Tipps für die Gehaltsverhandlung: So verdienst du mehr

Kurz vor der eigenen Gehaltsverhandlung sollte man sich so gut wie möglich vorbereitet und alle wichtigen Fragen geklärt haben. Nervosität ist an dieser Stelle normal, dennoch solltest du dir in Erinnerung rufen, dass Gehaltsverhandlungen für deinen Vorgesetzten eine alltägliche Sache sind, du kein Bittsteller bist und selbstbewusstes Auftreten schon die halbe Miete ist.

Wer vorbereitet ins Gespräch geht, wird meist belohnt

Zum positiven Ausgang deiner Gehaltsverhandlung kannst du einiges beitragen: Mit einer guten Vorbereitung hast du den wichtigsten Schritt schon getan. Denn wie eine karriere.at-Studie zeigt, gehen mehr als die Hälfte aller Gehaltsverhandlungen dann positiv aus, wenn der Arbeitnehmer gut vorbereitet ist. Weitere wichtige Faktoren sind, ob der Angestellte engagiert und hilfsbereit auftritt. Auch die Anzahl der geleisteten Überstunden – diese werden als sehr großer Arbeitseinsatz gewertet – fließt nicht selten in die Entscheidung über eine mögliche Gehaltserhöhung ein.

Ein wichtiger Faktor vorab ist, die eigenen Gehaltsmöglichkeiten realistisch einzuschätzen. Dabei können Gespräche mit Vertrauten oft sehr hilfreich sein. Wesentlich bei der Einstufung der eigenen Gehaltsmöglichkeiten sind neben der erbrachten Leistung und der Dauer der Firmenzugehörigkeit auch Alter, Aus- und Weiterbildung aber auch Berufserfahrung insgesamt.

Für Berufseinsteiger besonders interessant ist die Auszeichnung des Mindestgehalts laut Kollektivvertrag, die in Österreich verpflichtend ist. Auch wenn die angegebenen Werte – je nach Qualifikation und Erfahrung – in den meisten Fällen überboten werden, bieten sie am Karrierestart einen guten Referenzwert, welche Zahlungsbereitschaft beim Unternehmen besteht.

Eigenlob schadet nicht – zuviel davon stinkt aber!

Im Gesprächsverlauf heißt es, eine gute Leistung im Hochseilakt namens “Eigenlob” abzuliefern. Denn schließlich geht es darum, dass du dich und deine Arbeitsleistung verkaufen willst – und das zu einem höheren Preis als bisher. Fingerspitzengefühl ist hier freilich gefragt, denn zu dick auftragen solltest du nicht. An dieser Stelle muss daran erinnert werden, dass jeder ersetzbar ist. Stimmen aber Leistung und Einsatz, ist ein höheres Gehalt eine wichtige Form der Anerkennung.

Argumente vorbereiten

Auch in puncto Argumentation sollte man strategisch vorgehen: Hat man etwa drei Argumente zur Untermauerung der eigenen Gehaltsvorstellung vorbereitet, so sollte man diese nicht einfach wahllos im Gespräch fallen lassen. Geht es um die Begründung, warum man glaubt, eine Gehaltserhöhung verdient zu haben, empfiehlt es sich, mit dem zweitstärksten Argument zu beginnen. Diesem folgt dann das schwächste Argument. Als letztes schießt man dann den Hauptgrund nach. Dieser bleibt dem Gegenüber dann idealerweise im Gedächtnis.

Auch die Stimmlage kann entscheiden

Was in Verhandlungssituationen generell gilt, sollte man auch im Gehaltsgespräch besonders beherzigen: Man sollte größtmögliche Selbstsicherheit ausstrahlen, diese jedoch nicht in Selbstgefälligkeit oder gar Abgehobenheit abdriften lassen. Im Idealfall spricht man mit möglichst ruhiger, sachlicher Tonlage. Eine groß angelegte Studie der Duke University besagt beispielsweise, dass es oft einen Zusammenhang zwischen Stimmlage und Einkommen gibt.

Was tun, wenn das Gespräch scheitert?

Wie klappt es mit der Gehaltserhöhung?

Mehr Tipps und Tricks zum Thema Gehaltserhöhung findest du in unserem Artikel Gehaltserhöhung: Richtige Vorbereitung führt zu mehr Geld.

Darin erfährst du, wie man den richtigen Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung findet und welche Rolle Brutto- und Nettowerte in Verhandlungen spielen können.

Im Idealfall glückt ein Gehaltsgespräch und beide Parteien sind danach zufrieden und motivierter. Es kann jedoch auch sein, dass eine Gehaltsverhandlung schief geht oder es dem Vorgesetzten – aus wirtschaftlichen Gründen – derzeit nicht möglich ist, dem Angestellten mehr Gehalt zu geben. Diese Erfahrung ist bitter und frustrierend – das wissen all jene nur zu gut, die schon einmal in solch einer Situation waren. Um das Gesicht zu wahren, sollte man sich daher schon vorher eine gute Exit-Strategie zurechtlegen und versuchen, wenigstens noch Sachbezüge herauszuhandeln. Diese bringen nämlich für die Unternehmen steuerliche Vorteile und sind daher oft leichter durchsetzbar. Möglich sind etwa ein Laptop, Erfolgsbeteiligungen, ein Firmenwagen oder ein Zuschuss zu den Verpflegungskosten. Die Liste ist lang und rechnet man sich die Vorteile durch, erweist sich der Plan B oft als gar nicht mal so schlecht.

Keine Schnellschüsse

Auch wenn das Scheitern einer Verhandlung bitter ist – geht gar nichts, heißt es vor allem eines: einen kühlen Kopf bewahren. Dem Chef die Meinung zu sagen oder enttäuscht und auf der Stelle zu kündigen? Lieber nicht, denn damit schadest du meist nur dir selbst. Spiel die Verhandlung in Ruhe noch einmal vor deinem geistigen Auge ab, sprich mit deiner Familie über das Geschehene. Ist die Unzufriedenheit so groß, dass du an einen Jobwechsel denkst, sieh dich in Ruhe nach einer neuen Stelle um. Damit bist du übrigens nicht alleine: Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer reagieren auf diese Weise auf eine gescheiterte Gehaltsverhandlung. Ein neuer Job bietet immer neue Möglichkeiten – auch finanziell.

Foto: Peshkova / Quelle Shutterstock

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