieraus
  • Handhabung der Prognoseunsicherheit
  • Bewertung
  • Vergleich von Entscheidungsalternativen
  • Umsetzung der Entscheidung
  • Umsetzungskontrolle
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Tipp: Probleme teilen

Brich dein Problem auf unterschiedliche Bereiche herunter, um damit deine Entscheidung zu verkleinern. Frage dich zum Beispiel nicht, welchen Beruf du ausüben sollst. Versuch stattdessen, dich zu fragen, was du gerne machst und wo deine Stärken liegen. Welche Ausbildung hast du abgeschlossen und wie viel Geld möchtest du verdienen? Welche Benefits sind dir wichtig? Alle diese Fragen können dich bei deiner Berufswahl zu einer Antwort führen.

So viel zur Theorie. In der Praxis verlaufen Entscheidungsprozesse unterschiedlich und nicht immer durch alle genannten Phasen. Denn nicht alle Entscheidungen, die wir täglich treffen, sind gleich. Die Konsequenzen einer Entscheidung und der Wirkungszeitraum können beispielsweise variieren. Es ist eine schwieriger, die richtige Berufswahl zu treffen, als sich für Socken zu entscheiden. Für die richtige Wahl kann es jedoch hilfreich sein, zu wissen, mit welchen unterschiedlichen Arten von Entscheidungen man konfrontiert ist.

Entscheidungen zwischen bekannten und unbekannten Optionen

Bei der Wahl der Socken steht der Person eine begrenzte, bekannte Auswahl zur Verfügung. Bei der Berufswahl hingen sind die Möglichkeiten gefühlt grenzenlos. Das bedeutet jedoch nicht, dass Entscheidungen schwerwiegender werden, wenn die Anzahl der Optionen steigt. Manchmal fühlen sich einfache Ja-Nein Entscheidungen unmöglich an.

Bauch- bzw. Kopfentscheidungen

Manchmal will das Herz etwas anderes als der Verstand: Will man den sicheren Job oder folgt man dem riskanten Traumjob? Besonders bei einem Jobwechsel driften Herz und Verstand auseinander. Idealerweise sollte man größere Entscheidungen sowohl von der rationalen als auch der emotionalen Perspektive analysieren:

Entscheidungen treffen: Kopfsache oder Bauchgefühl?

Aktualisiert am: 16. Mai 2022 2 Min.

Den sicheren Job wählen oder etwas aufregend Neues wagen: Eine Entscheidung zu treffen kann manchmal richtig hart sein. Vor allem, wenn im Inneren ein erbitterter Kampf tobt. Die Kontrahenten: Kopf und Bauch. Wer gewinnt?

Kompromisse

Entscheidungen sind meistens nicht grau oder schwarz. Manchmal ist es am besten, den Mittelweg zu gehen. Falls ein Kompromiss nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, hilft es möglicherweise, mit anderen Personen darüber zu sprechen, um die eigenen Perspektiven zu erweitern.

Unterteilung nach Entscheidungsobjekten

  • Handlungen: In Bezug auf Dinge, Menschen, Aufgaben, Anweisungen, Objekte … die meisten Entscheidungen fallen in diese Kategorie. Das kann einen nur selbst betreffen oder auch in der Gruppe, wie beispielsweise Demokratien.
  • Meinungsbildung: Entscheidungen, die beurteilen, wie ich zu einem Thema stehe, oder über jemanden anderen denke.
  • Soziale Beziehungen: Gehe ich neue Beziehungen ein? Beende ich die aktuelle? Mit wem verbringe ich wieviel Zeit?
  • Zielfindung: Unter einem Ziel sammeln sich unterschiedliche Handlungsentscheidungen.
  • Entscheidungsweg: Schlussendlich gibt es auch die Wahl der unterschiedlichen Handlungen, die einem bestimmten Ziel folgen.

Fremd- und Selbstentscheidungen

Es macht einen Unterschied, ob ich von anderen Entscheidungen abhängig bin oder diese selbst treffen kann. Natürlich gibt es dann auch diejenigen, die Entscheidungen am liebsten anderen überlassen:

"Ist mir egal, entscheide du!" Warum dir Entscheidungsmüdigkeit schadet

Erstellt am: 04. April 2018 3 Min.

Im Leben viele Möglichkeiten zu haben ist grundsätzlich gut, jedoch heißt es nicht umsonst "Die Qual der Wahl haben". Warum dich Entscheidungen müde machen und wie du dein Energielevel trotzdem hoch halten kannst:

Wirkungszeit

Diese kann in kurzfristig (operativ), mittelfristig (taktisch) oder langfristig (strategisch) eingeteilt werden.

Häufigkeit

Entscheidungen fallen leichter, wenn wir diese schon mal getroffen haben. Die meisten der täglich 35.000 getroffenen Entscheidungen beziehen sich auf Alltagsentscheidungen, mit denen wir täglich konfrontiert sind. Bei dem Volumen an Entscheidungen geht es sich zeitlich nicht aus, jede Entscheidung genauestens abzuwiegen.

Fragen, die bei Entscheidungsfindung helfen

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Tipp: Zeit nehmen

Nimm dir Zeit beim Beantworten der folgenden Frage bzw. bei der Entscheidungsfindung. Oft hilft es auch darüber zu schlafen.

Du stehst vor einer schweren Entscheidung? Manchmal helfen folgende Fragen, um zu einem zufriedenstellenden Entschluss zu kommen:

  • Worüber genau wird entschieden?
  • Manche Entscheidungen ziehen viele weitere Entscheidungen mit sich. Dadurch nehmen sie mehr Platz ein als notwendig. Versuche das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Grenze den Rahmen der spezifischen, einzelnen Entscheidungen ein und schweife nicht ab.
  • Welche Optionen stehen mir zu verfügen?
  • Welche Wahlmöglichkeiten stehen dir zu Verfügung? Versuche alle möglichen Optionen aufzuzeigen, auch diejenigen, die vielleicht nicht so realistisch sind. Spreche mit anderen über deine diese Optionen und erweitere dadurch deine Perspektive. Das können Freunde sein, Familie, Fremde, Expert*innen oder Personen, die vor ähnlichen Entscheidungen standen.
  • Was passiert, wenn ich mich nicht entscheide?
  • Welche möglichen Folgen haben alle aufgelisteten Optionen? Stelle dir sowohl die positiven, neutralen als auch negativen Konsequenzen vor.
  • Was sind die Gründe für die unterschiedlichen Optionen?
  • Welche Gründe oder Gefühle stehen hinter einzelnen Wahlmöglichkeiten? Hast du vor etwas Angst oder haltest du an einem unbewussten Bias fest?
  • Was ist das Wort-Case Szenario?
  • Was sind die schlimmsten potenziellen Konsequenzen der einzelnen Optionen? Schreibe sie auf und benote oder ordne sie nach dem schlechtesten Ausgang eines einzelnen Entschlusses.
  • Gibt es ein Risiko?
  • Halte dir auch die Risiken bei den möglichen Wahloptionen vor Augen. Wie wahrscheinlich ist es, dass du dein Ziel mit deinem Entschluss erreichst?
  • Wie schauen die Folgen der jeweiligen Entscheidung in den nächsten 15 Minuten, in einem Jahr oder in 5 Jahren aus?
  • Ein Blick in die Zukunft kann dir behilflich sein, dein eigentliches Ziel nicht zu verlieren und damit Entscheidungen nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig zu treffen.
  • Wie fühle ich mich im Moment? Fühlst du dich gestresst? Müde? Aufgeregt? Ungeduldig? Der mentale und physische Zustand kann dich bei Entscheidungen beeinflussen. Daher ist es hilfreich dir deine eigenen Gefühle widerzuspiegeln, um die objektivste Entscheidung treffen zu können.

Hier findest du auch eine Checkliste für Unentschlossen, um eine Entscheidung zwischen dem riskanten Traumjob oder dem sicheren Arbeitsplatz wählen zu können:

Vernünftig sein oder Träume leben? Eine Checkliste für Unentschlossene

Aktualisiert am: 10. Oktober 2020 4 Min.

Wovon man in jungen Jahren groß geträumt hat, rückt mit dem Erwachsenwerden meist in weite Ferne. Rechnungen müssen bezahlt werden und die Vernunft nimmt Überhand. Das ist an sich nicht schlecht – aber was, wenn einem die Träume von früher einfach nicht aus dem Kopf gehen? Soll man vernünftig bleiben oder sich doch trauen, sie zu verwirklichen? Unsere Checkliste für Unentschlossene gibt Rat:

4 Methoden zur Entscheidungsfindung

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Tipp: Stift und Papier

Grundsätzlich ist es immer hilfreich, Entscheidungen, Optionen sowie Argumente für und wider zu verschriftlichen. Das hilft uns nicht nur, Klarheit zu schaffen, sondern alle Faktoren sichtbar zu halten, damit nichts zu vergessen.

Pro- und Contra-Liste

Die altbewährte Pro- und Contra-Liste kann in manchen Entscheidungssituationen einen Überblick verschaffen. Wenn du die Wahl zwischen mehreren Optionen hast, schreibe diese nebeneinander auf und liste zuerst die Argumente auf, die für die jeweilige Option sprechen. Anschließend listest du alle Argumente auf, die gegen die jeweilige Entscheidung sprechen. Zum Schluss zählst du alle positiven Argumente innerhalb einer Option zusammen und ziehst von dieser Summe die Anzahl der negativen Argumente ab. Welche Option hat die meisten Pro-Punkte? Was fühlst du bei dieser Option? Bist du zufrieden und sperrt sich etwas dagegen? Der Vorteil der Pro- und Contra Liste ist, dass sie relativ einfach ist. Der Nachteil: Nicht alle Argumente wiegen gleich auf.

„Soll ich in eine neue Stadt ziehen?“

Beispiel für eine Pro- und Contra-Liste
Pro Contra
Der Job ist eine neue Herausforderung. Hier ist mein soziales Netzwerk (Familie, Freunde)
Mehr Gehalt Höhere Lebenskosten (Miete, Lebensmittel)
Um die neue Stadt sind zahlreiche Berge zum Wandern oder Skifahren. -

Obwohl die Pro-Seite mehr Argumente beinhaltet als die Contra-Seite, ist mein soziales Netzwerk für mich das Wichtigste. Dieses Argument „wiegt“ daher mehr als andere Argumente. Welche Entscheidung kann ich daraus schließen? Oder gibt es vielleicht einen Kompromiss? Möglicherweise sucht eine Freund*in ebenfalls ein neue Herausforderung in einer neuen Stadt …

Punktesystem

Um die Argumente auf den jeweiligen Seiten besser gegenseitig aufzuwiegen, kann bei der Pro- und Contra-Liste ein Punktesystem verwendet werden. Ich habe beispielsweise die maximale Anzahl an 5 Punkten zu vergeben. Damit benote ich jedes einzelne Argument:

„Soll ich in eine neue Stadt ziehen?“

Beispiel für ein Punktesystem auf einer Skala von 1 bis 5
Pro Contra
Der Job ist eine neue Herausforderung: 2 Punkte Hier ist mein soziales Netzwerk (Familie, Freunde): 4 Punkte
Mehr Gehalt: 1 Punkt Höhere Lebenskosten (Miete, Lebensmittel) :1 Punkt
Um die neue Stadt sind zahlreiche Berge zum Wandern oder Skifahren: 1 Punkt -
Summe: 4 Punkte Summe: 5 Punkte

Obwohl die linke Seite mehr Argumente auflistet, sind die Argumente auf der rechten Seite für mich ein bisschen (um einen Punkt) wichtiger.

Die Benjamin-Franklin-Methode

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Tipp: Sprich mit anderen!

Es kann dir helfen, Perspektiven und Argumente zu berücksichtigen, an die du vielleicht nicht gedacht hast.

Eine weitere Ergänzung der einfachen Pro- und Contra-Liste ist durch die Anwendung der Methode benannt nach Benjamin Franklin. Hier wird die Liste durch weitere Faktoren ergänzt:

  • Wichtigkeit
  • Wahrscheinlichkeit
  • Gewichtung

Um diese Methode anzuwenden, muss man die folgenden sieben Schritte beachten:

1.) Schreibe eine geschlossene Frage auf, die du mit Ja oder Nein beantworten kannst.
Schlechtes Beispiel
: Soll ich nach Spanien, Griechenland oder Thailand reisen?
Gutes Beispiel: Soll ich nach Spanien reisen?

2.) Wie bei der Pro- und Contra-Liste schreibst du nun alle Argumente, die dafür auf einer Seite und auf der anderen Seite die dagegensprechen, auf.

3.) Wie auch beim Punktesystem bewertest du die Wichtigkeit der einzelnen Argumente. Du kannst dafür eine Skala von 1 bis 5, oder eine andere wie 1 bis 10 verwenden. Wichtig ist nur, dass die Skala konstant ist und du die Bewertungen für alle Argumente nach demselben Maßstab bewertest (10 = sehr wichtig und 1 = unwichtig).

4.) Nun wirfst du einen Blick in die Zukunft und bewertest mit dem gleichen Punktesystem die Wahrscheinlichkeit der einzelnen Argumente: 10 = wird sicher eintreffen und 1 = extrem unwahrscheinlich).

5.) Aus den vergebenen Punkten für Wichtigkeit und Wahrscheinlichkeit, ermittelst du die Wichtung nach der Formel: Wichtigkeit x Wahrscheinlichkeit = Wichtungsfaktor.

„Soll ich beruflich in eine neue Stadt ziehen?“

Beispiel für Benjamin-Fanklin-Methode auf einer Skala von 1 bis 10
Pro Argumente für „Soll ich beruflich in eine neue Stadt ziehen?“ Wichtigkeit Wahrscheinlichkeit Gewichtung
Der Job ist eine neue Herausforderung. 5 8 40
Mehr Gehalt 3 10 30
Um die neue Stadt sind zahlreiche Berge zum Wandern oder Skifahren. 3 10 30
Summe 11 28 100
Contra Argumente für „Soll ich beruflich in eine neue Stadt ziehen?“ Wichtigkeit Wahrscheinlichkeit Wichtung
Hier ist mein soziales Netzwerk (Familie, Freunde) 8 9 73
Höhere Lebenskosten (Miete, Lebensmittel) 3 9 27
Summe 11 18 99

6.) Optional kannst du die Liste vereinfachen, indem du unnötige Argumente streichst. Unnötige Argumente sind solche, die wenn die Bewertung der Wichtung identisch ist.

7.) Zu guter Letzt geht es an die Analyse und finale Entscheidung.

Obwohl die Argumente im Punktesystem und bei der Benjamin-Franklin-Methode dieselben sind, ist das Ergebnis ein anderes. Eine höhere Skalierung der Punkte hat den Vorteil, dass man zwischen kleineren Nuancen bewerten kann. Die zusätzliche Dimension der Wahrscheinlichkeit bringt ebenfalls eine zusätzliche Komplexität.

6-Hüte-Methode

Die sechs Denkhüte gehen auf den Arzt, Psychiater und Autor Edward de Bono zurück und ist eine erstmals 1986 vorgestellte Kreativtechnik. Die Methode kann nicht nur beim Lösen von Problemen, sondern auch beim Treffen von Entscheidungen hilfreich sein.

Die Methode beinhaltet sechs Hüte in unterschiedlichen Farben. Die jeweilige Farbe symbolisiert eine unterschiedliche Denkweise:

  • Analytisches Denken ist mit der Farbe Weiß verknüpft und damit vor allem objektiv und neutral. Der weiße Hut fokussiert auf bekannte und unbekannte Fakten sowie bestehende und noch zu erreichende Anforderungen.
  • Rot wird mit Subjektivität, emotionalen Denken und Empfinden verbunden. Der rote Hut konzentriert sich auf die eigenen Gefühle und die persönliche Meinung.
  • Schwarz entspricht dem kritischen Denken und beinhaltet Risikobetrachtung, Probleme, Skepsis, Kritik und Ängste.
  • Gelb symbolisiert Optimismus und Positivität. Die gelbe Farbe zeigt Chancen und das Best-Case-Szenario auf.
  • Mit der grünen Farbe werden kreatives, assoziatives Denken und neue Ideen assoziiert. Grün soll vor allem Alternativen und neue Aspekte in Betracht ziehen.
  • Blau steht für ordnendes, moderierendes Denken. Diese Farbe hat den Überblick, verbindet und fasst die anderen Farben zusammen.

Für diese Methode benötigst du sieben Stück Papier, die für eine Farbe stehen. Kennzeichne jedes Stück in einer der Farben: Blau, Weiß, Rot, Schwarz, Gelb und Grün. Auf ein weiteres Stück Papier schreibst du die Fragestellung auf. Das blaue Papier legst du zur Seite. Nun ziehe aus den restlichen Papierblättern eine Farbe und beantworte die Fragestellung in der jeweiligen Denkweise für die, die Farbe steht.

„Soll ich beruflich in eine neue Stadt ziehen?“

Beispiel für die 6-Hüte-Methode nach de Bono
  • Rote Antwort: Ich habe Angst davor, in einer neuen unbekannten Stadt zu vereinsamen. Trotzdem reizt mich die berufliche Herausforderung, auf die ich mich eigentlich freue.
  • Gelbe Antwort: In einer neuen Stadt lerne ich sicherlich neue Menschen kennen, mit denen ich mich anfreunden kann. Wer weiß, vielleicht treffe ich meine große Liebe?
  • Schwarze Antwort: Ich kenne die Lebensqualität der neuen Stadt nicht. Wer weiß, ob ich eine angemessene Wohnung finde.
  • Grüne Antwort: XY wollte für ein paar Monate in einer anderen Stadt leben und wohnen. Vielleicht möchte sie*er diese ersten Monaten mit mir in der neuen Stadt verbringen. Das gibt mir eine gewisse Sicherheit in eine neue Stadt zu ziehen und etwas Neues auszuprobieren.
  • Weiße Antwort: Die Studie zeigt, dass Expats in der dieser Stadt sehr glücklich sind. Die Kriminalitätsrate ist niedrig. Mit einem Gehalt von XX Euros kann ich mir das und das leisten.

Der blaue Hut fasst nun alle anderen Denkweisen zusammen. Notiere dir die Antworten auf dem blauen Zettel. Damit hast du eine gute Entscheidungsgrundlage.

Die 6-Hüte-Methode kann man alleine oder auch in der Gruppe machen, in der jede*r eine Farbe symbolisiert und in der jeweiligen Denkweise argumentiert und antwortet.

Good-Enough-Prinzip

Eine weitere schnelle Entscheidungsmethode ist das sogenannte Good-Enough-Prinzip. Diese Methode ist vor allem für Personen geeignet, die vor Entscheidungen mit Ängsten zu kämpfen haben: Angst vor Neuem, Angst, etwas oder jemanden mit dieser Entscheidung zu verlieren, Angst, Verantwortung zu beziehen. Erkennst du dich wieder? Dann lies den folgenden Beitrag:

Schnelle Entscheidungen treffen: Das Good Enough-Prinzip

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A oder B? Als ob diese Entscheidung nicht schon wer genug wäre, gibts oft ja auch noch Option C bis F zu überprüfen ... Das dauert. Doch was, wenn man keine Zeit zu verlieren hat? Bei schnellen Entscheidungen hilft das "Good Enough"-Prinzip. Psychologin Christa Schirl erklärt es im Interview anschaulich anhand der Urlaubsplanung.

Entscheidungen bereuen

Menschen machen Fehler und natürlich kann es sein, dass man die eine oder andere Entscheidung bereut. Im Interview mit Psychologin Sonja Rieder sprechen wir über das Reue-Gefühl:

Entscheidungen bereuen?

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Wie oft hast du bereits eine Entscheidung getroffen und sie danach bereut? Vielleicht war es nur leichtes Bedauern, vielleicht aber auch tiefe Reue, die dich dazu bewegt hat, Teile deines Lebens komplett umzukrempeln. Das Gefühl der Reue ist nicht angenehm, kann jedoch sehr nützlich sein. Warum das so ist und wie du mit Reue am besten umgehst? Wir haben nachgefragt bei Psychologin Sonja Rieder.


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Sarah Chlebowski
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