Interview zum Jahreswechsel: Woher kommt der Wunsch nach einem Neubeginn?

von in Arbeitsleben, Bewerbung, Jobsuche am Donnerstag, 19. Dezember 2013 um 11:25

Das Jahr 2013 neigt sich dem Ende zu und mit dem bevorstehenden Jahreswechsel wächst bei vielen Menschen der Wunsch nach einem Neubeginn. Der Jänner ist nicht umsonst einer der stärksten Monate für die Jobsuche. Woher dieser Wunsch kommt und wie man diese Energie für sich nutzen kann, erklärt Arbeitspsychologin Daniela Reiter im Interview.

 „Was, schon wieder ein Jahr um?“

Mit Neujahr bzw. nach den Weihnachtsferien sind viele Menschen in der Stimmung für einen Neubeginn – worauf ist dies zurückzuführen?

Daniela_ReiterDaniela Reiter: Alles was nach Außen als Neubeginn deklariert wird gibt uns auch innerlich den Schwung: Neujahr, der Frühling, aber für viele auch der Herbst, da wir ihn noch aus Schulzeiten als Beginn des neuen Semesters verinnerlicht haben. Zu Silvester ist es verstärkt dadurch dass wir den Winter schon gerne abschließen möchten und dem Frühling zustreben. Wir werden an unsere Endlichkeit erinnert: Was, schon wieder ein Jahr um? Fühlt es sich verschwendet an? Oder genau richtig?

Wie kann man diese Energie bzw. den frischen Schwung für sich nutzen? Zum Beispiel auch für die Arbeit?

Daniela Reiter: Wenn wir merken, dass wir nicht ganz zufrieden sind damit wie unser Leben gerade läuft, tut es gut eine kleine Auszeit zu nehmen: Einen Schritt zurück treten, heraus aus dem (Arbeits-)Alltag und eine Bestandsaufnahme machen. Schauen, was gut läuft, womit wir zufrieden sind und was wir beibehalten wollen, aber auch was verändert gehört, verbessert werden kann. Das Ziel neu ins Visier nehmen, gleichermaßen den Bogen spannen – und dann auch loslassen! Den nächsten konkreten Schritt tun, nach Möglichkeit spielerisch, mit Leichtigkeit.

„Tägliche Viertelstunde für mehr Lebensbalance“

balanceHaben Sie Tipps, wie man auch ohne Neujahr eine Bestandsaufnahme seines Lebens machen kann? Raten Sie dazu und falls ja, wie häufig?

Daniela Reiter: Ja, auf alle Fälle! Regelmäßige Fixtermine helfen dabei, sich selber nicht aus den Augen zu verlieren. Je seltener desto länger, je öfter desto weniger Zeit ist dafür notwendig. Ich habe dafür „Die tägliche Viertelstunde für mehr Lebensbalance“ ersonnen – zu finden gibt es die in meinem Blog. Ich werde auch nicht müde zu betonen: Das Beste was Sie für andere tun können ist es, gut auf sich selber zu schauen!

Tipp: Sich Zeugen für neue Pläne suchen

Neues Jahr, neues Glück? Meistens bleibt jedoch alles beim Alten und es liegt an einem selbst, Dinge zu ändern. Wie kann man mit dieser Tatsache/Enttäuschung umgehen?

Neujahrsvorsatz_AnstossenDaniela Reiter: Wenn ich mir bewusst mache, dass ich es selber in der Hand habe, dass ich bestimme, ob ich tatsächlich etwas ändern möchte oder gleich weiter mache wie bisher, dann stärkt mich das. Es liegt immer an einer oder einem selbst. Wir können unser Verhalten oder unsere Sichtweise ändern und dabei auch auf die Verhältnisse, die äußeren Umstände einwirken. Niemand muss aber alleine sein auf dem Weg zu einem besseren Leben: Ich empfehle, sich Unterstützung zu holen, privat oder in Form von Coaching oder Supervision.
Das kann auch der Vorteil sein von Neujahrsvorsätzen: Zu Silvester habe ich ZeugInnen für mein Vorhaben – die mich idealerweise unterstützen bei der Umsetzung meiner Pläne.

Bildnachweis: DieReiter, De Viso / Quelle Shutterstock, Creativa / Quelle Shutterstock, Pressmaster / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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