5. März 2018 · Arbeitsleben · von

5 Formulierungen, die du aus deinem Wortschatz besser streichst

Entschlossen auftreten und klar kommunizieren, was man möchte: Besonders im Umgang mit Alphatieren ist das gar nicht so einfach. Wer sich gegen dominante Mitmenschen durchsetzen möchte, der sollte besonders auf seine verbale Kommunikation achten. Vermeintlich höfliche Formulierungen können dafür sorgen, dass du deinen eigenen Standpunkt in Diskussionen ordentlich schwächst.

Tipps für sicheres Auftreten in Gesprächen

Sagen, was Sache ist und dennoch höflich bleiben. Das schließt sich nicht aus. Wir zeigen dir heute, welche Formulierungen du aus deinem Wortschatz streichen solltest, um direkter zu kommunizieren und dein Standing zu verbessern:

#1 Nur

Formulierungen wie „Ich wollte nur fagen, ob…“ machen dich unnötig kleiner. Im Wörtchen „nur“ schwingt eine Entschuldigung mit, die du wahrscheinlich gar nicht nötig hast: Sorry dass ich jetzt störe, es ist mir auch total unangenehm, ich wollte ja nur wissen…

#2 Aber

„Ihre Präsentation hat mir gut gefallen, aber die Einleitung fand ich sehr langatmig.“ Sehr oft wird Feedback auf diese Art und Weise gegeben, die Sache hat aber einen Haken: Alles, was nach dem Wort „aber“ kommt, bleibt eher hängen, als der erste Teil. Dass die Präsentation im Grunde gut war, ist zweitrangig. Die langatmige Einleitung bleibt jetzt im Gedächtnis. Um zu verhindern, dass dir ein „aber“ den ersten Teil deiner Ausführungen killt, kannst du Feedback entweder auf mehrere Sätze aufteilen oder ein Bindewort verwenden: „Ihre Präsentation hat mir gut gefallen. Ich empfehle, die Einleitung noch etwas zu kürzen.“

#3 Eher

„Ich würde da eher Herrn Müller fragen.“ vs. „Ich schlage vor, wir fragen Herrn Müller.“ Variante 1 wird umgangssprachlich oft gebraucht und impliziert, dass du dir deiner Sache selbst nicht so ganz sicher bist: Herr Müller ist ein vorsichtiger Vorschlag, jetzt nur nicht festlegen. Variante 2 signalisiert hingegen Entschlossenheit und ist ein konkreter Vorschlag, den du einbringst.

#4 Verneinungen

Verneinungen sind ein Konstrukt, das unser Gehirn so nicht kennt. Du kennst aber sicher das berühmte Beispiel „Denke jetzt nicht an einen blauen Elefanten“. Im täglichen Gebrauch hinterlassen zahlreiche Verneinungen ein negatives Gefühl. „Das ist gar kein Problem“ sagt deinem Verstand zwar sinngemäß, dass etwas reibungslos ablaufen wird, dein Gehirn nimmt aber vor allem das Wort „Problem“ wahr. Versuche, Verneinungen zu vermeiden und verleihe deinen Aussagen so mehr Positives!

#5 Würde, könnte, sollte

Wer besonders höflich sein möchte, der verwendet gerne den Konjunktiv: „Ich würde sagen, dass…“ Die Verwendung des Konjunktivs schwächt jedoch deine ganze Aussage ab. Würdest du etwas nur sagen oder sagst du es auch? Hättest du gerne etwas oder willst du es wirklich haben? „Ich möchte bitte…“ ist nicht weniger höflich, aber viel direkter.

Noch ein paar abschließende Tipps

  • Gegenseitiges Feedback geben
    Die eigenen Kommunikationsmuster aufzuspüren und sich Formulierungen abzutrainieren, das ist gar nicht so einfach. Es hilft, wenn dir jemand aktiv Feedback gibt und auf unliebsame Formulierungen  hinweist. Vielleicht gibt es im Kollegenkreis jemanden, der sich sein ständiges „ähm“ abgewöhnen möchte und du kannst ihn als Sparring-Partner für Feedback gewinnen.
  • Schriftliche vs. verbale Kommunikation
    Vorsicht: Tipps für eine bessere verbale Kommunikation lassen sich nicht immer 1:1 umlegen auf schriftliche Kommunikation. Verständigst du dich mit jemand anderem z.B. per E-Mail, fehlen Mimik, Gestik und Tonfall. Von Fall zu Fall können dann ein vorsichtiger Tonfall und die eine oder andere „zu sanfte Formulierung“ mehr nützen als schaden.
Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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