Wenn Arbeitgeber ehrliches Feedback über die Zufriedenheit ihrer Belegschaft einholen möchten, sind Mitarbeiterbefragungen die erste Wahl. Richtig durchgeführt und ausgewertet, können sie eine solide Basis für einen produktiven Dialog mit den Beschäftigten sein. Sie helfen so dabei, nachhaltige Veränderungen zu erzielen – und das Unternehmen laufend zu verbessern.

Warum lohnt sich eine Mitarbeiterbefragung?

Mitarbeiterbefragungen erlauben die Sammlung und Auswertung von unverfälschtem Feedback zum aktuellen Arbeitsklima. Die gewonnenen Erkenntnisse erlauben eine mitarbeiterorientierte Entwicklung des Unternehmens und des Personals gleichermaßen. Führungskräfte haben zudem die Möglichkeit, ihre Kompetenzen zu verbessern, während die Mitarbeiterbindung durch eine intensivere und ehrlichere Kommunikation gestärkt wird.

Die Vorteile im Überblick:

  • Weniger Fehlzeiten

  • Effizientere Prozesse

  • Höhere Produktivität

  • Bessere Arbeitsqualität

  • Mehr Innovationen

  • Weniger Unfälle

  • Weniger Krankenstand

Keine Befragung ohne Ziele

Bevor Sie loslegen und einen Fragebogen erstellen, sollten Sie zunächst konkrete Ziele formulieren. Denn nur wenn Sie sich über Ihre Absichten im Klaren sind, können Sie aus den Ergebnissen adäquate Maßnahmen ableiten und später vergleichen, ob diese Früchte getragen haben oder nicht.

Mögliche Ziele können folgende Bereiche Ihres Unternehmens betreffen:

  • Betriebsklima

  • Mitarbeiterbindung

  • Entwicklung der Führungskräfte

Definieren Sie, welche Verbesserungen Sie sich innerhalb eines bestimmten Zeitrahmenserhoffen und in welchem Ausmaß (z. B.: „Die Fluktuation soll im kommenden Jahr um fünf Prozent sinken.“). Dadurch fällt es Ihnen leichter, die notwendigen Schritte einzuleiten, um Ihre Ziele zu erreichen.

Möglicherweise haben Sie manche Baustellen noch gar nicht auf dem Radar und decken diese erst im Zuge einer Mitarbeiterbefragung auf. Deswegen ist es wichtig, auch offene Fragen in den Fragebogen mitaufzunehmen. So haben Ihre Mitarbeiter die Möglichkeit, eigenständig Themen aufzugreifen und Sie auf Ihnen nicht bekannte Missstände aufmerksam zu machen.

Arten der Mitarbeiterbefragung

Mitarbeiterumfragen lassen sich grundsätzlich in vier verschiedene Kategorien gliedern:

Zeitlich fixiert (scheduled)
Prozess- und ereignisbasiert (process based)
Individuell veranlasst(on-demand)
Jederzeit möglich (always on)

Die unterschiedlichen Arten der Befragung finden in verschiedenen Zeitabständen und zu bestimmten Anlässen statt.

Mit der Onboarding-Befragung wird überprüft, ob die Einarbeitungsphase neuer Mitarbeiter erfolgreich verläuft. Das Feedback erlaubt die laufende Optimierung des Onboarding-Prozesses und beugt späteren Problemen vor.

Beim Führungskräfte-Feedback wird die Belegschaft zur Arbeit einer Führungskraft befragt. Diese gibt außerdem eine Selbsteinschätzung bezüglich ihrer Kompetenzen ab. Auf dem Vergleich beider Einschätzungen basierend lässt sich letztendlich ein umfangreiches Bild erstellen, das Schwächen und Stärken aufzeigt.

Eine unternehmensweite Mitarbeiterbefragung erlaubt einen Einblick in die Stimmung, die in der gesamten Firma herrscht. Die Ergebnisse bilden das Fundament für strategische Entscheidungen.

Pulsbefragungen finden zumeist im Abstand von drei bis sechs Monaten statt und dienen der Kontrolle des Erfolgs jener Maßnahmen, die aufgrund vergangener Mitarbeiterbefragungen ergriffen wurden.

Gesundheitsbefragungen dienen der Einschätzung von gesundheitlichen Risiken, beispielsweise durch Stressoder übermäßiger Belastung am Arbeitsplatz. So haben Arbeitgeber die Möglichkeit, früh gegenzuwirken.

Wenn es darum geht, Problemschwerpunkte in einem gewissen Bereich ausfindig zu machen, sind themenzentrierte Befragungen die richtige Wahl.

Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen, können Exit-Surveys Aufschluss über die Beweggründeliefern. Mit dem daraus gewonnen Wissen lässt sich die Fluktuationsrate im besten Fall merklich senken.

Dos und Don'ts der Mitarbeiterbefragung

Dos

Anonymität ist ein Muss!
Besteht die Möglichkeit, Kritiken zu bestimmten Mitarbeitern zurückzuverfolgen, kann das Feedback aufgrund von Angst vor Konsequenzen verfälscht werden.
Freiwillige Teilnahme
Zwingen Sie Ihre Mitarbeiter auf keinen Fall zur Teilnahme an der Umfrage. Auch das kann die Aussagekraft der Ergebnisse trüben.
Regelmäßigkeit
Die meisten Unternehmen greifen erst dann auf Mitarbeiterbefragungen zurück, wenn es bereits zu spät ist und sich die ersten Kündigungswellen abzeichnen. Umfragen, die nur akuten Anlässen zugrunde liegen, liefern keine glaubwürdigen Informationen über die Zufriedenheit. Regelmäßige Befragungen erlauben Ihnen nicht nur, die Ergebnisse zu vergleichen. Sie zeigen auch, dass Sie wirklich daran interessiert sind, das Unternehmen laufend zu verbessern.
Kommunikation
Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über den Zeitpunkt der Umfrage, die Dauer und die Ziele, die damit verfolgt werden. Das Ergebnis sollte ebenfalls kommuniziert werden – ansonsten können Spekulationen die Gerüchteküche in unangenehmer Art befeuern.
Erfolge teilen
Kommt es dank der Mitarbeiterbefragungen zu positiven Veränderungen innerhalb des Unternehmens, sollten Sie diese unbedingt kommunizieren! Dadurch sehen Ihre Beschäftigten, dass es sich durchaus lohnt, an den Umfragen teilzunehmen.

Don'ts

Keine durchführen
Eine gute Führungskultur ist ohne eine ordentliche Feedback-Kultur nicht möglich. Unternehmen, die der Ansicht sind, auf die Perspektive und die Kritik Ihrer Mitarbeiter verzichten zu können, werden langfristig gesehen nicht konkurrenzfähig bleiben.
Schwierige Themen meiden
Sie wollen Ihr Unternehmen verbessern? Dann werden Sie nicht darum herumkommen, auch den unangenehmen Themen Platz einzuräumen – und dazu gehört unter anderem kritisches Feedback über die Arbeit der Führungskräfte und der Chefetage. Werden schwierige Themen einfach links liegen gelassen, kann das zu Frustrationen Ihrer Mitarbeiter führen.
Komplizierte Sprache
Formulieren Sie einfache, klar verständliche Sätze, um Missverständnissen vorzubeugen. Eine Mitarbeiterbefragung sollte auf spontane Ehrlichkeit abzielen, da nur so eine authentische Antwort zustande kommen kann. Komplizierte Schachtelsätze oder Fremdwörter sorgen nur für unnötige Verwirrung.
Untätig bleiben
Lässt sich aus den erhobenen Daten eine Handlungsempfehlung ableiten, sollte dieser auf jeden Fall nachgekommen werden. Es hat keinen Sinn, Befragungen durchzuführen, wenn die Ergebnisse dann in irgendeiner Schublade verstauben – damit verschwenden Sie Ihre eigene Zeit und die Ihrer Mitarbeiter. Und sorgen so für reichlich Frust und Demotivation.
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