Funkstille nach der Bewerbung? So hakt man richtig nach

von in Bewerbung, Jobsuche am Donnerstag, 26. Februar 2015 um 11:33

Viel Zeit und Mühe wird in die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen investiert, nach dem Versand beginnt das bange Warten. Je länger man keine Antwort erhält, desto mehr regt sich die Ungewissheit: Sind meine Unterlagen angekommen? Liege ich so daneben, dass ich nicht einmal bis zum Vorstellungsgespräch komme? Und wenn ich nachfrage – nervt das oder zeugt es von meinem Interesse am Job? Mit diesen Tipps gelingt das Nachfragen nach der Bewerbung.

Bitte melde dich!

Es gibt Arbeitgeber, die machen von Beginn an alles richtig: Der Erhalt einer Bewerbung wird kurz bestätigt und der Jobsuchende wird informiert, in welchem Zeitrahmen er mit einer Reaktion rechnen darf. Die Realität sieht leider anders aus: Dass sich Arbeitgeber bei Bewerbern entweder überhaupt nicht melden oder die Absage erst nach Monaten eintrudelt. Hört man von einer Firma länger nichts, kann das auch andere Gründe haben: Die Bewerbung wurde an eine falsche E-Mail-Adresse geschickt und hängt in einer völlig falschen Abteilung fest. Oder im Betreff wurde vergessen anzugeben, für welchen Job man sich bewirbt. Vor allem große Unternehmen erhalten so viele Bewerbungen, dass kleine Fehler für große Verzögerungen sorgen können. Was auch immer der Grund sein mag: Wer nach Wochen noch nichts vom Unternehmen gehört hat, möchte sich gerne nach dem Stand seiner Bewerbung erkundigen. Völlig legitim und mit unseren Tipps nicht halb so wild, wie es sich anhört:

Die eigene Ungeduld zügeln

Mehrere hundert Bewerbungen treffen in großen Unternehmen jährlich ein. Nicht alle davon kommen gleich an die korrekte Adresse und so auf den Schreibtisch des Personalers. Aber auch korrekt adressierte Unterlagen müssen erst gesichtet, sortiert, erfasst und an weitere Verantwortliche geschickt werden. Zwei bis drei Wochen Bearbeitungszeit sind also völlig normal und kein Grund zur Sorge. Wer nach drei oder vier Wochen immer noch nichts gehört kann, darf ruhig nachfragen.

Nachfragen Zeitpunkt

So bitte nicht!

Keinesfalls: An die im Inserat angegebene Telefonnummer eine SMS schicken oder den Personaler über ein privates Social Media-Profil kontaktieren. Kommt auch nicht gut: An die Firmen-Facebookseite eine Nachricht schicken oder, noch schlimmer, an die Pinnwand posten: Hi! Hab euch letzte Woche eine Bewerbung geschickt, bitte melden?! Macht kein gutes Bild und derjenige, der die Social Media-Accounts betreut, hat mit Personalarbeit im Unternehmen höchstwahrscheinlich nichts am Hut.

Telefonisch nachfragen

Nachhaken am Telefon geht schnell und ist persönlich. Man muss aber damit rechnen, dass der Gesprächspartner gerade wenig Zeit hat. Vor die Frage nach dem Stand der Bewerbung kommt daher erst einmal die Frage, ob der Anruf gelegen kommt oder es etwas später besser passt. Für das vermeintlich kurze Nachfragen unbedingt genug Zeit nehmen! Wer Pech (oder Glück? ) hat, wird am Telefon vielleicht in ein kurzes Jobinterview verwickelt. Deshalb: Alle Unterlagen bereitlegen und solche Telefonate nicht in Bus oder Bim führen. Wer im Sekretariat landet, sollte dort sein Anliegen höflich deponieren und nicht darauf beharren, unter allen Umständen zum HR-Manager durchzudringen.

Nachhaken per E-Mail

Wem eine konkrete E-Mail-Adresse des HR-Managers oder der Personalabteilung vorliegt, kann auch per E-Mail kurz nachfragen. Bei großen Unternehmen ist das unter Umständen auch besser, als telefonisch nachzuhaken. Vielbeschäftigte Personaler haben dann etwas Zeit, um die Unterlagen nachzuschlagen und müssen nicht sofort am Telefon reagieren. Denn die passende Bewerbung liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gerade griffbereit am Schreibtisch. Der Nachfassbrief muss kein Roman werden. Wer möchte, kann seiner Frage auch eine kurze Begründung hinzufügen: z.B. dass man sich nach dem zeitlichen Ablauf des Bewerbungsprozesses erkundigen möchte, weil man in den nächsten beiden Wochen aufgrund einer Dienstreise ins Ausland nur sehr schlecht zu erreichen ist.

Keinen Druck ausüben

Ich wollte fragen, ob Sie meine Bewerbung erhalten haben. Ich habe nämlich da auch noch ein anderes Angebot und langsam muss ich alle Optionen checken! Das zeigt nicht, wie begehrt ein Bewerber ist, sondern wie verzweifelt. Solche Erpressungsversuche kommen nicht gut an, wirken auch nicht tough und werden einem HR-Manager keinen Respekt einflößen.

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Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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