6. Juni 2017 · Bewerbung · von

Lücken im Lebenslauf – 5 Tipps

Sie ist einer der meist gefürchteten Punkte, wenn es um den Lebenslauf geht: die Lücke. Für einige Personalverantwortliche ist die unkommentierte Lücke ein absolutes No-Go in der Bewerbung. Aber was tun mit ihr? Verschweigen, schönreden oder mit einer Lüge kaschieren? Wie man souverän mit Lücken im Lebenslauf umgeht: 5 Tipps.

Mut zur Lücke? Im Lebenslauf besser nicht! Ob Studienabbruch, Kündigung oder Karenz – die wenigsten Lebensläufe kommen ohne Lücken aus. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Der Umgang mit ihnen ist deshalb nicht unkompliziert. Die einen versuchen, sie zu verschweigen, die anderen erfinden lieber Märchen. Das eine wie das andere ist problematisch und kann zu einem Rattenschwanz an negativen Konsequenzen führen. Damit die Lücke nicht zur Leerlauf-Phase wird, empfehlen wir dir Folgendes:

#1 Finde heraus, ob es wirklich eine Lücke ist

Ein Monat Pause zwischen zwei Jobs – ist das schon eine Lücke? Generell spricht man erst ab Zeiträumen über zwei Monaten von einer Lücke. Längere „blinde Flecken“ im Lebenslauf sind zwar kein Beinbruch, sollten aber argumentiert werden. Diese einfach unkommentiert zu lassen, gibt wilden Spekulationen nämlich viel Raum. Dabei solltest du dich allerdings kurz halten – für Details und weitere Fragen stehst du telefonisch oder persönlich beim Bewerbungsgespräch zur Verfügung.

Auch den Studienabbruch oder einen Berufswechsel kann man in der Bewerbung schlüssig begründen. Stichwort: Neuorientierung.

Lücken im Lebenslauf NeuorientierungNicht unter den Teppich kehren: Unverschuldete Kündigungen (mehr dazu unter #3), Elternkarenz oder Krankheit. Was man preisgibt, liegt im eigenen Ermessen, aber die leere Spalte im Lebenslauf sollte gefüllt werden. Bei längerer Auszeit aufgrund von Krankheit reicht es beispielsweise “Krankheit” anzuführen, konkret muss man hier nicht werden.

#2: Nicht lügen!

Es gibt immer wieder findige Menschen, die ihre Berufserfahrung in Jahren angeben, um Leerläufe im Lebenslauf zu kaschieren. Davon raten wir allerdings ab, da Personaler recht schnell den Hintergrund wittern. In den aktuellen Standards für Lebensläufe im deutschsprachigen Raum ist es nämlich gang und gäbe, Jahr und Monat für alle „Lebensstationen“ anzugeben. Umso schneller werden natürlich auch Lücken ersichtlich.

Lücken im Lebenslauf Erfahrung Don´t

Nur weil man ein paar „leere“ Monate im Lebenslauf nicht jedem auf die Nase binden möchte, sollte man nicht automatisch unehrlich werden. Lügen belasten und werden im fortschreitenden Bewerbungsprozess meist irgendwann aufgedeckt. Kommt man dem Lügner auf die Schliche, wird man ihm so schnell nicht mehr glauben.

#3 Kündigung im Lebenslauf

Du hast eine Lücke im Lebenslauf, weil du gekündigt wurdest? Hier ist definitiv zwischen selbst verschuldeter und fremd verschuldeter Kündigung zu unterscheiden.

Lücken im Lebenslauf Kündigung

Generell gilt: Bei Lücken durch unverschuldete Kündigung immer den Grund anführen. Bist du beispielsweise aus einem Unternehmen ausgeschieden, weil der Arbeitgeber insolvent wurde, wird man dir das bestimmt nicht negativ auslegen.

Verhalte dich professionell!

Hast du eine Kündigung im Lebenslauf stehen (ob unverschuldet oder verschuldet) und wirst im weiteren Bewerbungsprozess darauf angesprochen, solltest du jedenfalls Rechtfertigungen und Schuldzuweisungen an andere vermeiden – das sieht schnell nach schlechtem Gewissen aus und wirkt immer negativ.

Lücken im Lebenslauf Wording

#4 Wording ist alles

Arbeitslos oder arbeitssuchend? Auch auf die Formulierung kommt es an! Eine Zeitspanne ohne Job kann jedem passieren – es kommt aber darauf an, wie man damit umgeht und diese argumentiert. Eine positive Formulierung kann in der Wahrnehmung einiges bewirken. Idealerweise zeigst du deinem potenziellen neuen Arbeitgeber auf, welchen Nutzen er davon hat:

Du ziehst der Liebe wegen in eine andere Stadt und findest dort nicht gleich einen neuen Job? Du wechselst das Unternehmen, weil man dir keine zufriedenstellenden Zukunftsperspektiven einräumt? Das zeugt doch davon, dass du mit Flexibilität kein Problem hast und nach vorne schaust! Die einjährige Weltreise beweist, dass du mit Herausforderungen umgehen und selbstständig arbeiten kannst. Präsentiere dich in deinen Bewerbungsunterlagen so, wie du auf den Arbeitgeber wirken möchtest und argumentiere Lücken oder fehlende Kenntnisse vor allem beim persönlichen Gespräch mit Soft Skills, die andere Defizite wettmachen können.

Unser Tipp: Positiv formulieren, aber die Dinge nicht zu rosa färben!

#5 Lücken im Lebenslauf mit Sinn füllen

Bleibt man längere Zeit ohne Arbeit, sollte man diese Phase sinnvoll nutzen. Ob Praktikum, Workshop oder Sprachkurs zur Auffrischung – Weiterbildung ist immer ein heißer Tipp. Dabei beachten: Der Barkeeper-Kurs macht bestimmt Spaß, ist für zukünftige Arbeitgeber aber vermutlich weniger relevant (außer, du bewirbst dich im Gastronomie-Bereich…) Deshalb auch bei der Weiterbildung daran denken, was für die Karriere relevant sein könnte. Natürlich sollten auch andere “sinnvolle Tätigkeiten” angeführt werden, die nicht direkt bei einem Arbeitgeber stattfanden, etwa die Mithilfe im elterlichen Betrieb oder ehrenamtliche Tätigkeit.

Was sich in längeren Phasen von Arbeitslosigkeit außerdem lohnt: der Gründer der Plattform WeWillWork hat es uns verraten. Solche Phasen solltest du jedenfalls dafür nützen, um dich persönlich weiterzuentwickeln und gleichzeitig stopfst du damit die viel gefürchtete Lücke.

 

Bildnachweis: Anna Om / Shutterstock; Marta Design / Shutterstock

Tanja Karlsböck

Tanja Karlsböck verfasst Blogposts rund umʼs Arbeitsleben, denn Schreiben ist ihre liebste Kulturtechnik.

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