Vitamin B ist gesund für die Beförderung

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 28. November 2013 um 11:43

Vitamin B, Freunderlwirtschaft oder Vetternwirtschaft: Egal, wie man sie nennt – wer Beziehungen hat, hat es leichter. Im Leben und auch im Job. Ist das wirklich so? Dieser Frage ging nun eine internationale Studie nach. Konkret wurde der persönliche Draht zum eigenen Chef oder Vorgesetzten abgefragt. Die Ergebnisse zeigen: Die Bedeutung von Vitamin B für die Beförderung ist – je nach Land – hoch bis extem hoch.

Chef-Beziehung vor allem in den USA und England wichtig

4000 Arbeitnehmer in Deutschland, Frankreich, England und den USA wurden vom Beratungsunternehmen ROC zum Thema Vitamin B befragt. Das erste Fazit lautet: Wer mit seinem Chef nicht kann, für den wird es auch schwer mit der Karriere. Spürbar ist diese Tatsache vor allem in den Vereinigten Staaten aber auch in England: Rund 70 Prozent der Arbeitnehmer in diesen beiden Ländern gaben an, dass die Beziehung zum Vorgesetzten ausschlaggebend dafür sei, ob ein Mitarbeiter auf dem Weg nach oben gefördert wird – oder eben nicht.

Talentförderung in den Kinderschuhen

talentmanagementDer Wert für Deutschland, welchen man auch auf Österreich umlegen kann, liegt immerhin bei 40 Prozent. Problematisch ist hierbei, dass die Befragten zwar die enorme Bedeutung ihrer Vorgesetzten erkennen, gleichzeitig sprechen 40 Prozent der Befragten ihrem Chef die Kompetenz ab, Talent Management erfolgreich umzusetzen. In fast der Hälfte der Firmen, so die Umfrage weiter, ist nicht definiert, welche Mitarbeiter gezielt gefördert werden sollen. „Unsere Umfrage zeigt, dass es bei der Talentförderung von Mitarbeitern über die Grenzen hinweg wichtige Baustellen gibt, mit denen sich Chefetagen der Unternehmen auseinandersetzen müssen“, kommentiert Oliver Back, Geschäftsführer von ROC Deutschland.

Neuer Job nur mit Beziehungen?

jobsuche_vitaminBWie wichtig der gute Draht zum Chef für die eigene Karriere ist, ist somit klar. Wie sieht es aber einen Schritt früher aus – bei der Bewerbung? Wie eine frühere Online-Umfrage von karriere.at zeigt, sind sich Bewerber und Arbeitgeber hierbei uneinig. Auf die Frage: „Jobsuche – Erfolg durch Vitamin B?“ meinten 39 Prozent der Arbeitnehmer: „Ohne Beziehungen geht gar nichts.“ Weitere 41 Prozent würden Beziehungen nutzen. 20 Prozent sind der Ansicht, dass nur objektive Kriterien zählen bzw. gute Bewerber auch so einen Job finden.

Sicht der Arbeitgeber macht Mut

bewerbersuche_vitaminBDie befragten Arbeitgeber und Personalmanager sehen dies jedoch anders: Nur vier Prozent sind der Meinung, dass die Jobsuche nur mit Beziehungen gelingt. Knapp die Hälfte (48 Prozent) meint jedoch, bestehende Beziehungen sollten genutzt werden. Fast ebenso viele (43 Prozent) sind jedoch der Meinung, dass gute Bewerber auch ohne Vitamin B punkten können.
Bedenkt man, dass es sich bei diesen Befragten um jene Personen handelt, die tatsächlich Recruiting-Entscheidungen treffen, so machen die Ergebnisse Mut. Sie zeigen jedoch auch, dass es große Wahrnehmungsunterschiede bei diesem Thema gibt.

Bildnachweis: Marie C Fields / Quelle Shutterstock, karriere.at, ollyy / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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