Sabbatical – so plant man eine erfolgreiche Auszeit

von in Arbeitsleben am Freitag, 25. März 2011 um 10:41

Eine Weltreise machen. Dem eigenen Kind beim Aufwachsen zusehen. Endlich den lange geschobenen Studienabschluss nachholen. Alles Dinge, von denen viele Menschen träumen. Wäre da nur nicht der eigene Job, der täglich Höchstleistungen abverlangt. Was tun? Eine berufliche Pause einlegen. Sabbatical genannt.

In Deutschland wünschen sich 35 Prozent der Arbeitnehmer eine berufliche Auszeit. Diese wird allerdings nur von etwa vier Prozent auch tatsächlich realisiert. Aus Angst vor beruflichen Nachteilen schrecken viele vor der beruflichen Pause zurück.

Das Sabbatical ist ein aus den USA stammendes Arbeitszeitmodell. Unter der auch als Sabbatjahr bezeichneten berufliche Auszeit, verbirgt sich ein bezahlter Langzeiturlaub, bei aufrechtem Dienstverhältnis. Diese Freistellung wird über Langzeitkonten, auf denen Überstunden, Urlaub und Gehalt angespart werden, erreicht. Allerdings ist das Sabbatical eine hierzulande wenig genutzte Möglichkeit, um die eigenen Batterien wieder aufzuladen. Das liegt wohl einerseits an der geringeren Flexibilität der hiesigen Arbeitszeitmodelle und andererseits am fehlenden Bewusstsein der Arbeitnehmer.

So plant man ein Sabbatical

Wer es auf eine Auszeit anlegt und eine tiefe Unzufriedenheit gegenüber seinem Arbeitgeber hegt, kann zur radikalsten Möglichkeit greifen und kündigen. Anschließend geht es – ohne Bezüge – in die berufliche Auszeit. Das ist allerdings kein Sabbatical im engeren Sinne und für die schmale Geldbörse auch wenig geeignet.

Wer ernsthaft mit dem Sabbatical-Gedanken spielt, sollte mit seinem Arbeitgeber darüber sprechen. Wenn der Arbeitgeber einwilligt, kann über die erwähnten Langzeitkonten eine befristete Freistellung erreicht werden. Dafür ist allerdings eine langfristige Planung notwendig, da die benötigten Zeit- und Geldwerte ja erst angespart werden müssen. Zusätzlich ist im Unternehmen für eine qualifizierte Vertretung zu sorgen.

Aufgrund nicht vorhandener gesetzlicher Grundlagen in der Privatwirtschaft, werden rund 90 Prozent aller Sabbatcials nach persönlicher Vereinbarung gewährt. Einfacher geht das für öffentlich Bedienstete. Dort gibt es die Möglichkeit eines Freijahres, wenn keine Gründe dagegen sprechen und der Dienstnehmer bereits eine bestimmte Zeit im öffentlichen Dienst gearbeitet hat (z.B. 5 Jahre im Bundesdienst). Innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren erhält der Dienstnehmer 80% seines normalerweise üblichen Monatsgehaltes. Eines dieser fünf Jahre kann dann als Freijahr in Anspruch genommen werden.

Vorteile für Unternehmen und Arbeitnehmer

Stichwort Fachkräftemangel. Aus Sicht von Unternehmen kann es teurer sein, einen neuen Mitarbeiter zu rekrutieren und einzuschulen, als einem bestehenden Mitarbeiter ein Sabbatical zu ermöglichen. Mitarbeiter, denen Flexibilität in ihrer Arbeitszeitgestaltung signalisiert wird, sind zudem motiviert und fühlen sich wohl.

Stichwort Work-Life-Balance. Freizeit hat für viele Menschen einen hohen Wert. Wer zwar gut verdient, aber keine Zeit hat, sich seine Träume zu erfüllen, wird auf Dauer frustriert. Motivation und Arbeitskraft sind speziell dann gewährleistet, wenn die hohe Arbeitsbelastung – zum Beispiel in Form eines Sabbaticals – kompensiert wird.

David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

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