Bewerbung: Stimmt gar nicht! 8 Mythen und Halbwahrheiten im Check

von in Bewerbung, Jobsuche am Montag, 15. Februar 2016 um 20:31

Die Jobsuche ist manchmal kein Zuckerschlecken, schnell investiert man Unmengen an Zeit und Energie in den Bewerbungsprozess. Damit die ganze Mühe nicht umsonst ist, zeigen wir euch heute, worauf es beim Bewerben wirklich ankommt. Acht Bewerbungsmythen und Halbwahrheiten rund um die Jobsuche im Check:

An die Bewerbungen, fertig, los!

Für die karriere.at-User wird 2016 das Jahr der Jobsuche. Wir wollten im Rahmen unserer Online-Umfrage wissen, ob in diesem Jahr ein Jobwechsel für sie in Frage kommt. Fast die Hälfte möchte bei der nächsten Gelegenheit ihren Job wechseln, 27 Prozent haben es nicht ganz so eilig. Auf die passive Jobsuche setzen 16 Prozent – sie suchen zwar nicht aktiv, sind für Jobangebote aber offen. Nur acht Prozent möchten ihre derzeitige Stelle behalten.

Pläne für den Jobwechsel 2016

Bewerbungsmythen auf dem Prüfstand

Damit eure Jobsuche heuer erfolgreich verläuft, nehmen wir acht Bewerbungsmythen unter die Lupe. Was ist dran am einseitigen Lebenslauf und sind Initiativbewertungen wirklich sinnlos?

Mythos #1: Social Media ist Privatsache

Was man in sozialen Medien preisgibt, ist oft nicht so privat, wie man denkt. Auf Jobsuche können unprofessionelle Inhalte verhängnisvoll sein. Beinahe jeder zweite HR-Manager macht sich online auf die Suche nach Informationen zu Bewerbern. Im besten Fall findet er dabei ein aktuelles Profil in Business-Netzwerken, im schlimmsten Fall unpassende Inhalte: Bilder exzessiver Partys, radikale Ansichten, Hasspostings. Was Personalisten übrigens auch checken, ist, ob die Angaben im Lebenslauf mit den Infos in Online-Profilen übereinstimmen. Höchste Zeit, euch um eure Online Reputation zu kümmern: Privatsphäreeinstellungen checken, überprüfen, was andere über euch posten und für ein stimmiges Online-Bild sorgen. Es ist allerdings nicht notwendig, sämtliche private Inhalte zu löschen – Partybild ist nicht gleich Partybild! Wie ihr Inhalte über euch am besten aufpspürt und euren Online-Ruf ins Reine bringt, verraten wir euch in diesem Blogbeitrag.

Mythos #2: Nur mit super Anschreiben hat man überhaupt eine Chance

Ja, ein Bewerbungsschreiben sollte möglichst individuell und fehlerfrei formuliert sein. Aber: Wirklich interessant wird es für Personalisten erst mit der Lektüre eures Lebenslaufes. Manche HR-Manager geben sogar offen zu: Anschreiben? Das lese ich eigentlich gar nicht. Der CV ist die Leistungsschau eurer beruflichen Stationen, Leistungen und Qualifikationen. Das Anschreiben muss im Großen und Ganzen sitzen, sollte möglichst keine Tippfehler aufweisen und glänzt im besten Fall noch mit knackigen Formulierungen – beim Lebenslauf könnt und müsst ihr aber wirklich zeigen, was ihr drauf habt. Passen eure Qualifikationen zur offenen Stelle, wird euch ein langweiliges Standardanschreiben sicher nicht die Einladung zum Jobinterview verbauen.

Mythos #3: Der Lebenslauf darf nicht länger als eine A4-Seite sein

Das gilt bestenfalls für Berufseinsteiger, die in ihrem Lebenslauf noch nicht sehr viele schulische oder berufliche Stationen unterbringen müssen. Nach einigen Jahren Berufserfahrung passen alle Jobs und erworbenen Qualifikationen kaum mehr auf eine Seite. Zwei Seiten Lebenslauf gibt es in der Praxis häufig, mit viel Berufserfahrung sind auch drei Seiten CV durchaus möglich..

Mythos #4: Je mehr Bewerbungen, desto besser!

„Ich verschicke wöchentlich rund 50 Bewerbungen und es tut sich einfach nichts.“ Viele Bewerbungen – bessere Chancen? Das stimmt nur bedingt. Ab einer gewissen Anzahl an Bewerbungen ist es kaum mehr möglich, jedes Schreiben zu individualisieren und der ausgeschriebenen Stelle und dem Arbeitgeber anzupassen. Kein Personalist erhält gerne eine Bewerbung, die offensichtlich an jeden beliebigen Arbeitgeber verschickt wird. Unterlagen, aus denen auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass sich der Absender weder mit dem vakanten Job noch dem Unternehmen auseinander gesetzt hat. Persönliche Anrede, der Hinweis auf das Stelleninserat, individuelle Einleitung? Fehlanzeige. Wöchentlich drei, vier oder fünf wirklich gute Bewerbungen zu verschicken macht mehr Sinn als ein offensichtliches Standardschreiben an möglichst viele Unternehmen zu schicken.

Mythos #5: Einen Job findet nur, wer aktiv sucht

Aktive Bewerbungen sind nur ein Weg zum neuen Job. Ihr könnt euch von Unternehmen und Personalisten auch finden lassen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man sichtbar ist und auch gefunden wird.

  • Online stehen euch Bewerberdatenbanken zur Verfügung, in denen Arbeitgeber ganz gezielt nach Mitarbeitern suchen. Daneben gibt es noch eine ganze Palette an Social Media-Kanälen: Business-Netzwerke sind bereits auf berufliche Nutzung ausgelegt, für Personal Branding kann man aber auch Facebook, Twitter, Instagram, YouTube oder Professional Blogs nutzen. Wo man sich als Experte in seinem Gebiet präsentiert, hängt vom jeweiligen Fachgebiet ab.

Mythos #6: Ein Netzwerk ist für die Jobsuche nicht mehr relevant

Was online funktioniert, ist natürlich auch offline möglich. Ein gutes Netzwerk kann euch bei der Jobsuche enorm weiterhelfen! Auf persönlicher Ebene funktioniert die passive Jobsuche über ein Netzwerk an Personen, die euch vertrauen und ihren Kontakten als möglichen Mitarbeiter weiterempfehlen. Steckt ihr schon mitten im Bewerbungsprozess, kann es auch passieren, dass die HR-Abteilung Referenzen zu euch einholt und Personen kontaktiert, die euch beruflich kennen oder mit euch bereits einmal gearbeitet haben. Ob und wie ein Netzwerk auf dem Weg zum neuen Job helfen kann, hängt aber stark von Branche und Position ab.

Mythos #7: Man muss alle Anforderungen erfüllen, die im Jobinserat stehen

Dieser Bewerbungsmythos ereilt oft jene, die eher bescheiden durch’s Leben gehen. Für eine Stelle bewerben, bei der man nicht einmal alle Voraussetzungen erfüllt? Klar! Das Stelleninserat ist das Wunschkonzert des Arbeitgebers. Einige Anforderungen muss man zwingend erfüllen, andere sind „nice to have“. Werden Führerschein und ein eigener PKW oder eine Fremdsprache für Auslandskorrespondenz vorausgesetzt, lässt sich das vermutlich nicht wegverhandeln. Ihr könnt aber trotzdem gute Karten haben, wenn z.B. ein abgeschlossenes Studium gefordert wird und ihr trotz fehlendem Diplom in eurem Gebiet einfach top seid. Um es dann bis zum Jobinterview zu schaffen, muss bereits aus der Bewerbung klar hervorgehen, warum ihr trotz fehlender Anforderung die richtige Person für den Job seid.

Mythos #8: Initiativbewerbungen sind sinnlos

Ohne Stelleninserat sucht das Unternehmen gerade niemanden. Von diesem Bewerbungsmythos sind manche immer noch felsenfest überzeugt. Auch wenn momentan kein Job ausgeschrieben ist, kann sich eine Bewerbung lohnen: In Unternehmen zeichnet sich oft bereits Personalbedarf in naher oder ferner Zukunft ab, inseriert wird aber erst später. Das ist z.B. dann der Fall, wenn durch Umstrukturierungen neue Posten entstehen werden, sich Pensionierungen oder Karenzen abzeichnen oder aus anderen Gründen mit Personalbedarf zu rechnen ist. Die Dos & Dont’s der Initiativbewerbung haben wir hier zusammengestellt.

Bildnachweis: PathDoc/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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