Aktualisiert am 12. Februar 2020 · Bewerbung, Jobsuche · von

Bewerbungsgespräch: 7 Tipps für die Selbstpräsentation

Lesezeit: 4 Minuten

Früher oder später fällt er immer, der berüchtigte Satz: „Erzählen Sie mal etwas über sich!“ Er gehört zum Bewerbungsgespräch wie das Amen im Gebet und dient dazu, deine Selbstpräsentation einzuleiten. Aber was sollst du jetzt eigentlich erzählen? Wir verraten es dir und geben Tipps, wie du deine Selbstpräsentation planst.

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Kurz zusammengefasst geht es bei der Selbstpräsentation darum, deinen Werdegang und bisherige Erfolge zusammenzufassen und dich im gleichen Zug als den geeigneten Kandidaten für den Job darzustellen. Selbstlob stinkt, wollte man uns immer eintrichtern – aber hier wird es verlangt!

Was will der Personaler von mir?

Die Selbstpräsentation ist essenzieller Bestandteil des Bewerbungsgesprächs. Auch wenn der Personaler bereits die wichtigsten Infos aus dem Lebenslauf kennt, will er mehr über jene Aspekte hören, die in direktem Bezug zur Stelle stehen, für die du dich beworben hast. Gleichzeitig hat der Recruiter die Möglichkeit, dich näher kennenzulernen und zu überprüfen, ob es zu Widersprüchen mit deinen schriftlichen Angaben im Lebenslauf kommt.

Folgende Punkte stehen bei der Selbstpräsentation im Vordergrund:

  • Passen Vorstellung und Bewerbungsunterlagen zusammen?
  • Tauchen Widersprüche oder Lücken im Lebenslauf auf?
  • Wie überzeugend werden Erfolge erklärt?
  • Tritt der Bewerber selbstbewusst auf?
  • Hat sich der Kandidat intensiv mit der Stelle auseinandergesetzt?

So bereitest du dich vor

Bei der Selbstpräsentation geht es nicht darum, den Lebenslauf chronologisch durchzukauen – den kennt dein Gesprächspartner ja ohnehin schon. Stattdessen sollte der Fokus auf relevanten Stationen und Erfahrungen liegen, die deine Eignung für den ausgeschriebenen Job unterstreichen.

Schritt 1: Stelleninserat und Lebenslauf vergleichen

Im ersten Schritt ziehst du deinen Lebenslauf heran und untersuchst ihn auf inhaltliche Überschneidungen mit dem Stelleninserat, auf das du dich beworben hast. Im Idealfall deckst du alle (oder zumindest die wichtigsten) Qualifikationen ab, die gefordert werden. Deine Berufserfahrung sollte im Vordergrund stehen. Jedoch können auch Aus- und Weiterbildungen sowie außerberufliche Erfahrungen relevant sein. Das bezieht beispielsweise Schwerpunkte im Studium, Auslandsaufenthalte oder wissenschaftliche Abschlussarbeiten mit ein. Fasse alles in einer Liste zusammen, um deine Ergebnisse übersichtlich zu visualisieren.

Schritt 2: Struktur, Struktur, Struktur

Wenn du bereits viele Jahre berufstätig warst oder emsig Weiterbildungen besucht hast, ist die Liste möglicherweise ziemlich lang. Da nicht alle Punkte für deinen Gesprächspartner relevant sind, geht es nun darum, die Spreu vom Weizen zu trennen. Versetz dich dabei in die Position des Personalers oder der Führungskraft: Welche Informationen sind für ihn wichtig, um eine Entscheidung für oder gegen dich treffen zu können?

Schritt 3: Logische Argumentation

Zum Schluss musst du es schaffen, die von dir gesammelten Argumente schlüssig und logisch zu verpacken. Wie so oft liegt die Herausforderung darin, einen roten Faden zu spannen.

Beginnen sollte deine Selbstpräsentation mit deinem Werdegang. Wer bist du und wieso hast du dich für den Beruf entschieden, den du heute ausübst? Wie bist du in dieser Branche gelandet? Beschreibe auch kurz deine aktuelle berufliche Position.

Im Hauptteil stellst du jene Punkte vor, die du im zweiten Schritt als wichtig genug erachtet hast, um sie im Bewerbungsgespräch zu präsentieren. Setze dezidierte Schwerpunkte, die sich an den Jobanforderungen orientieren und führe diese näher aus. Relevante Stationen, Kompetenzen sowie bereits verbuchte Erfolge dürfen hier nicht fehlen.

Hast du den Hauptteil adäquat genutzt, um deine Stärken hervorzuheben, dann kannst du den Schluss dazu nutzen, um den Bogen zu deiner Eignung für die Stelle zu spannen. Erkläre, warum diese Stelle die einzig logische nächste Stelle in deinem Lebenslauf sein sollte. Das kannst du von deinen bisherigen Erfahrungen ableiten, die du in diesem Job entfalten bzw. weiterentwickeln kannst. Die Kunst ist, dem Personaler deinen Nutzen für das Unternehmen möglichst klar zu vermitteln.

Lügen? Sinnlos!

Wenn dir etwaige Schwächen oder Lücken in deinem Lebenslauf bewusst sind, darfst du dich auf keinen Fall dazu verleiten lassen, diese mithilfe von Flunkereien kaschieren zu wollen. Der Schuss geht nämlich so gut wie immer nach hinten los und kann dich im schlimmsten Fall die Zusage kosten.

Unser Credo: Immer schön bei der Wahrheit bleiben, um Unstimmigkeiten zu vermeiden. Wenn du dich optimal auf das Bewerbungsgespräch vorbereitet hast, musst du dir wegen Lücken oder fehlenden Kompetenzen keine Sorgen machen.

Ich bin Berufseinsteiger, was nun?

Wenn du dich noch mitten im Studium befindest oder im Berufsleben gerade erst durchgestartet hast, musst du dich bei deiner Argumentation zwar ein bisschen mehr ins Zeug legen. Deine Selbstpräsentation kann mit diesen drei Strategien aber trotzdem ein Hit werden:

Strategie Nr. 1: Fokus auf die Ausbildung

Erfahrungen aus dem Studium oder deiner Ausbildungszeit sollten nicht unterschätzt werden. Bei Überschneidung von Themen, die Teil deiner Ausbildung waren, und den Inhalten des Stelleninserats solltest du unbedingt hellhörig werden und dir überlegen, welche Fähigkeiten du bereits praktisch anwenden kannst.

Strategie Nr. 2: Nebenjobs erwähnen

Du hast bereits regelmäßig gejobbt? Notiere dir Soft Skills und Hard Skills, die du aus deinen Erfahrungen mitgenommen hast. Hast du beispielsweise nebenbei gekellnert, konntest du dir bestimmt ein dickes Fell gegen Stress zulegen. Und als Leiterin eines Kinder- oder Jugendcamps weißt du genau, was es bedeutet, zu koordinieren und Verantwortung für andere zu tragen.

Strategie Nr. 3: Weitere Kompetenzen anführen

Solltest du zusätzliche praktische Kurse (ob inner- oder außerhalb der Universität) absolviert haben, kannst du auch diese in deine Argumentationslinie einbauen. Das könnten zum Beispiel Weiterbildungen in Sachen Konfliktmanagement oder aber ein Grundlagenkurs in Photoshop sein. Alle Fähigkeiten, die dir bei der jeweiligen Stelle in die Hände spielen, solltest du auf jeden Fall erwähnen.

Haltung zeigen

Bei der Selbstpräsentation steht der Inhalt zwar im Vordergrund. Ein selbstbewusstes Auftreten ist aber trotzdem notwendig, um den Personaler zu überzeugen. In diesem Artikel verrät ein Verkaufstrainer, wie man das eigene Selbstbewusstsein steigert und den Gesprächspartner von sich begeistern kann.

Auch die Körpersprache darf bei all der verbalen Überzeugungsarbeit nicht vergessen werden. Ein freundlicher Gesichtsausdruck und ein angemessenes Maß an Blickkontakt sind ebenso wichtig wie eine entspannte Körperhaltung. Verschränkte Arme oder ein gesenkter Kopf wirken defensiv und sollten daher vermieden werden.

Du willst mehr Infos zum Bewerbungsgespräch?

Die Selbstpräsentation ist nur ein Teil eines großen Ganzen. Wenn du dich perfekt auf dein Bewerbungsgespräch vorbereiten möchtest, legen wir dir unseren Leitfaden ans Herz:

 

Redaktion