Erstellt am 11. Juni 2019 · Arbeitsleben · von

Mehr Möglichkeiten, bitte! Mitarbeiter wollen sich weiterentwickeln

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Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind essenziell, um Mitarbeiter langfristig und zufrieden im Unternehmen zu halten. Eine aktuelle Studie hat nun erhoben, wie es um die Aufstiegs- sowie Entwicklungschancen in Österreichs Firmen steht und welchen Einfluss sie auf Mitarbeiterloyalität und Wechselbereitschaft haben. Die Ergebnisse überraschen:

„Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“, heißt es. Das wird umso wichtiger, je komplexer und schnelllebiger das Umfeld ist. Nicht umsonst werden schon seit Jahren lebenslanges Lernen, Weiterentwicklung und Agilität gepredigt. Was für Unternehmen Pflicht zu sein scheint, bleibt den eigenen Mitarbeitern aber offenbar oftmals verwehrt. Das zeigt die EY Jobstudie 2019 des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young.

Wenige Aufstiegschancen im eigenen Unternehmen

Wie die Studie zeigt, sehen nur wenige Mitarbeiter im aktuellen Unternehmen gute Möglichkeiten, die eigene Karriere voranzutreiben. 24 Prozent sind es, die sich karrieretechnisch bei ihrem aktuellen Arbeitgeber gut aufgehoben fühlen. Bei Frauen sind es mit 21 Prozent etwas weniger. Wie man die Entwicklungschancen einschätzt, ist zudem eine Frage des Alters: 37 Prozent der 20-Jährigen glauben an gute Karrieremöglichkeiten in ihrem aktuellen Unternehmen, während es bei den 21- bis 35-Jährigen nur noch 30 Prozent sind. Bei den Arbeitnehmern über 50 sinkt dieser Wert um gut die Hälfte auf 16 Prozent.

Stillstand führt zu Unzufriedenheit

Mit den gering empfundenen Aufstiegsmöglichkeiten geht auch die Unzufriedenheit vieler Arbeitnehmer einher: Gut zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen wünschen sich mehr Möglichkeiten zur Weiterentwicklung im eigenen Unternehmen. Das bedeutet aber zugleich auch, dass die andere Hälfte der Frauen sich mit der bestehenden Arbeitssituation zufrieden gibt. Karriere zu machen scheint also ein überwiegend männlicher Wunsch zu sein. Wenig überraschend fühlt sich der Großteil auch unterbezahlt. 57 Prozent glauben, dass ihnen für ihre aktuelle Tätigkeit zusätzliches Gehalt zustünde. 14 Prozent mehr, so der Durchschnittswert, halten die Befragten für angemessen.

Resignation oder Loyalität? Arbeitnehmer bleiben bei ihrem Arbeitgeber

Trotz der eher ernüchternden Studienergebnisse scheinen Österreichs Arbeitnehmer ihren Arbeitgebern gegenüber sehr loyal zu sein. Vier von fünf Mitarbeitern fühlen sich laut Umfrage mit ihrem aktuellen Unternehmen verbunden. Und obwohl die gewünschten Karrierechancen nicht gegeben sind, sieht sich die Mehrheit in fünf Jahren in derselben Firma. 41 Prozent gehen sogar davon aus, in fünf Jahren noch in derselben Position angestellt zu sein. 22 Prozent rechnen hingegen mit einer besseren Stelle innerhalb des Unternehmens.

Wechselwilligkeit und Anreize für die Stellensuche

Österreichs Arbeitnehmer zeigen sich in der Studie ein wenig zwiegespalten. Die hohe Verbundenheit mit ihrem derzeitigen Arbeitgeber hält nämlich 28 Prozent nicht davon ab, sich dennoch anderweitig umzusehen. Prinzipiell wechselbereit geben sich mehr als die Hälfte der Befragten. Bei den Motiven für die Jobsuche kommt wieder die Unzufriedenheit mit den Aufstiegschancen ins Spiel: Für 59 Prozent wäre eine bessere Bezahlung ausschlaggebend, den Arbeitgeber zu wechseln. Auch interessantere Arbeitsinhalte, ein kürzerer Arbeitsweg, bessere Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Karrierechancen vervollständigen die Top 5.

 

Bildnachweis: shutterstock/TierneyMJ

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.

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