Aktualisiert am 3. August 2020 · Bewerbung, Jobsuche · von

Kreativbewerbung: 5 Formate für kreative Köpfe

Lesezeit: 4 Minuten

Manche Bewerber fahren beim Kampf um einen interessanten Job etwas außergewöhnlichere Geschütze auf als ihre Konkurrenten. Anstatt eine klassische Bewerbungsmappe abzuliefern, lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf und versuchen, mit unkonventionellen Methoden zu überzeugen. Und das zurecht, denn bei vielen Recruitern findet eine Kreativbewerbung Anklang. Aber ist eine ausgefallene Bewerbung wirklich für jede Stelle geeignet? Und welche Gestaltungsmöglichkeiten hast du als Bewerber? Das und noch viel mehr erfährst du in diesem Artikel.

Warum Einheitsbrei von der Speisekarte gestrichen werden sollte

Aus der Masse an Bewerbern herauszustechen, ist einfacher, als es sich anhört. Die meisten Kandidaten bleiben nämlich dem klassischen Bewerbungsformat treu und reichen ihre Unterlagen mit dem Gedanken ein, dass ihre Qualifikationen und Erfahrungen ausreichen, um beim Recruiter Eindruck zu schinden.

Aber dem ist nicht immer so, denn mit passenden Qualifikationen und Erfahrungen können die meisten Bewerber aufwarten, wenn sie sich für eine bestimmte Stelle bewerben. Wer auffallen will, muss das Thema Bewerbung also anders angehen als die Konkurrenz. Wie gut, dass das digitale Zeitalter uns eine Vielzahl an kreativen Möglichkeiten eröffnet hat, uns selbst und unsere Stärken ins Szene zu setzen.

Wer kann sich eine kreative Bewerbung erlauben?

Eine wichtige Info gibt es vorweg: Nicht in jeder Branche werden vor Kreativität übersprudelnde Bewerbungsunterlagen gern gesehen. Aus diesem Grund solltest du vor deiner Bewerbung unbedingt abwägen, wie weit du dich aus dem Fenster lehnen kannst, ohne dich sofort selbst ins Aus zu katapultieren.

Da in konservativen Branchen und Unternehmen sehr viel Wert auf Professionalität und Formalität gelegt wird, bist du hier mit einem verspielten Bewerbungsansatz definitiv fehl am Platz. Bewirbst du dich jedoch als Grafiker bei einer Werbeagentur, stehen dir wesentlich mehr kreative Optionen frei und deine Bewerbung kann sozusagen einen ersten Vorgeschmack auf dein gestalterisches Talent geben.

Und auch wenn du dich initiativ bewirbst, kannst du dich trauen, den Recruiter mit deinem Einfallsreichtum zu überraschen, sofern es sich um ein aufgeschlossenes Unternehmen handelt, das Unkonventionelles zu schätzen weiß.

Was muss ich bei einer Kreativbewerbung berücksichtigen?

Keine Kreativbewerbung ohne ausgefuchstes Konzept. Eine außergewöhnlich kreative Gestaltung mag zwar für das Auge ansprechend sein oder beim Recruiter großes Interesse wecken. Doch wenn dahinter nichts ist als heiße Luft, hast du dir den ganzen Aufwand umsonst aufgehalst, denn Kreativität ist kein Ersatz für Inhalt. Wenn du nicht über die im Stelleninserat angegebenen Fähigkeiten verfügst, solltest du deine Bewerbung möglicherweise noch einmal überdenken.

Sei bei der Gestaltung deiner Unterlagen auch nicht zu verspielt. Der Recruiter muss ihnen die wichtigsten Informationen auf den ersten Blick entnehmen können. Wenn er das Gefühl bekommt, sich ewig lange mit der Entschlüsselung deiner Angaben abmühen zu müssen, wird er deine Bewerbung ratzfatz aussortieren.

Und bedenke: Wer sich auf ungewöhnliche Art und Weise bewirbt, suggeriert, dass er auch prinzipiell ein eher ausgefallener Charakter ist. Solche Menschen passen nicht in jedes Unternehmen oder jedes Team. Informiere dich daher intensiv über das Unternehmen und überlege, ob du tatsächlich in das dortige Bild passt.

5 unkonventionelle Arten, dich zu bewerben

Bewerbung Nr. 1: Corporate Design

Wer weder über die Zeit noch über das notwendige Know-How verfügt, um eine aufwändige Kreativbewerbung zu gestalten, muss deswegen nicht darauf verzichten, aufzufallen. Eine ideale Möglichkeit, das eigene Interesse an der jeweiligen Stelle zu betonen, ist, die Bewerbungsunterlagen ganz im Stil des Unternehmens zu gestalten. Unternehmensfarbe sowie verwendete Schriftarten können oftmals ganz einfach imitiert werden und damit Vertrautheit suggerieren. Wer sich traut, kann fürs Bewerbungsfoto ein T-Shirt mit dem Firmenlogo überwerfen und somit demonstrieren, dass man sich selbst sehr gut als Teil des Unternehmens vorstellen kann.

Bewerbung Nr. 2: Die Homepage

Warum solltest du dich in großen Worten über dich selbst verlieren, wenn du auch ganz einfach zeigen kannst, was du draufhast? Insbesondere in der Kreativbranche nutzen Arbeitnehmer die Möglichkeit, bisherige berufliche und private Projekte auf ihren eigenen Websites zu präsentieren und dem potenziellen Arbeitgeber damit einen Vorgeschmack auf ihr Können zu geben. Ein richtig cooles Beispiel ist die Website von Adam Hartwig, einem britischen Design Technologist. Überzeug dich selbst!

Kreativer Lebenslauf

Kreativer Lebenslauf von Çisem Köken

Bewerbung Nr. 3: Ausgefallener Lebenslauf

Beim Lebenslauf kann man dem 08/15-Schema folgen, muss man aber nicht. Kreative Köpfe können sich bei der Visualisierung ihrer bisherigen Karriere und ihrer Fähigkeiten so richtig austoben, wie das Beispiel zeigt. Natürlich sollst du dich nicht in nutzlosem Schnickschnack verlieren und darauf achten, dass das Layout trotz allem sauber, übersichtlich und professionell aussieht. Ein stimmiges Konzept, das sich durch deine gesamte Bewerbungsmappe zieht, sorgt garantiert für Aufsehen und wird den Recruiter neugierig auf mehr machen.

Bewerbung Nr. 4: Bewerbungsvideo

Bewegte Bilder transportieren Inhalte viel emotionaler, als Texte es jemals könnten – solange sie gut gemacht sind. Wer über das nötige Equipment, Gespür und Talent verfügt und weiß, sich in Szene zu setzen, kann sich gerne an einem Bewerbungsvideo versuchen. Wichtig ist hierbei, die eigenen Stärken und Fähigkeiten hervorzuheben und in eine durchdachte Story einzubetten. Denn um zu funktionieren, muss das Bewerbungsvideo eine Geschichte erzählen. Und zwar eine möglichst überzeugende. Hier ein gelungenes Beispiel:

 

Flyer Bewerbung

Flyer-Bewerbung von Chuck D. Lay

Bewerbung Nr. 5: Flyer

Seit Jahrzehnten bedient sich die Werbeindustrie der Verwendung von Flyern, um auf alles Mögliche aufmerksam zu machen. Warum dann nicht auch du? Das Flyerformat ist in seinem Umfang zwar begrenzt. Doch damit ist gesichert, dass du dich auf die wirklich wichtigen Inhalte besinnst. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. So kannst du auf der Vorderseite dein Bewerbungsfoto inklusive aussagekräftigem Motto platzieren, während auf der Rückseite alle wichtigen Infos bezüglich Lebenslauf und Kontaktdaten zu finden sind. Definitiv ein Hingucker!

Das Wichtigste auf einen Blick

Zum Abschluss geben wir dir die vier wichtigsten Punkte, auf die es bei der Kreativbewerbung ankommt, noch einmal mit auf den Weg:

  • Gestaltung der Unterlagen muss auf die Einstellung des Unternehmens bzw. der Branche abgestimmt sein
  • Design muss professionell und übersichtlich sein
  • Kreativität darf nicht gezwungen wirken, sondern muss authentisch sein
  • Die Dosis macht das Gift, also nicht übertreiben
Redaktion