Aktualisiert am 24. August 2020 · Bewerbung, Jobsuche · von

Funkstille nach der Bewerbung? So hakt man richtig nach

Lesezeit: 3 Minuten

Vielleicht kennst du dieses Gefühl der brennenden Ungeduld, die sich einstellt, wenn auf die Bewerbung keine sofortige Rückmeldung erfolgt. Die Gewissheit ist zwar nur einen Anruf oder eine E-Mail entfernt, aber wann ist der richtige Zeitpunkt um nachzuhaken? Und wie kommst du dabei möglichst unaufdringlich rüber? Wir verratens dir!

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Warum so schweigsam?

Wenn zwischen Bewerbungsversand und Rückmeldung subjektiv viel Zeit verstreicht, kann das unterschiedliche Gründe haben. Große Konzerne müssen wöchentlich Dutzende Bewerbungen sichten und kategorisieren, ehe sie dazu kommen, die Bewerber zu kontaktieren.

Man muss auch bedenken, dass eine Bewerbung oftmals durch verschiedene Hände geht, weil mehrere Personen oder Abteilungen in den Auswahlprozess eingebunden sind. Reichst du deine Unterlagen während der Urlaubszeit ein, musst du damit rechnen, etwas länger auf eine Rückmeldung warten zu müssen.

Alles eine Frage des Timings

Bewirbst du dich bei einem Unternehmen für eine ausgeschriebene Stelle, musst du üblicherweise mit zweimaliger Wartezeit rechnen: Nachdem du deine Bewerbung abgeschickt und nachdem du ein Bewerbungsgespräch absolviert hast. Je nachdem, wo im Bewerbungsprozess du dich gerade befindest, gelten andere Regeln fürs Nachfragen.

Nach der Bewerbung

Sind die Bewerbungsunterlagen erstmal eingereicht, heißt es: Warten. Und warten. Und warten. Wie schnell du eine Absage oder eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhältst, ist von der Größe des Unternehmens abhängig und der Anzahl an Bewerbungen, die der Recruiter prüfen muss.

Wann kannst du nachhaken, ohne irgendjemandem mit deiner Euphorie auf die Nerven zu gehen? Ein guter Hinweis kann die Bewerbungsfrist sein, die in den Stelleninseraten fast immer angegeben wird. Nach deren Ablauf empfehlen wir dir, circa zwei Wochen zu warten, ehe du dich nach einem Zwischenstand erkundigst.

Zwei Wochen solltest du nach der Bewerbungsfrist verstreichen lassen, ehe du nachfragst.

Nach dem Vorstellungsgespräch

Bist du zu einem Gespräch eingeladen worden, hast du die erste Hürde schon mal erfolgreich gemeistert. Nach deinem Vorstellungsgespräch musst du dich erneut in Geduld üben. Und in dieser Situation kann das Warten noch viel schwieriger sein. Du weißt, dass du genügend Interesse geweckt hast, um persönlich im Unternehmen vorzusprechen. Aber konntest du letztendlich von dir überzeugen oder nicht?

Üblicherweise erklären deine Gesprächspartner, bis wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst. Ist dieser Zeitpunkt verstrichen, ohne, dass du vom Unternehmen kontaktiert worden bist, kannst du nach ein paar Tagen nachfragen. Wurde kein konkreter Stichtag vereinbart, kannst du innerhalb einer Woche nach dem Gespräch freundlich nachhaken.

Recruiter legen üblicherweise einen Stichtag fest, an dem sie ihre Entscheidung kundtun.

Das Dankschreiben

Eine gute Variante, dem Recruiter in Erinnerung zu bleiben, kann ein dezentes, freundliches Dankschreiben via E-Mail sein, dass du zwei oder drei Tage nach dem Gespräch verschickst. Dabei bedankst du dich für die Chance, dich persönlich vorzustellen und hebst hervor, dass du dich auf eine baldige Rückmeldung freust. Ein solches Dankschreiben solltest du allerdings nur dann verfassen, wenn du davon überzeugt bist, dass es beim Bewerbungsgespräch gut lief.

Mittel zum Zweck: Telefon oder E-Mail?

Viele Bewerber sind unsicher, auf welchem Weg sie sich bei Unternehmen nach den Stand ihrer Bewerbung erkundigen sollen. Da E-Mails manchmal nicht da landen, wo sie sollen und sich gern in den Spam-Ordner verirren, ist der Griff zum Telefon wesentlich effektiver. Die Nachfrage per E-Mail empfehlen wir nur dann, wenn du einen konkreten Ansprechpartner zur Hand hast, zum Beispiel den zuständigen Recruiter.

Tipps für lange Wartezeiten

Zwischen zwei und vier Wochen nimmt sich ein Unternehmen, um die Bewerbungen nach ihrem Eingang zu bearbeiten. Als Bewerber ist das frustrierend, schließlich will man wissen, woran man ist. Doch anstatt die Zeit einfach nur totzuschlagen, kannst du diese produktiv nutzen. Zum Beispiel, indem du weitere Bewerbungen rausschickst. Solltest du von deinem Favoriten abgelehnt werden, hast du zumindest noch andere Optionen. Und vielleicht ergibt sich dadurch sogar eine Möglichkeit, an die du zuvor noch gar nicht gedacht hattest.

Zwei bis vier Wochen kann es dauern, bis ein Unternehmen eingegangene Bewerbungen bearbeitet.

Keine Antwort ist auch eine Antwort

Nicht immer legen Unternehmen ein feines Verhalten an den Tag, wenn es um Absagen geht. Wartest du bereits seit Wochen oder gar Monaten auf eine Antwort und wirst auch durchs Nachfragen nicht schlauer, kannst du davon ausgehen, dass es mit diesem Job nichts mehr wird.

Anstatt dich deswegen vom Frust zernagen zu lassen, solltest du dich fragen, ob du überhaupt bei einem Unternehmen arbeiten willst, das seine Bewerber mit dermaßen wenig Feingefühl behandelt. Dass die Arbeitgebermarke unter solchen Aktionen massiv leidet, scheint nur den wenigstens bewusst zu sein.

Dos und Don’ts beim Nachfragen

Fassen wir abschließend die wichtigsten Punkte noch einmal zusammen:

Dos

  • Höflich bleiben
  • Unternehmen genügend Zeit geben, bevor nachgefragt wird
  • Telefon der E-Mail vorziehen

Don’ts

  • Keinen Druck ausüben
  • Nicht kurz vor oder kurz nach Ablauf der Bewerbungsfrist nachfragen
  • Auch bei Frust nicht ausfallend werden

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Wer auf die Bewerbung perfekt vorbereitet sein möchte, braucht das notwendige Wissen. Wirf also einen Blick auf unseren umfangreichen Sammelartikel.

Redaktion