Rückenschmerzen im Büro: Wer lungert, der leidet!

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 5. April 2012 um 11:03

Rückenschmerzen können einem, ähnlich wie Kopfweh, ganz schön den (Arbeits)tag vermiesen. Und nicht selten löst das Stechen im Nacken auch jenes im Kopf aus – Stichwort: Spannungskopfschmerz. Einseitige körperliche Belastungen (Sitzen ist eine enorme Belastung) sind nie gesund und führen über kurz oder lang zu Problemen. Abgesehen vom persönlichen Leid schmerzt dies auch den Arbeitgeber.

2011 waren 113.985 Versicherte der Gebietskrankenkasse in OÖ wegen entsprechenden Krankheiten – vom Bandscheibenvorfall über Rheuma bis hin zu Hüftproblemen – mehr als eineinhalb Millionen Tage (1.654.820) im Krankenstand. Damit führen Krankheiten des Skeletts, der Muskeln und des Bindegewebes die Krankenstandsstatistik klar an. Auf Platz zwei liegen die Erkältungen, die im Vorjahr für 1.137.205 Arbeitstage im Bett verantwortlich waren, wie OÖGKK-Sprecher Harald Schmadlbauer berichtet.

Nicht zum Sitzen geboren

Gegen „sitzbedingte Beschwerden“ ist jedoch ein Kraut gewachsen: Es heißt ergonomischer Arbeitsplatz und sollte in jeder Firma erhältlich sein. Ein ergonomisch perfekt auf seinen Nutzer abgestimmter Arbeitsplatz (siehe Grafik) allein reicht jedoch nicht aus, wie Matthias Welkens, Ergonomie-Chef von IBG, Innovatives Betriebliches Gesundheitsmanagement, erklärt. “Wir Menschen sind einfach nicht zum Sitzen vor dem Computer geboren. Wir sind bewegte Wesen und das sollten wir uns immer, auch während der Arbeit, vor Augen halten.” In Bewegung bleiben lautet also die immer geltende Zauberformel: Im Sitzen sollte man sich abwechselnd vor- und zurücklehnen, den größten Gefallen aber tut man seiner Wirbelsäule durch häufiges Aufstehen. “Es ist ratsam, nicht alles in Griffweite zu haben, damit zwingt man sich zum Aufstehen”, rät Welkens.

Die nächste Sitzhaltung ist die Beste

Getreu dem Motto “Die nächste Sitzhaltung ist immer die Beste” heißt es also: Kampf der Statik! Und diesen sollte man am besten dann aufnehmen, wenn man noch keine Beschwerden bzw. Schmerzen hat. “Rückenpflege, etwa durch Entspannungs- und Kräftigungsübungen, ist wie Zahnpflege: regelmäßig und vorbeugend wirkt sie am besten”, so Welkens. Denn wer falsch sitzt, schadet seinem Körper beinahe so stark, als würde er falsch schwere Sachen heben.

Mache ich etwas falsch?

In vier einfachen Schritten kann jeder selbst prüfen, ob der eigene Sessel richtig eingestellt ist.

  1. Setzen Sie sich aufrecht hin und lassen Sie die Schultern hängen.
  2. Beugen Sie Ihre Arme im Ellenbogengelenk rechtwinkelig.
  3. Stellen Sie die Sitzhöhe so ein, dass Sie Ihre Unterarme bequem bei hängenden Schultern auf der Tischoberfläche ablegen können.
  4. Die Fußsohlen sollten bei rechtwinkeliger Kniehaltung flach am Boden aufliegen. Ist dies nicht möglich, sollte der Tisch abgesenkt oder eine Fußstütze verwendet werden.

Fotonachweis: Colourbox

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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