Work, Work, Work – Arbeiten wo, wie, wann und wie viel es einem gefällt!

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 13. Juli 2016 um 10:37

Frühaufsteher, Langschläfer, Nachmittag-Produktive, Kaffeehaus-Ideensammler, Outdoor-Einfallsreiche, Abend-Kreative, Handschriftnotiz-Profis, Digital-Mittipper, Mit- oder ohne-Musik-im-Ohr-Worker, Koffein-Süchtige, Büroküchen-extrem-User, Ideen-laut-vor-sich-hin-Ausbrüter, Nachmittagsschläfchen-Kollegen, Mittagspausen-Sportler… Der erste Gastbeitrag von TEDxVienna für unseren karriere.blog widmet sich drei ganz individuellen Arbeitsmodellen.

Ein Gastbeitrag von Elisabeth Kling.

Weitere Artikel zum Thema

Unsere Arbeitsgewohnheiten sind so individuell wie unsere Fingerabdrücke. Der Wunsch nach einem möglichst flexiblen Arbeitsumfeld steht bei den meisten ganz oben auf der Prioritätenliste im Hinblick auf Auswahlkriterien für einen Job. Da viele Firmen dem Wunsch nach mehr Flexibilität nachkommen und die Anzahl an Selbstständigen gerade im kreativen Bereich ansteigt, haben immer mehr Menschen heute auch die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz, das Umfeld und auch die Zeiteinteilung genau so zu gestalten, wie sie meinen am glücklichsten, am kreativsten und vor allem auch am produktivsten zu sein.

Wie es sich heute im kreativem Bereich so arbeitet und wie es dort mit Arbeitsgewohnheiten und Präferenzen aussieht? Wir haben drei junge Kreative befragt:

Axel

AxelGründer und Geschäftsführer der ersten Virtual Reality Produktionsfirma in Österreich VRisch
Arbeitsstunden pro Woche: ca. 50
Tech Check: Schenker Laptop, iPhone 6 mit Figment Cover, Gear VR, Oculus Rift
Was tust Du morgens in der Arbeit als erstes: den Tag planen
Was darf auf dem Schreibtisch nie fehlen: Notizblock zum Ideensammeln
Wie entspannen: Raus aus der Stadt, ganz abschalten und eine neue Perspektive einnehmen.

Julia

JuliaFreiberufliche Autorin und Digital Marketing Consultant
Arbeitsstunden pro Woche:  > 40
Tech Check: MacBook Pro, Nexus 6P, Notizbuch aus Papier
Was tust Du morgens in der Arbeit als erstes: ich schreibe an meinen Romanen und Kurzgeschichten
Was darf auf dem Schreibtisch nie fehlen: Eine Tasse Tee oder ein Glas Wasser
Wie entspannen: Pausen ernst nehmen und währenddessen am besten keine E-Mails und andere Arbeitsnachrichten lesen, sondern etwas komplett anderes machen

Lilo

LiloFreiberuflicher Illustrator, Grafikdesigner & Off-Space Betreiber von adhocPAD
Arbeitsstunden pro Woche: projektabhängig, zwischen 0 und 100
Tech Check: Mac Book, iPhone, GoPro Hero4, Sketchbook und Bleistift, iPad pro plus Pencil, Nikon D300
Was tust Du morgens in der Arbeit als erstes: ganz unterschiedlich
Was darf auf dem Schreibtisch nie fehlen: Grafiktablett, externe Festplatte und Schmierzettel, riesige Art-Toy-Sammlung
Wie entspannen: Skateboarding ist meine Ablenkung. Das führt dazu, dass ich entweder voll ausgeglichen in Projekte gehe oder mich so ablenken lasse, dass ich dann umso mehr Arbeit generiere.

Feste Bürozeiten und/oder flexible Arbeitszeit – was bevorzugt ihr?

Axel: Wir haben eine Kernzeit zwischen 11 und 17 Uhr. Flexible Arbeitszeiten genieße ich jedoch mehr, weil ich in der Zeit auch flexibler und kreativer denken kann. Zu fixen Arbeitszeiten bin ich allerdings produktiver. Je nachdem, was gerade zu tun ist, bevorzuge ich das eine oder das andere.

Julia: Flexibilität hilft definitiv, besonders, wenn man mehrere Kunden gleichzeitig betreut oder Events zum Job dazugehören. Trotzdem habe ich auch relativ fixe Bürozeiten. Wenn ich zu Hause arbeite, besteht gerade da die Gefahr, sich zu sehr in die Arbeit zu vertiefen.

Lilo: Feste Bürozeiten würden bei mir nie funktionieren, da meine Projekte so unterschiedlich sind. Manche ziehen sich über Monate (künstlerische sogar über Jahre), andere sind adhoc und müssen innerhalb kürzester Zeit fertig werden.

Von wo aus arbeitest du am liebsten/am  besten? Hast du die Möglichkeit, von zu Hause aus oder von überall zu arbeiten?

Axel: Ich bevorzuge es, im Büro zu arbeiten. Eine klare Trennung zwischen Arbeit und Privatleben finde ich sehr wichtig. Außerdem hätte unser Equipment auch gar keinen Platz mehr zu Hause.

 Julia: Im Moment arbeite ich hauptsächlich zu Hause. Aber ich arbeite auch besonders gerne unterwegs, zum Beispiel im Zug.

Lilo: Mit dem adhocPAD in Wien habe ich mir eine persönliche Spielwiese geschaffen und habe alles unter einem Dach. Das war lange so geplant und ist gut strukturiert. Ein Platz für meine Familie mit Rückzugsmöglichkeiten, Garten und Skateboard-Rampe. Gleichzeitig sind aber auch viele andere Kreative eingemietet und nutzen die Infrastruktur … ein guter Mix, den ich nicht missen möchte!

Nimmst Du Arbeit mit nach Hause?

Axel: Normalerweise nicht. Ab und zu beantworte ich Mails von zu Hause oder telefoniere.

Julia: Unvermeidlich, wenn man von zu Hause aus arbeitet. Deswegen ist es auch besonders wichtig, Abstand vom Job nehmen zu können.

Lilo: Und umgekehrt

Work-Life-Blending: Die Grenzen zwischen Arbeit & Freizeit verschwimmen immer mehr. Wird so bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit möglich oder gefährdet dies die Work-Life-Balance?

Axel: Aus meiner Sicht gefährdet das die Work-Life-Balance. Unser Unternehmen ist noch sehr jung und viele Sachen sind so schnell wie möglich zu erledigen. Wenn man da keine klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben macht, kommen scheinbar weniger dringende Dinge wie z.B. die Urlaubsplanung schnell unter die Räder.

Julia: Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, klare Grenzen zwischen Work und Play zu ziehen. Nur wenn man durch diese Abgrenzung Distanz zur Arbeit gewinnt, kann man danach mit neuer Energie und einem frischen Auge weitermachen.

Lilo: Meine Projekte und meine Arbeit sind seit mehreren Jahren so gewählt, dass eine gewisse Work-Life-Integration entsteht, da ist tatsächlich oft kaum zu erkennen, was Arbeit ist und was nicht. Das hat auch damit zu tun, dass meine Eigenprojekte wichtiger Bestandteil meines Lebens sind, da sind Familie, Snowboarding, Skateboarding, Streetart und Ähnliches nicht wegzudenken.

Wie man den Antworten der drei kreativen Köpfe entnehmen kann, sind die Anforderungen an den jeweiligen Arbeitsplatz doch eher unterschiedlich und auch was Ansichten zum Thema Work-Life-Balance betrifft, hat jeder so seine individuellen Vorstellungen und vor allem auch unterschiedliche Bedürfnisse. Für den einen ist es wichtig, sich abgrenzen zu können, der andere wird durch die Mischung aus Arbeit und Privatleben inspiriert und genießt es, beides zusammenführen zu können. Interessant ist auch, dass trotz aller technischer Geräte, die fix zu unserem Leben gehören, beim Ideensammeln Stift und Papier immer noch zu den Lieblingswerkzeugen zählen.

Alle drei haben angegeben, viel zu arbeiten, aber auch weil ihnen ihre Tätigkeit Freude macht. In einer aktuellen Studie wollen australische Forscher jedoch gerade herausgefunden haben, dass zu viel Arbeit weniger aufmerksam und auch weniger kreativ macht. Laut den Ergebnissen wäre eine 3-Tage-Arbeitswoche ideal.

Aber, egal wie, wo oder wieviel ihr arbeitet, happy working everyone: https://vimeo.com/160808212

Zur Autorin: Elisabeth Kling

Elisabeth KlingElisabeth Kling schreibt Blogbeiträge für diverse Websites und Onlinemedien und arbeitet im PR- und Kommunikationsbereich. Bei TEDxVienna bloggt sie und ist außerdemTeil des Kommunikationsteams. Privat ist das Reisen ihre große Leidenschaft.

 

Redaktion

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren