Zum Seiteninhalt springen
Zurück zu Gehalt
Gehaltsgespraech

Wie gelingt das Gehaltsgespräch? 5 Tipps im Podcast

Gehalt Erstellt am: 17. Januar 2022 3 Min.

Wie bereite ich mich richtig auf die Gehaltsverhandlung vor? Wann ist der beste Zeitpunkt und wie reagiere ich auf Totschlagargumente? Verhandlungscoach Ljubow Chaikevitch gibt 5 Tipps im Podcast:

Egal ob beim Jobinterview oder dem jährlichen Mitarbeitergespräch, die Frage nach mehr Gehalt ist immer schwierig. Um es euch etwas leichter zu machen, haben wir in der neuen Podcastfolge mit Verhandlungstrainerin Ljubow Chaikevitch von FRAU VERHANDELT über die richtige Argumentation, den besten Zeitpunkt und Mythen rund ums Gehalt gesprochen.

5 Schritte für die Gesprächsvorbereitung

Sich genug Zeit zur Vorbereitung der Gehaltsverhandlung zu nehmen, ist Ljubows wichtigster Tipp in unserer Podcastfolge – das empfiehlt auch Finanzexperte Florian Märzendorfer in diesem Artikel. Was man mit dieser Zeit anfangen soll, erklärt die Verhandlungstrainerin in fünf Schritten:

1. Eruiere deinen Marktwert

Ljubow Chaikevitch 200x300

Verhandlungscoach Ljubow Chaikevitch

Am Beginn deiner Vorbereitungen steht natürlich die Frage: Wie viel ist in meinem Bereich eigentlich üblich – was ist also der Marktwert – und was sind meine persönlichen Gehaltsziele? Das herauszufinden, ist leichter gesagt als getan, aber durchaus möglich.

  • Online-Recherche: Wie viel wird in vergleichbaren Stelleninseraten ausgeschrieben? Was steht im Kollektivvertrag? Du kannst dazu beispielsweise auch unseren Gehaltsvergleichsrechner benützen.
  • Bekannte in höherem Joblevel fragen: Frage Menschen in vergleichbaren Jobs, was sie zu Beginn bzw. in deiner aktuellen Position verdient haben. Das ist einfacher als sie nach ihrem jetzigen Gehalt zu fragen.

2. Arbeite an deinem Selbstwertgefühl

Vielleicht kennst du das Problem: Wenn du deinen Marktwert erhoben hast, bezweifelst du, dass du tatsächlich so viel wert bist. Das Hochstapler-Syndrom lässt grüßen ... Hier gilt es, an der eigenen Einstellung zu arbeiten, empfiehlt Ljubow, denn: „Wenn du nicht an dich glaubst, wie sollen es andere tun? Das kann man mit Glaubenssatzumkehrungen machen, mit Meditationen etc.“ Ziel ist, selbstbewusst und selbstsicher ins Gespräch zu gehen.

3. Bereite deine Erfolgsgeschichten vor

Die beste Argumentation für mehr Gehalt sind natürlich Erfolge. Frage dich also: Was hab ich im letzten Jahr geleistet, das zum Unternehmenserfolg beigetragen hat? Habe ich Kosten gesenkt, Prozesse optimiert, unsere Bekanntheit gesteigert, Kunden zufrieden gemacht, das Team zusammengehalten? Jede deiner Leistungen, die zum Unternehmenserfolg beitragen, kannst du als Argument anführen. Sinnvoll ist, diese Erfolge schriftlich festzuhalten, um sie im Gespräch schnell parat zu haben

„Gerade Frauen fallen diese Erfolgsgeschichten nicht so schnell ein“, erklärt Ljubow. „Die denken: Ach, ich mach doch nur meinen Job! Ich hab doch nix Besonders geleistet … Ich empfehle daher, ein Erfolgstagebuch zu führen.“

4. Versetze dich in dein Gegenüber

Genau wie im Bewerbungsgespräch solltest du auch in der Gehaltsverhandlung möglichst gut wissen, wer dein Gegenüber ist: Woran wird deren Leistung gemessen? Wie schaffe ich es, mit meinen Forderungen in ihre Ziele einzuzahlen? Dazu dienen die Erfolgsgeschichten, die du vorbereitet hast.

Wenn du, beispielsweise beim Bewerbungsgespräch, nicht genau weißt, wer die Person ist, versuche dich ganz allgemein in die Rolle eines*einer Personalverantwortlichen hineinzuversetzen.

5. Bereite dich auf Totschlagargumente vor

Wir kennen sie alle: Ich würde ja gerne, aber für mehr Gehalt hab ich kein Budget und außerdem wärs unfair gegenüber den anderen, die weniger verdienen … Vielleicht nächstes Jahr.

Nicht immer sind die Argumente, mit denen dein Gehaltswunsch abgelehnt wird, auch wahrheitsgetreu. Versuche dich im Vorfeld darauf einzustellen: Was sind die schlimmsten Szenarien, die eintreten können? Mit welchen Argumenten könntest du abgewimmelt werden?

„Das Wichtigste ist, sich von solchen Totschlagargumenten nicht kleinkriegen zu lassen, sondern proaktiv zu reagieren: Hinterfrage, warum kein Budget da ist. Erkläre, dass es jetzt nicht um andere geht, sondern um deine Leistung, biete Unterstützung oder Alternativen an, damit du deinem Ziel näherkommst“, verdeutlicht die Verhandlungstrainerin. In ihrem Reaktionsguidefindest du mögliche Antworten auf die häufigsten Totschlagargumente.

Die ganze Folge zum Anhören

Über die Person

Ljubow Chaikevitch ist Unternehmerin und Gründerin der FRAU VERHANDELT Community. Mit ihren Onlinekursen konnte sie schon über 800 Frauen helfen, angemessen bezahlt zu werden. Auf ihrer Website frauverhandelt.de/ bietet sie unter anderem kostenfreie Trainings für Angestellte und Selbstständige an und hat auf Instagram @frauverhandelt sowie in ihrer kostenfreien Facebook-Gruppe www.facebook.com/groups/frauverhandelt insgesamt über 25.000 Frauen zusammengebracht, die sich offen über das Thema Gehalts- und Honorarverhandlungen austauschen.

Bildnachweis: Portrait Ljubow Chaikevitch: Nina Wellstein


Lisa Marie Linhart für blog 116x173px

Lisa-Marie Linhart
Content Manager
Mehr erfahren

  • Beitrag teilen:

Entdecke mehr zu diesem Thema

Bereitschaft zur Überzahlung – Was heißt das eigentlich?

Erstellt am: 06. Juli 2020 2 Min.

In vielen Stelleninseraten liest man, dass das ausschreibende Unternehmen auf Basis des Kollektivvertrags zu einer Überzahlung bereit ist. In diesem Artikel erfährst du, was das konkret bedeutet und wie viel mehr Geld in den meisten Fällen drin ist.

Betriebliche Mitarbeitervorsorge: Beträge auszahlen lassen oder nicht?

Erstellt am: 17. August 2021 4 Min.

Wer schon mehrere Arbeitgeber hatte, hat wahrscheinlich auch verschieden hohe Beträge auf unterschiedlichen Vorsorgekassen liegen. Bei der jährlichen Benachrichtigung stellt sich dann die Frage: Auszahlen lassen oder nicht? Finanzexperte Florian Märzendorfer gibt Tipps:

Jahresbruttogehalt: Sind es 12 oder 14 Monate?

Erstellt am: 29. Januar 2020 2 Min.

Über den Betrag, mit dem jährlich das Konto aufgefettet wird, wird in Österreich gerne der Mantel des Schweigens ausgebreitet. Über Geld, so die gängige Meinung, spricht man in der Öffentlichkeit nicht und mit den Kollegen tauscht man sich darüber schon gar nicht aus. Kein Wunder also, dass manche etwas ratlos sind. Denn was ist eigentlich im Jahresbruttogehalt inkludiert? Und zählen das Urlaubs- und Weihnachtsgeld auch dazu? Wir haben die wichtigsten Infos gesammelt.