Wenn in einem Stel­len­in­se­rat von einem attrak­ti­ven Gehalt“ die Rede ist, aber kein kon­kre­ter Betrag genannt wird, weckt das den Unmut in Bewer­bern. Denn die wün­schen sich kla­re Zah­len anstatt lee­rer Flos­keln. Lesen Sie hier, wes­halb sich die Gehalts­an­ga­be im Stel­len­in­se­rat bezahlt macht.

Verpflichtende Gehaltsangabe im Stelleninserat

Öster­rei­chi­sche Arbeit­ge­ber sind bereits seit dem 1. März 2011 dazu ver­pflich­tet, in ihren Stel­len­in­se­ra­ten das Min­dest­ge­halt zu nen­nen. Die­ses kann unter­schied­lich gere­gelt sein, etwa durch Kol­lek­tiv­ver­trä­ge, Geset­ze, Sat­zun­gen oder einen Min­dest­lohn­ta­rif. Auch in Berei­chen, in denen kein Kol­lek­tiv­ver­trag vor­han­den ist, muss ein Min­dest­be­trag genannt wer­den. Aus­schrei­bun­gen für hohe Füh­rungs­po­si­tio­nen wie Geschäfts­füh­rer sind von die­ser Rege­lung aller­dings aus­ge­nom­men.

Aber ergibt sich aus die­sem Gesetz tat­säch­lich eine bes­se­re Trans­pa­renz in punc­to Gehalt? Lei­der nicht. Der Rege­lung zum Trotz ent­schei­den sich vie­le Unter­neh­men immer noch gegen die Nen­nung eines spe­zi­fi­schen Betrags. Und das, obwohl Ver­wal­tungs­stra­fen von bis zu 360 Euro dro­hen können.

Unpräzise Gehaltsangaben stiften Verwirrung

Nicht nur das bewuss­te Weg­las­sen der Gehalts­an­ga­be erschwert Job­su­chen­den die Ent­schei­dung, ob sie sich beim aus­schrei­ben­den Unter­neh­men bewer­ben sol­len oder nicht. Auch der Zusatz Bereit­schaft zur Über­zah­lung“ nach der Nen­nung des Min­dest­ge­halts hin­ter­lässt Fra­ge­zei­chen. Dadurch bleibt offen, in wel­chem Rah­men sich die Bezah­lung tat­säch­lich bewegt.

Abhil­fe kann hier nur die Anga­be einer kon­kre­ten Gehalts­band­brei­te schaf­fen – das heißt, offen zu kom­mu­ni­zie­ren, wo die finan­zi­el­le Unter- und Ober­gren­ze bei der jewei­li­gen Stel­le liegt.

Warum und für wen die Gehaltsangabe relevant ist

Men­schen, die sich auf Job­su­che bege­ben, wol­len vor allem eins: Mög­lichst vie­le Infor­ma­tio­nen über jene Posi­tio­nen, für die sie sich inter­es­sie­ren. Da Mie­te und Lebens­stan­dard sich nicht von selbst finan­zie­ren, ist die Anga­be des Gehalts mit­un­ter die wich­tigs­te Infor­ma­ti­on, die sie aus Stel­len­in­se­ra­ten beziehen.

Berufs­ein­stei­ger, die durch man­geln­de Erfah­rung ihren Wert auf dem Arbeits­markt nur schwer ein­schät­zen kön­nen, erhal­ten durch die Gehalts­an­ga­be eine gro­be Ori­en­tie­rungs­hil­fe. Aber auch alten Hasen wird die Gehalts­ver­hand­lung im Bewer­bungs­ge­spräch erleichtert.

Hal­ten sich Unter­neh­men in punc­to Gehalt bedeckt, kann das zu Skep­sis auf Sei­ten der Bewer­ber füh­ren. Zahlt der Arbeit­ge­ber womög­lich kei­ne fai­ren und markt­kon­for­men Löh­ne? Selbst wenn die­se Sor­ge unbe­grün­det ist, wird durch die­se Ver­schleie­rung die Ver­trau­ens­ba­sis bereits beim ers­ten Touch­point geschwächt.

Gesetzeskonforme Gehaltsangabe leicht gemacht

  • Überzahlung: Ist das ausschreibende Unternehmen bereit, mehr als das
    kollektivvertragliche Grundentgelt für die jeweiligen Stellen zu
    bezahlen, so ist im Stelleninserat darauf hinzuweisen. Am besten in Form einer Gehaltsbandbreite.

  • Zeitraum: Der Zeitraum, auf den sich das angegebene Entgelt bezieht, ist ebenfalls anzuführen (z.B. Monatsgehalt, Jahresgehalt).

  • Sonderzahlungen: Anteilige Sonderzahlungen müssen nicht angeführt werden, es sei denn, man entscheidet sich, ein Jahresgehalt anzuführen (dieses muss das
    13./14. Gehalt beinhalten).

  • Spezielle Anforderungen: Gibt es für Positionen spezielle Anforderungen (z.B. „ab dem 10. Verwendungsgruppenjahr“), so ist auch das kollektivvertraglich
    festgesetzte Mindestentgelt des entsprechenden Verwendungsgruppenjahres
    anzugeben.

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