Erstellt am 30. Juli 2020 · Arbeitsleben · von

Schadet Remote Work unseren Büro-Freundschaften?

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Wer im Homeoffice arbeitet, hat nur digitalen Kontakt zu seinen Kollegen – und so ein Videocall ist einfach nicht dasselbe wie ein Gespräch „in real life“. Aber beeinflusst diese Art der Kommunikation die Beziehung zu unseren Teammitgliedern? Die Meinungen gehen auseinander.

Seit Beginn der Corona-Pandemie erleben Homeoffice und Remote Work einen wahren Boom. So angenehm es ist, auf den täglichen Arbeitsweg verzichten zu können, so unangenehm kann der Verzicht auf persönliche Kontakte sein. Schadet Remote Work am Ende vielleicht sogar unseren Büro-Freundschaften? Wie so oft gibts dazu unterschiedliche Meinungen.

Remote Work schadet Büro-Freundschaften

So die Meinung von Robin Dunbar, Professor emeritus für evolutionäre Psychologie an der University of Oxford. Die Erklärung: Sieht man sich längere Zeit nicht, gehen Freundschaften ein. Je weniger Zeit wir in soziale Kontakte investieren, umso weniger halten sie. Digitale Kontakte können diese Distanz nicht ganz überwinden, denn das physische Erlebnis fehlt. Wir spüren unser Gegenüber nicht und das ist für unsere Beziehungen nicht förderlich.

Digitale Kommunikation vertieft Beziehungen

Zu jeder Meinung gibts eine Gegenmeinung – so auch hier: In der Phase des Lockdowns hatten viele Menschen verstärkt das Bedürfnis, sich mit ihren Freunden, Familien und Kollegen auszutauschen. Auch bei uns im Team fanden so viele Gespräche statt wie noch nie. Insgesamt fühlten wir uns dadurch stärker miteinander verbunden, wie wir in diesem Artikel berichteten. Soziologin Julia Hahmann teilt diese Meinung: Digitale Kommunikation schadet Freundschaften nicht.

Fazit: „Die Wahrheit“ gibt es nicht

Was schlussfolgern wir daraus? Beide Meinungen sind richtig, „die eine Wahrheit“ gibt es nicht. Menschen – und damit auch Teams – sind einfach unterschiedlich. Die einen können ihre freundschaftliche Beziehung auch auf Distanz pflegen, die anderen bevorzugen physische Präsenz. Dasselbe gilt für die Zusammenarbeit, denn auch an digitalen Meetings oder remote Bewerbungsgesprächen scheiden sich die Geister. Die Frage bleibt wohl: Wie viel Persönlichkeit ist im Arbeitsalltag wichtig, nötig oder überhaupt erwünscht?

Sind Kollegen Freunde?

Womit wir zur letzten Frage kommen: Ist es überhaupt gut, wenn sich Freundschaften am Arbeitsplatz bilden? Ganz abgesehen davon, dass man das ohnehin nicht vermeiden kann, finden wir: Ja, freundschaftliche Verhältnisse können die Zusammenarbeit verbessern. Gute kollegiale Beziehungen sind aber nicht automatisch Freundschaften. In diesem Artikel hat uns Psychologin Christa Schirl erklärt, wie man Missverständnisse diesbezüglich vermeidet:

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Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.