Damit Ihre Mit­ar­bei­ter – und Sie selbst! – über den Arbeits­tag ver­teilt pro­duk­tiv blei­ben kön­nen, sind regel­mä­ßi­ge Pau­sen hilf­reich. Dem Gesetz­ge­ber zufol­ge muss nach sechs Stun­den Arbeits­zeit eine drei­ßig­mi­nü­ti­ge Pau­se ein­ge­legt wer­den. Die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit bleibt jedoch am ehes­ten gewähr­leis­tet, wenn nach cir­ca 60 bis 90 Minu­ten jeweils fünf Minu­ten lang pau­siert wird. Im Home­of­fice nei­gen Mit­ar­bei­ter (und Arbeit­ge­ber) dazu, die­se Faust­re­gel über Bord zu wer­fen. Dabei sind Pau­sen nicht nur für die Pro­duk­ti­vi­tät, son­dern auch fürs Unter­neh­mens­kli­ma essenziell.

Das Wichtigste zuerst: Machen Sie Pausen!

Im Home­of­fice ver­schwim­men die Gren­zen zwi­schen Frei­zeit und Arbeit bei­na­he gänz­lich. Da der oft­mals stres­si­ge und lang­wie­ri­ge Weg ins Büro weg­fällt und somit mehr Zeit bleibt, die Auf­ga­ben­lis­te abzu­ar­bei­ten, läuft man Gefahr, Über­stun­den zu schie­ben und dazwi­schen nicht mal Luft zu holen. Dabei beto­nen Exper­ten immer wie­der, wie schäd­lich das ist – nicht nur für die Arbeits­leis­tung, son­dern auch für die eige­ne Gesund­heit!

Ein Stress­ge­fühl mag in Ihren Augen auf den ers­ten Blick zunächst nicht bemer­kens­wert oder gar besorg­nis­er­re­gend erschei­nen. Doch lang­fris­tig macht er sich bemerk­bar, indem er Ihre phy­si­sche und psy­chi­sche Gesund­heit angreift oder gar als Bur­nout aus­schlägt. Es macht sich also bezahlt, Prä­ven­tiv­maß­nah­men zu ergreifen.

Aus die­sem Grund soll­ten Sie die oben erwähn­ten Mikro­pau­sen ein­le­gen. Auch eine aus­ge­dehn­te Mit­tags­pau­se dür­fen Sie sich nicht neh­men las­sen. Hal­ten Sie die­se am bes­ten immer zur glei­chen Zeit ab und tra­gen Sie sie in Ihrem Out­look-Kalen­der ein. Somit schaf­fen Sie zum einen ein Ver­bind­lich­keits­ge­fühl und zum ande­ren wis­sen Ihre Mit­ar­bei­ter, zu wel­chen Zei­ten Sie erreich­bar sind und zu wel­chen nicht.

Arbeits- und Pausenzeiten fixieren, um Abstand zu finden

Ein gro­ßer Vor­teil, der mit Home­of­fice ein­her­geht, ist die erhöh­te Fle­xi­bi­li­tät. Die kann einem aber auch zum Ver­häng­nis wer­den. Um in ers­ter Linie Ihre Gesund­heit, aber auch Ihre Pro­duk­ti­vi­tät zu schüt­zen, müs­sen Sie mit sich selbst streng sein. Las­sen Sie Ihren Arbeits­tag zu fixen Zei­ten star­ten und ver­mei­den Sie es, nach dem Prin­zip open end“ bis in die Nacht hin­ein zu arbei­ten. Der Arbeits­tag soll­te scharf“ enden, das heißt, dass eine dicke, rote Linie zwi­schen Arbeit und Frei­zeit gezo­gen wer­den muss.

Die Arbeits­zeit soll­te auf­grund die­ser kla­ren Ein­gren­zung so effi­zi­ent wie mög­lich genutzt wer­den. Ver­mei­den Sie Ablen­kung durch Mit­be­woh­ner, Part­ner, Kin­der und Haus­tie­re, so gut es Ihnen mög­lich ist. Auch den Gebrauch des Smart­pho­nes soll­ten Sie wäh­rend die­ser Zeit redu­zie­ren bzw. es nur für arbeits­be­zo­ge­ne Grün­de zur Hand nehmen.

Um den zum Abschal­ten nöti­gen Abstand zu gewin­nen, soll­ten Sie Ihren Arbeits­platz fürs Pau­se machen ver­las­sen und es sich statt­des­sen im Wohn- oder Schlaf­zim­mer bequem machen. Die­se Grenz­zie­hung zwi­schen Arbeits­stät­te und Ruhe­pol ist essen­zi­ell, um nicht auch wäh­rend der Pau­se mit den Gedan­ken beim nächs­ten Mee­ting zu sein.

Verzichten Sie nicht auf den (virtuellen) Kontakt mit Mitarbeitern

Die direk­te Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Ihren Mit­ar­bei­tern ist uner­läss­lich, um das Tages­ge­schäft am Lau­fen zu hal­ten. Die bes­ten Tools dafür haben wir die­sem Arti­kel bereits für Sie zusam­men­ge­fasst. Aber auch die per­sön­li­che Kom­po­nen­te, also der net­te Plausch und Aus­tausch, darf nicht ver­ges­sen werden.

Im Home­of­fice geht der direk­te Kon­takt mit den Mit­ar­bei­tern ver­lo­ren, unge­zwun­ge­ne Unter­hal­tun­gen im Flur, in der Kan­ti­ne oder aber auch am Arbeits­platz sind nicht mehr so unkom­pli­ziert mög­lich. Doch nur, weil Sie sich phy­sisch nicht am sel­ben Ort auf­hal­ten, müs­sen Sie auf die sozia­le Inter­ak­ti­on nicht verzichten.

Eine gesun­de Pau­sen­kul­tur hält das Kli­ma im Unter­neh­men sowie im Team gesund. Tref­fen Sie sich doch auf einen vir­tu­el­len Kaf­fee“ im Rah­men eines Video­calls oder Tele­fo­nats, wo Sie sich nach den Befind­lich­kei­ten erkun­di­gen und zwang­los plau­dern können.

6 Tipps für Pausengestaltung im Homeoffice

  • Frischluft: Öffnen Sie regelmäßig die Fenster, um zu lüften. Dadurch bekommen Sie den Kopf frei und können nach der Pause konzentriert weiterarbeiten.

  • Bewegung: Schon eine kurze Runde um den Wohnblock oder ein Schlendern durch den Garten kann helfen, die Energiereserven aufzuladen und nebenbei ein bisschen Sonne zu tanken.

  • Nackenübungen: Eine falsche Sitzposition oder zu langes Sitzen schlägt über kurz und lang auf den Nacken. Entspannungs- und Dehnungsübungen schaffen Abhilfe.

  • Aufgaben strukturieren: Wenn die Aufgabenliste scheinbar nicht enden will, sollten Sie den Arbeitsplatz hinter sich lassen und an einem bequemeren Ort versuchen, die kommenden Tage einzuteilen bzw. schriftlich festzuhalten, woran Sie scheitern und wer Ihnen womöglich weiterhelfen kann.

  • Nichts tun: Fünf Minuten reines Nichtstun wirkt Wunder! Stellen Sie einen Timer und schließen Sie die Augen, denken Sie so gut es geht an nichts.

  • Essen nicht vergessen: Eine ausgewogene Mahlzeit darf in der Mittagspause nicht fehlen. Im Idealfall kochen Sie frisch oder haben bereits am Vorabend vorgekocht, um nach der Pause gestärkt in den Nachmittag zu starten.

Motivieren Sie auch Ihre Mitarbeiter!

Gehen Sie als gutes Bei­spiel vor­an, wenn es dar­um geht, eine gesun­de Pau­sen­kul­tur zu eta­blie­ren. Ermun­tern Sie auch Ihre Mit­ar­bei­ter, regel­mä­ßi­ge Pau­sen ein­zu­le­gen und die­se weit­ab vom Han­dy- oder Com­pu­ter­bild­schirm zu ver­brin­gen, um abschal­ten zu kön­nen. Denn nur so kön­nen Sie Ihre eige­ne Gesund­heit, aber auch die Gesund­heit Ihrer Mit­ar­bei­ter schützen.