Gehaltsentwicklung: Das sind die Spitzenverdiener und die Verlierer

von in Gehalt am Freitag, 29. Juli 2016 um 10:24

Verglichen mit den Vorjahren verdienen Arbeitnehmer in Österreich immer weniger. Dass die Löhne sinken geht aus einer aktuellen Untersuchung der Statistik Austria hervor. Wie immer gibt es auch hier Gewinner oder Verlierer, die bei dieser Entwicklung besonders gut bzw. schlecht aussteigen.

In der Privatwirtschaft verdienten unselbstständig Beschäftigte 2014 im Mittel 13,87 Euro brutto pro Stunde (Medianwert). Verglichen mit dem Wert aus 2010 stiegen die Verdienste zwar durchschnittlich um 2,1 Prozent jährlich, inflationsbereinigt gingen die Bruttostundenverdienste real aber zurück – um 1,1 Prozent bzw. 0,3 Prozent jährlich. Die Verdienststrukturerhebung wird durch die Statistik Austria jeweils im Abstand von vier Jahren durchgeführt und untersucht die Entwicklung der Löhne in Österreich. Verglichen werden die Bruttostundenverdienste unselbstständig Beschäftigter, gemessen am Median.

Verdienstunterschiede: Gewinner und Verlierer

  • Mit den niedrigsten Verdiensten steigen Arbeitnehmer der Sparte „Beherbergung und Gastronomie“ aus. Sie erhalten 8,67 brutto pro Stunde – vor Trinkgeldern.
  • Am höchsten waren die Bruttogehälter 2014 in der Energieversorgung (22,60 Euro), Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (20,40 Euro) sowie Information und Kommunikation (19,37 Euro).
  • Analysiert man die Gehälter nach Berufsgruppen, liegen Führungskräfte natürlich an der Spitze. Sie verdienen 29,24 Euro pro Stunde. Auf Platz Zwei folgen Arbeitnehmer in akademischen Berufen mit 20,22 Euro und technische Fachkräfte bzw. Beschäftigte in gleichrangigen, nichttechnischen Berufen mit 17,12 Euro. Auf den letzen beiden Plätzen: Verkäufer und Personen in Dienstleistungsberufen (10,69 Euro) sowie Hilfskräfte (9,91 Euro).

Bessere Ausbildung bringt mehr Geld

Bildung macht sich übrigens bezahlt: Wer nur einen Pflichtschulabschluss vorweisen kann, verdient pro Stunde 11,60 Euro brutto. Nach Absolvierung einer berufsbildenden mittleren Schule oder der Meisterprüfung steigt das Gehalt auf 17,05 Euro. Akademiker bekommen 23,66 Euro Bruttostundenlohn.

Gender Pay Gap: Die Lücke schließt sich nur langsam

Keine Überraschung: Die Bruttostundenverdienste der Frauen lagen 19 Prozent unter denen der Männer – in allen untersuchten Branchen. 12,23 Euro erhalten Arbeitnehmerinnen pro Stunde, Männer liegen bei 15,09 Euro. Ein leichter Rückgang des Gender Pay Gaps zeichnet sich jedoch ab. 2010 betrug der Unterschied noch 21,1 Prozent. Die größten Gehaltsunterschiede müssen Frauen ab 30 Jahren hinnehmen. Mit zunehmenden Alter steigen die Gehälter zwar, Frauen hinken den Männern finanziell aber weiterhin hinterher.

Treue zu einem Arbeitgeber wird finanziell belohnt

Einen Faktor gibt es, der die Gehälter steigen lässt: lange Zugehörigkeit zum Unternehmen. Vergleicht man Jobeinsteiger, die weniger als ein Jahr bei einem Unternehmen arbeiten, mit langgedienten Mitarbeitern, zeigt sich folgendes Bild: Wer zwischen 10 und 19 Jahren im Betrieb gearbeitet hat, verdient um 45 Prozent mehr. Beschäftigte mit mehr als 30 Jahren Betriebszugehörigkeit bekommen fast das Doppelte. Ein schwacher Trost – ist es doch in der Praxis kaum mehr üblich, so lange für ein einziges Unternehmen zu arbeiten.

Bildnachweis: Vladyslav Starozhylov / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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