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New work in der praxis beispiele

Wie funktioniert New Work? Erfolgreiche Praxisbeispiele

Zusammenarbeit Erstellt am: 26. April 2020 7 Min.

„New Work“ umfasst viele verschiedene Ansätze, um Arbeit so zu organisieren, wie sie für jede*n Einzelne*n am besten passt, und wird gerne mit „größtmöglicher Flexibilität“ gleichgesetzt. Wie Unternehmen das in der Praxis umsetzen, zeigen diese Erfahrungsberichte.

Flexible Arbeitszeiten, remote work oder Vertrauenskultur: New Work hat viele Seiten. So „neu“ ist das aber nicht. Der Begriff stammt aus den 1970er-Jahren und wird auf unterschiedliche Art schon seit geraumer Zeit mehr oder weniger umfassend beziehungsweise konsequent in Firmen umgesetzt.

New Work Maßnahmen in der Praxis #

Viele Ideen und Arbeitskonzepte rund um den Themenbereich „Zukunft der Arbeit“ und „New Work“ klingen spannend – richtig vorstellen kann man sich jedoch nicht, wie es ist, seinen Schreibtisch mit den Kollegen teilen zu müssen (Shared Desk), in der Arbeit schnell mal trainieren zu gehen (Office Gym) oder sich einen Tag in der Woche für Projekte abseits des Arbeitsalltags freihalten zu können (Innovationskonzepte). Begleite uns auf unseren Instawalk (mit Videoeinblicken) durch Linzer Arbeitsstätten, die jetzt schon die Zukunft der Arbeit leben:

Neues Arbeiten braucht vielfältige Rahmenbedingungen #

Wir haben einen Blick in moderne Arbeitsstätten gewagt und uns angesehen, was in Zukunft auf uns alle zukommen könnte. Gemeinsam mit Interessierten haben wir uns auf eine spannende Reise begeben:

Auf unserem Instawalk entdeckten wir:

  • Arbeitsplätze, die die Zukunft der Arbeit schon jetzt abbilden
  • New Work Konzepte (Desk Sharing, Co-Creation, Creative Spaces etc.)
  • offene Menschen, die uns Fragen rund um New Work beantworteten

Unsere Tour durch „New Work“

smec – Smarter Ecommerce < Shared Desk / Working Café / Office Gym
Wer Online Marketing sagt, muss auch smec sagen. Die Innovationstreiber des automatisierten Search Engine Advertising haben sich in der Tabakfabrik in einem fancy Büro mit modernsten Work Konzepten angesiedelt: Shared Desk, Working Café oder Fitnessraum direkt im Büro. Uns wurde Einlass gewährt in die heiligen Hallen und Einblick in die Arbeitskonzepte von morgen.

Grand Garage < Co-Creation / Makerspace / Innovation
Viele große Dinge haben in einer kleinen Garage ihren Anfang genommen – fragt mal Steve Wozniak. In der GRAND GARAGE wird gemeinsam experimentiert, getüftelt und Innovatives geschaffen = 4000 m2 Spielplatz für Erwachsene. Die Kreativ-Werkstatt in der Tabakfabrik Linz will Wissen und Skills der Zukunft barrierefrei vermitteln – an Schüler, Start ups, Unternehmen … einfach jeden, der offen für Neues ist. Schaut man dort vorbei, erwischt man die Community vielleicht gerade beim Lasern, 3D Drucken oder Schweißen.

karriere.at < NARF / GTI / Flexibilität
Neuer Job? Können wir. Neue Arbeitskonzepte? Innovative Arbeitskonzepte wie NARF oder GTI (hat nichts mit Autos zu tun) haben wir euch auf diesem Instawalk vorgestellt und wir setzen sie auch selbst bei karriere.at um: Warum bei uns im Kalender Zeit für eigene Ideen reserviert ist, wir uns auf Freitage nicht nur dem Wochenende wegen freuen und uns Flexibilität am Herzen liegt (Spagat ist kein Einstellungskriterium …).

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Neues Arbeiten bei Microsoft Wien #

Kreatives Design und modernste Technik vereint unter einem Dach und per Rutsche verbunden: 2011 wurde das Headquarter von Microsoft Österreich komplett umgestaltet, zwei Jahre später zog der IT-Riese erste Bilanz. Die Frage lautete: Ist Österreich bereit für modernes, flexibles Arbeiten? Denn wir Österreicher sind – was unseren Arbeitsplatz betrifft – nicht das größte Wandervolk.

Arbeiten, wann und wo man will

Die Theorie des flexiblen Arbeitens: Arbeiten, wann und wo man will. „Fünf Prozent der Mitarbeiter*innen haben einen fixen Arbeitsplatz, allen anderen steht es frei, wo sie arbeiten möchten“, berichtet Klenkhart. Jeder Mitarbeiter hat einen Spind für persönliche Sachen, die Arbeitsplätze sollen am Ende eines Arbeitstages wieder leer hinterlassen werden. Damit das funktioniert, wird jede*r Mitarbeitende wird mit Smartphone, Laptop bzw. Tablet sowie Headset ausgestattet und kann so von überall aus arbeiten. Da jedes Meeting parallel auch als Online-Meeting aufgesetzt wird, ist die Anwesenheit im Office selbst zum Teil Luxus.

Freie Sitzplatzwahl wird nicht von allen genützt

Mehr als 60 Meetingräume, die thematisch von „Garden“ über „Bar“ bis hin zu „Space Port“ reichen, stehen den Mitarbeitern ebenso zur Verfügung, wie zahlreiche offene Arbeitsplätze oder Telefonboxen. Zwei Jahre nach Start des Vorzeigeprojekts ließen sich bereits Trends des neuen Arbeitens erkennen. Manche Mitarbeiter nutzen die neue Flexibilität täglich, in einigen Abteilungen haben sich jedoch gewisse Sitzordnungen bewährt.

Mitarbeiter sind stolz auf „ihr“ Gebäude

Das neue Office ist jedoch mehr als bloß die freie Arbeitsplatzwahl. Die offenen Arbeitsplätze, moderne Meetingräume sowie Kommunikationskultur sind die Eckpfeiler des Microsoft-Headquarters. Die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Gebäude ist groß, viele waren auch an der Planung beteiligt. Ziel des Projekts ist und war, dem Trend des neuen Arbeitens gerecht zu werden und als Arbeitgeber erfolgreich und attraktiv zu sein. Dies scheint gelungen, denkt man etwa an die Arbeitgeberattraktivität für heimische Student*innen. In Zusammenarbeit mit der FH Krems wurden die ersten zwei Jahre nun analysiert – hier die wichtigsten Ergebnisse:

Die Nachteile:

  1. Verluste in der Erreichbarkeit: „Als negativ werten wir, dass das Gefühl der Erreichbarkeit zurückgegangen ist. Als Reaktion darauf bieten wir Schulungen zur Nutzung von Microsoft Lync sowie der sozialen Netzwerke für Autausch und Fragen an“, so Klenkhart. So kann man, ist ein Kollege oder der Chef nicht mehr erreichbar, eventuell von anderer Seite rasch eine Antwort bekommen.
  2. Zu viel Transparenz: Die eingesetzten Glaswände wurden als große Ablenkung empfunden, nachträglich installierte Leinwände schafften Abhilfe. Generell kam das Feedback, dass die Transparenz auch zu viel sein kann und sich die Mitarbeiter Rückzugsmöglichkeiten im Office wünschen.

Die Vorteile:

  1. Weniger E-Mails: Die E-Mail-Flut konnte in den ersten beiden Jahren um 19 Prozent reduziert werden. Durch neue Strukturen gibt es 22 Prozent weniger Attachments.
  2. Schneller erreichbar: Durch Instant Messaging erreichen sich die Mitarbeiter schneller. Die Festnetzkosten konnten hingegen um neun Prozent gesenkt werden.
  3. Hohe Mitarbeiterzufriedenheit: Die Mitarbeiterzufriedenheit ist hoch, liegt aktuell bei 8,4 (auf einer zehnstufigen Skala). Weiters sind 96 Prozent der Mitarbeiter stolz auf die Vorreiterrolle ihres Arbeitgebers bei Thema „New World of Work“.
  4. Produktivität steigt: Die allgemeine Produktivität ist um 3,5 Prozent gestiegen, beim Home Office wird ein Plus von 2,5 Prozent verzeichnet.
  5. Flexibilität als Gewinn: Für 82 Prozent der Mitarbeiter ist die neue Flexibilität ein Gewinn.
  6. Mehr Spaß und Kreativität bei der Arbeit haben 76 Prozent der Microsoft-Crew.
  7. Umweltfaktor: Die Betriebs- und Mietkosten wurden um 12 Prozent reduziert, beim Strom wurde acht Prozent eingespart.
  8. Zeitersparnis: Die Mitarbeiter pendeln im Schnitt 50 Stunden weniger pro Jahr.

Office Spaces: Designschmiede KISKA zieht Sportfans an #

Gegründet als Ein-Mann-Unternehmen zählt KISKA heute zu den größten Designunternehmen Europas. Mehr als 110 Mitarbeiter aus über 20 Nationen sind auf 5.500 qm für die Designlösungen namhafter Kunden verantwortlich. Was die Besten der Besten an genau diesen Fleck Erde zieht, wird beim Besuch vor Ort schnell klar. Einen Einblick in das Office bietet die Fotogalerie:

Open-Door-Policy an jedem Tag

Schon der erste Blick auf die Fenster des 2009 errichteten Firmengebäudes lässt erahnen, was das Besondere an der Lage ist: die Berge. Die großzügige Eingangshalle ist zugleich einer der drei Showrooms. Vorbei an Bikes und X-Bow (KTM ist KISKA-Kunde) geht es direkt in das Büro von Unternehmensgründer und Mastermind Gerald Kiska. Die Türen stehen offen – Open-Door-Policy ist Programm.

Selbstorganisation im Großraumbüro

Die Mitarbeiter arbeiten in einem Großraumbüro und organisieren sich immer so, wie es thematisch gerade gut passt. Geht man durch die Projekträume, heißt es meist „Hello“ statt „Hallo“. Unternehmenssprache bei KISKA ist Englisch. Kein Wunder, dass da schnell einmal Island, Kanada und Frankreich für ein Projekt zusammenstehen. Nach Salzburg lockt die Mitarbeiter neben der Arbeit vor allem eines: die Natur. In der Mittagspause können die Mitarbeitenden snowboarden, skifahren, biken oder laufen, das beweist der gut gefüllte Sport- und Skikeller.

Selbstbestimmtes Arbeiten bei dm Drogeriemarkt #

Als Arbeitgeber neue Wege beschreiten und Dinge wagen, die sich andere oft noch nicht trauen. dm Drogeriemarkt ist eines der Pionierunternehmen, das neue Organisations- und Arbeitsformen bereits aktiv im Unternehmen erprobt und bei Erfolg implementiert.

Neue Wege: mit-gestalten statt mit-arbeiten

Das Motto lautet „Freiheit mit Verantwortung“. Die Mitarbeiter*innen bekommen so viel Freiraum, dass sie eigenverantwortlich handeln und entscheiden können. Aufgabe der Führenden ist es, für die richtigen Rahmenbedingungen zu sorgen und die Mitarbeitenden nach ihrem individuellen Bedarf zu unterstützen. Flache Hierarchien, agile Zusammenarbeitsformen und Führende, die sich nicht als „Chef“, sondern als Begleiter und Coach betrachten, sind Voraussetzungen dafür.

„Wir suchen nie den besten Mitarbeiter, immer nur den richtigen.“

Zudem sollen Mitarbeiter*innen auch Verantwortung für das Ganze übernehmen, über ihren eigenen Arbeitsbereich, ihre Filiale oder Abteilung hinaussehen, um die Organisation zu verstehen und den eigenen Beitrag für das Ganze erkennen zu können. Die Mitarbeit in Projekten ist hierfür eine gute Möglichkeit. Ein Erfolgsfaktor ist, dass die Mitarbeiter die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit sehen können. Sie gibt dem einzelnen die Orientierung, um verantwortungsvoll im Sinne des Ganzen initiativ werden zu können.

Damit das funktioniert, braucht es Menschen mit der richtigen Grundhaltung. Diese Form von Zusammenarbeit braucht Menschen, die nicht nur mit-arbeiten sondern mit-gestalten wollen, die eigeninitiativ sind, Verantwortung übernehmen wollen und lösungsorientiert agieren. Die Bereitschaft, vom Kunden aus zu denken, ist dazu ebenso wichtig wie sich der Rolle als Repräsentant*in des Unternehmens nach außen bewusst zu sein. Bei dm heißt es deshalb: „Wir suchen nie den besten Mitarbeiter, immer nur den richtigen.“

Selbstorganisation im Einzelhandel – Hindernissen und Herausforderungen

Es scheint einfacher, wenn viele Mitarbeiter an einem Ort arbeiten – das trifft bei dm aber nur auf die Zentrale und das Verteilzentrum zu. Die Filialnetzstruktur wird als große Herausforderung angesehen, die sich aber folgendermaßen lösen lässt:

Filialen in einem Gebiet können sich selbst organisieren, wenn ihr Gebietsmanager für einige Zeit ausfällt (beispielsweise aufgrund eines Sabbaticals, wegen Eltern- oder Bildungskarenz). Filialbesuche, die sonst vom Gebietsmanager durchgeführt werden, werden gegenseitig geleistet: Die Filialleiter besuchen sich, machen Wahrnehmungen und geben sich Rückmeldung. Besprechungen werden selbst organsiert. Es kristallisieren sich Spezialisten im Gebiet heraus, die dann Ansprechpartner bei fachlichen Problemen sind – das Gebiet ist selbstorganisiert und selbstgeführt.

New Work in der Praxis – Teil 1: Transparenz im Unternehmen

Erstellt am: 21. März 2019 10 Min.

In unserer neuen Serie „New Work in der Praxis“ präsentieren wir Unternehmen, die neue Arbeitskonzepte bereits im Alltag etabliert haben. In der ersten Folge erklären zwei IT-Firmen, wie sie absolute Transparenz schaffen und was sie unter „New Work“ verstehen.


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