16. August 2017 · Arbeitsleben · von

Fauler Kollege? 5 Typen unangenehmer Arbeitsverweigerer

Während die einen noch in Arbeit schwimmen, machen andere längst Feierabend. Grund dafür ist nicht immer persönliches, unterschiedliches Arbeitspensum, sondern vielleicht auch der Umstand, dass du mit einem “Arbeitsverweigerer” zusammenarbeitest. Die Arbeit dieser 5 Kollegentypen landet vermutlich irgendwann auf deinem Schreibtisch – und das kannst du tun, um von faulen Kollegen nicht ausgenutzt zu werden:

#1 Der Dumme

Er bzw. sie ist natürlich nicht wirklich dumm, aber ein Quäntchen Ahnungslosigkeit verhilft zu mehr Ruhe im Job. Für dringende oder wichtige Projekte wird der Dumme vom Chef nämlich nicht in Betracht gezogen. Je mehr auf dem Spiel steht, desto eher greift der Boss auf jene Mitarbeiter zurück, die den Job auch zuverlässig und zeitgerecht erledigen. “Das Projekt für Kunde A vertraue ich Ihnen an. So unter uns, Huber tut sich da immer etwas schwer.” Das verschafft dem Ahnungslosen im Office zwar kein Prestige, das nimmt er aber gerne in Kauf. So muss der Dumme nie bis selten ran.

#2 Der Gestresste

Er ist immer bei der Arbeit, ständig am Limit und für zusätzliche Aufgaben hat er deshalb leider keine Ressourcen mehr frei – könnte man meinen. In Wahrheit reißt sich der Gestresste im Job kein Bein aus, sein Eigenmarketing hat er jedoch perfektioniert. Spät abends noch eine E-Mail ans Team schicken, halblaut “Dieser Tag hat es wieder in sich” seufzen oder nach langen Phasen der Faulheit totale Gestresstheit demonstrieren, weil die Arbeit halt doch erledigt werden muss. Das signalisiert: Ich bin echt eingedeckt mit Arbeit (oder Facebook).

#3 Der Verpeilte

Kurz vor dem Wochenenende hilft das Team – wieder einmal – zusammen, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Warum? Weil der Verpeilte kurz vor der Deadline offenbart, dass er die Arbeit doch nicht bewältigen kann. Klingt nach angebrachter Hilfsbereitschaft im Büroalltag – das ist aber nicht immer der Fall. Der Verpeilte weiß um den Zusammenhalt im Team und denkt sich: Warum die ganze Arbeit selbst machen, wenn notfalls sowieso alle zusammenhelfen? Angesichts der noch weit entfernten Deadline lässt er erstmal die Seele baumeln – und seine Kollegen später helfen. Falls er die Arbeit dann doch selbst erledigt, lässt er das auch alle wissen: Immerhin hat er jetzt unter hohem Arbeitseinsatz total viel erledigen müssen. Was viele denken und dann keiner sagt: Hätte er sich doch mal früher darum gekümmert.

#4 Der Nein-Sager

Was hilfsbereite Kollegen oft nicht schaffen, hat er perfektioniert: Nein sagen und Abwimmeln. Unangenehme Aufgaben prallen an ihm ab, denn seine Ausreden sitzen. Statt einem plumpen “Nein” hält er ausgefeilte Gründe bereit um dir zu sagen: “Ich würde wirklich gerne, aber leider…”  Möchte er etwas nicht machen, findet er garantiert eine plausible Ausrede, um jemand anderem die Aufgabe in die Schuhe zu schieben.

#5 Der Verplante

Privates und Berufliches – das kollidiert manchmal eben. Beim Verplanten tut es das auffallend oft. Er hat genau auf dem Radar, welche Projekte, Termine und Tasks anstehen – und das bereits weit im Voraus. Irgendwo in seinem Schreibtisch muss sich neben dem Terminkalender auch eine Glaskugel verstecken. Woher kann er sonst wissen, wann sich Urlaubstage und Zeitausgleich am besten anbieten, um Terminen und lästigen Aufgaben gekonnt aus dem Weg zu gehen? Die langweilige Konferenzschaltung mit der Zentrale, das öde Geschäftsessen mit dem Kunden – der Verplante hat da leider schon was vor. Immer. Verblüffend.

Das kannst du tun, wenn die Arbeit eines faulen Kollegen bei dir landet

Ausgenutzt wird, wer das auch mit sich machen lässt. Dem einen Riegel vorzuschieben ist nicht immer angenehm – leiden dein Wohlbefinden oder deine eigene Produktivität aber unter faulen Kollegen, solltest du etwas dagegen unternehmen.

  • Bestandsaufnahme
    Hand aufs Herz: Wirst du wirklich von einem Kollegen ausgenutzt oder hast du es momentan nur stressig und empfindest deshalb so? Falls du wirklich denkst, dass ständig die Arbeit anderer bei dir landet und du nie etwas dafür erhältst, solltest du das über einen gewissen Zeitraum mitprotokollieren. “Beweisaufnahme” klingt vielleicht hart, aber Beweise wirst du als Argumente brauchen, wenn es an den nächsten Schritt geht:
  • Gespräch suchen
    Du bist dir sicher: Kollege B. schiebt dir ständig Arbeit zu, die er nicht machen möchte – vielleicht subtil, vielleicht auch ganz offen. Dann solltest du ihn damit direkt konfrontieren. Aber Vorsicht! Die Gründe, warum er das tut, können vielfältig sein. Nicht immer steckt böse Absicht oder Faulheit dahinter. Es könnte auch sein, dass er aufgrund persönlicher Probleme derzeit nicht so leistungsfähig ist, aber Angst hat, das vor allen zu offenbaren. Vielleicht hat er auch die Freude an seinem Job verloren, steckt in einem Motivationstief oder fühlt sich unter- oder überfordert.
  • Nein sagen
    Stellst du fest, dass Arbeit ständig bei dir landet, weil ein Teammitglied einfach keine Lust darauf hat, darf deine Hilfsbereitschaft auf Grenzen stoßen. Bleib konsequent und sag öfter einmal nein: “Tut mir leid, ich kann dir dabei nicht helfen, ich bin mit meinem Projekt diese Woche total ausgelastet.” Und wenn es gar nicht anders geht, musst du vielleicht ganz deutlich werden und Klartext reden: “Sorry, diesmal helfe ich dir nicht aus der Patsche. Hättest du deine Zeit und Energie in deine Arbeit gesteckt, wärst du damit auch fertig geworden.”

Bildnachweis: sirtravelalot/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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