Mitarbeiter gesucht: Eine gute Jobbeschreibung ist Teamarbeit

von in HR am Dienstag, 31. März 2015 um 10:35

Eine gelungene Jobbeschreibung ist das Herzstück eines Stelleninserates. Von einer möglichst genauen und ehrlichen Beschreibung profitieren alle Beteiligten. Bewerber erfahren sofort, woran sie sind, ob der Job sie lockt und ob sie zum Unternehmen passen würden. Für den Arbeitgeber erhöht ein gutes Stelleninserat mit detaillierter Jobbeschreibung die Chancen, schneller den passenden Mitarbeiter zu finden.

Erster Schritt: Die Analyse

Was soll in die Jobbeschreibung hinein? Aufschluss darüber gibt die Jobanalyse. Sie sammelt möglichst umfangreiches Material zu jenen Aspekten, die in der Jobbeschreibung landen sollen:

  • Aufgabengebiet
  • Arbeitsumfeld
  • Notwendige Qualifizierungen und Fähigkeiten
  • Gewünschte Ergebnisse: Was soll geleistet werden?
  • Positionierung im Organigramm (z.B. Untersteht direkt der Geschäftsleitung)

Die richtigen Leute für den richtigen Job

Wer kann eine Stelle und damit verbundene Tätigkeiten am besten beschreiben? Bei Jobs, die im Unternehmen bereits existieren, sind das jene, die täglich damit zu tun haben: Arbeitnehmer, die den Job derzeit ausüben und deren direkte Vorgesetzte. Es macht also Sinn, genau diese Personen um ihre Einschätzung zum Job- und Anforderungsprofil zu fragen. Je nach Stelle kann es auch erforderlich sein, Input von Teamkollegen oder Schnittstellen zu anderen Abteilungen zu sammeln. Teamarbeit zwischen HR-Abteilung und Arbeitnehmern ist hier gefragt.

Wunsch oder Realität?

Was die Führungskraft als herausforderndes Arbeitsgebiet bezeichnet, ist in der Realität vielleicht doch etwas mehr und erfordert eine gehörige Portion Stressresistenz. Vielleicht auch noch in einem Großraumbüro mit zehn anderen Kollegen. Die Einschätzung betroffener Arbeitnehmer ist schon alleine deshalb wertvoll, um das Wunsch(denken) von HR und Management von der Realität zu trennen.

Jobbeschreibung Recruiting

Immer schön ehrlich bleiben

Jeder noch so tolle Job hat auch seine Schattenseiten oder Aspekte, die von manchen Arbeitnehmern vielleicht als negativ bewertet werden. Besonders große Brocken wie Sonntagsarbeit, regelmäßig erforderliche Überstunden oder zahlreiche Dienstreisen sollte man bereits in der Jobbeschreibung erwähnen. Sonst stellt man vielleicht erst im Bewerbungsgespräch fest, dass sich die Arbeitszeiten mit den Kinderbetreuungspflichten eines Bewerbers nicht vertragen. Oder die Eventmanagerin nicht in der Lage ist, beim Aufbau des Messestandes regelmäßig mitanzupacken. Vielleicht erfordert die Stelle auch, alleine und selbstständig zu arbeiten. Solche Hinweise sind für alle Bewerber gleichermaßen wichtig: Für passionierte Einzelkämpfer genauso wie für Teamplayer. Im Umkehrschluss gilt auch: Was ein Kandidaten negativ bewertet, ist für einen anderen vielleicht positiv. Ehrlichkeit im Stelleninserat macht sich auf jeden Fall bezahlt und erspart Überraschungen im weiteren Bewerbungsprozess.

Wunschliste an den Bewerber

Abgesehen von fachlichen Anforderungen wie Ausbildungen, Fremdsprachenkenntnisse oder Berufserfahrung können auch Soft Skills Eingang in die Stellenbeschreibung finden. Idealerweise decken sich die Werte des Bewerbers mit jenen des Arbeitgebers. Wer seine Hausaufgaben bezüglich Employer Branding gemacht hat, sollte keine Probleme haben, seine Werte zu kennen und zu kommunizieren. Persönlichkeitsmerkmale, die für den ausgeschriebenen Job wichtig sind, sollten ebenfalls in der Jobbeschreibung erwähnt werden. Vielleicht sind besonders hohe Stressresistenz oder ausgeprägte Serviceorientierung für den Umgang mit gehobener Klientel unabdingbar für den Job. Gut, wenn man das als Bewerber bereits im Vorfeld erfährt.

Wie machen es die anderen?

Es ist natürlich erlaubt, sich inspirieren zu lassen und nachzusehen, wie andere Arbeitgeber ihre Jobs beschreiben: Die Recherche und das Sichten von Stellenanzeigen für ähnliche Jobprofile darf als Schritt bei der Erstellung zum Jobprofil nicht fehlen.

Stelle besetzt, und nun?

Von einer detaillierten Jobbeschreibung profitieren nicht nur Recruiter und Führungskräfte bei der Suche nach den passenden Mitarbeitern. Jobbeschreibungen und Stellenprofile helfen in stark wachsenden Unternehmen, nicht den Überblick zu verlieren. Besonders dann, wenn sich Teams und Strukturen aufgrund des Wachstums immer wieder ändern und neue Positionen geschaffen werden.

Bildnachweis: Rawpixel / Shutterstock; justsolove / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren