Erstellt am 13. Mai 2020 · Arbeitsleben · von

Raus aus dem Pyjama! Der richtige Dresscode im Homeoffice

Lesezeit: 3 Minuten

Die richtige Kleidung im Homeoffice kann deine Produktivität erhöhen – hättest du nicht gedacht? So verlockend es auch ist, in Pyjama oder Jogginganzug zu arbeiten, deiner Arbeitsleistung tust du damit keinen Gefallen. Hier erfährst du, warum das so ist:

Den ganzen Tag im Pyjama bleiben … Herrlich! Ja, im Homeoffice erliegt man Verlockungen wie diesen nur zu gern. Und warum auch nicht? Schließlich ist es bequem und zuhause soll man sich doch wohlfühlen. Arbeiten kann man damit genauso gut – oder etwa nicht? Nein, erklärt Arbeitspsychologin Christa Schirl, denn unser Gehirn ist diesbezüglich ziemlich „oberflächlich“.

Warum der Pyjama nicht das richtige Homeoffice-Outfit ist

Vielleicht kennst du das: Du arbeitest von zuhause aus, bist eigentlich motiviert, aber irgendwie kommst du nicht richtig in die Gänge. Möglicherweise liegts an deinem Homeoffice-Outfit. Denn, so Arbeitspsychologin Christa Schirl: „Unser Gehirn verknüpft Kleidung mit bestimmten Aktivitäten. Der Pyjama signalisiert: Chill mal, hau dich auf die Couch! Wenn man mit Pyjama im Homeoffice arbeitet, wird die Produktivität also sehr wahrscheinlich sinken.“

So ähnlich ist das übrigens in Krankheitsfällen, erklärt sie weiter: „Man weiß aus der Psycho-Neuro-Immunologie, dass Menschen, die gerade von Krankheiten genesen und soweit gesund sind, dass sie aufstehen können, wieder infektanfälliger werden, wenn sie den ganzen Tag im Pyjama bleiben.“ Die richtige Kleidung hat also großen Einfluss auf unsere Aktivität, Produktivität und unser Wohlbefinden.

Der richtige Homeoffice-Dresscode

Also gut, dann steigen wir eben in der Früh aus dem Pyjama und hüpfen in die Jogginghose – ist ebenso angenehm. Christa Schirl rät aber auch davon ab: „Angenehm heißt nicht unbedingt gut! Wenn Sie produktiv sein wollen, müssen Sie sich Kleidung anziehen, die Sie zur Produktivität ermutigt.“

Wer es gewöhnt ist, im Jogginganzug zu arbeiten, und auch im Büro gern Schlabberpulli und Gummibundhose trägt, der kann das natürlich im Homeoffice ebenfalls tun, denn als Faustregel gilt: „Kleiden Sie sich so ähnlich, wie wenn Sie ins Büro gehen würden.“ Das müssen natürlich nicht der Hosenanzug und die High Heels sein. Etwas Schmuck, eine einfache Frisur und leichtes Make-up können hingegen auch beim Arbeiten von zuhause aus Sinn machen, erklärt die Psychologin: „Sich selbst etwas hübsch zu machen, tut gut! Denn wenn man gut aussieht, fühlt man sich auch besser.“

Die Kleidung im Homeoffice beeinflusst das ganze Team

Kleider machen Leute – dieser Spruch kommt nicht von ungefähr. Wie schon erwähnt, verknüpft unser Gehirn Tätigkeiten mit gewisser Kleidung. Daher gelingen uns diese auch besser, wenn wir das entsprechende Outfit tragen. Gleichzeitig beeinflusst es zudem diejenigen, die uns sehen oder hören: „Man weiß aus dem Telefoncoaching, dass sich Lächeln auch am Telefon überträgt. Genauso ist das mit dem Jogginganzug.“ Unsere Haltung, unsere Stimme, unsere Sprechweise … all das wird etwas legerer, wenn wir uns sehr relaxt fühlen. In der Arbeit ist aber eine gewisse Grundspannung essenziell, damit wir kompetent und produktiv sein können. Für wichtige Telefonate wie Bewerbungsgespräche aus dem Homeoffice sollte man sich also entsprechend anziehen.

Dasselbe gilt für Videokonferenzen. Hier kann die Kleiderwahl ganz gravierende Auswirkungen haben, erklärt Schirl: „Sieht man Teamkollegen unfrisiert oder im Jogginganzug, dann beeinflusst das die Arbeitsmoral des gesamten Teams.“ Bürotaugliche Kollegen wirken also auch auf die anderen motivierend. Wenn du morgen Früh wieder zum Jogger greifen willst, denk daran: Mit dem richtigen Homeoffice-Outfit motivierst du nicht nur dich, sondern auch dein ganzes Team!

Das ganze Gespräch als Video

Bildnachweis: shutterstock/gpointstudio

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.