Konkurrenzdenken: Die Angst der Führungskräfte

von in Arbeitsleben am Freitag, 25. März 2016 um 11:36

Ohne Teamwork geht es im Berufsleben kaum und eine gute Gruppe kann Enormes leisten. Je koordinierter und harmonischer die Gruppenmitglieder zusammenarbeiten, desto besser das Ergebnis. Besonders dann, wenn talentierte Mitarbeiter am Werk sind. Positive Teamprozesse sollten von Führungskräften deshalb besonders gefördert werden. Daß dies aus Angst um die eigene Position im Chefsessel aber nicht immer geschieht, belegen auch Forschungen.

Den guten Zusammenhalt eines Teams können Führungspersonen auch als Nachteil bewerten. Ein Beispiel findet sich bei unseren nächsten Verwandten wieder: In einer Schimpansengruppe verhindert das Alpha-Tier in bestimmten Situationen, dass zwischen Beta-Tier und anderen Gruppenmitgliedern Bindungen entstehen. Der Ranghöchste sichert so seine Machtposition und hält die Konkurrenz klein.

Wer sägt am Chefsessel?

Die Plattform Forschung erleben berichtet von Experimenten, die überprüften, ob dieses Verhalten auch unter Menschen stattfindet. Die Position in der Chefetage bringt auch Vorteile mit sich – was liegt also näher, als potenzielle Konkurrenten vom Aufstieg möglichst fernzuhalten? Ob sich Führungspersonen mehr um ihre Position sorgen als um das Erreichen von Gruppenzielen, haben Forscher untersucht.

Im Rahmen eines Experiments wurden Teilnehmenden gesagt, dass sie bei einer virtuellen Gruppenaufgabe die Führungsrolle übernehmen werden. Die anderen Gruppenmitglieder existierten allerdings nicht wirklich. Der Führungskraft wurde dann mitgeteilt, dass eines der vermeintlichen Teammitglieder für die zu lösende Aufgabe besonders qualifiziert sei. Der Teilnehmer durfte dann entscheiden, ob die Gruppe die virtuelle Aufgabe gemeinsam oder räumlich von einander getrennt bearbeiten sollten. Sie wurden darauf hingewiesen, dass Teamwork die Leistung steigern würde.

Konkurrenz: Wenn Führungspersonen Talente isolieren

Ergebnisse der Forschungen zeigten, dass die Bearbeitung der Aufgabe davon abhing, ob die Führungsperson nach Dominanz strebte und für wie sicher sie ihre Position hielt. Dominanzorientierte Teilnehmer, die sich unsicher fühlten, entschieden eher, dass das besonders begabte Teammitglied alleine für sich arbeiten sollte. Trotz möglicher negativer Folgen für den Gruppenerfolg isolierten dominante Teilnehmer die gut qualifizierten Personen vom Rest der Gruppe.

Gewisse Parallelen im Verhalten von tierischen Alpha-Männchen oder -Weibchen und menschlichen Führungspersonen liegen aslo nahe. Dominanzorientierte Persönlichkeiten, die sich um ihren Machterhalt sorgen, isolieren talentierte Mitarbeiter. Das kann für Betroffene nicht nur frustrierend sein, sondern sich schädigend auf den gesamten Geschäftserfolg auswirken.

Bildnachweis: ConstantinosZ/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.