„Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen …“ – Jobabsage, was nun?

von in Arbeitsleben, Bewerbung am Mittwoch, 14. Oktober 2015 um 09:35

Eine Absage tut weh. Auch wenn es schon die zehnte am Stück ist und im Idealfall zumindest „Alles Gute für die berufliche Zukunft!“ wünscht. Die Konkurrenz ist groß, der Arbeitsmarkt hart umkämpft und Bewerben wird nicht leichter. So geht man am besten mit einer Absage um.

Man schreibt eine Unzahl an Bewerbungen, wartet oft eine kleine Ewigkeit auf eine Rückmeldung und dann kommt eine Absage oder – noch viel schlimmer – gar nichts! Und das, obwohl man sich sicher war, dass man für die ausgeschriebene Stelle die perfekte Besetzung gewesen wäre! Dieses Gefühl kennen viele Arbeitssuchende und zunehmend auch immer mehr hochqualifizierte.

Absage wegen Überqualifizierung

Das Problem zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Auch viele Akademiker bekommen nach dem Studienabschluss nicht sofort eine Anstellung, müssen sich oft mit Teilzeit- oder Aushilfsjobs über Wasser halten und landen dann manchmal in Arbeitsbereichen, die mit ihrem Studium nur wenig bis überhaupt nichts zu tun haben. Grund dafür kann beispielsweise eine auf den Arbeitsmarkt bezogen falsche Ausbildung sein, denn Fachkräftemangel herrscht heute hauptsächlich im Handwerker- und Technikerbereich und nicht bei Akademikern.

„Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen …“

Vor allem Standardfloskeln und erkennbar automatisiert erstellte Absageschreiben erwecken beim meist ohnehin schon frustrierten Bewerber den Anschein fehlender Wertschätzung. Aber auch vom Personaler persönlich formulierte Briefe und Mails können verärgern, denn oftmals wird einfach kein Grund angeführt, warum es nicht gereicht hat.
Niemand scheitert gerne und möchte das auch noch zugeben. Um aber von einer Niederlage zu profitieren, muss man sich mit ihr auseinandersetzen. Kann man sich nach einem missglückten Bewerbungsgespräch tatsächlich eigene Fehler eingestehen, ist das nur gut – schließlich sind Fehler dazu da, um aus ihnen zu lernen.

Wie man mit einer Absage umgeht

Jeder wird irgendwann abgelehnt – das Entscheidende aber ist, es zu akzeptieren und im besten Fall noch etwas daraus zu machen. Die folgenden 6 Stadien begleiten Sie nach einer Jobabsage.

  1. Gefühl des Versagens: Sie dürfen trauern, nachdem Ihnen ein toller Job durch die Lappen gegangen ist – allerdings nicht zu lange! Vielleicht passen Sie einfach nicht in die Firma und etwas Besseres, Größeres wartet noch auf Sie.
  2. Sich nicht unterkriegen lassen: Keinesfalls das Selbstwertgefühl dadurch mindern lassen – auch wenn eine Absage manchmal doch aus persönlichen Gründen erfolgen kann, darf man´s nicht persönlich nehmen.
  3. Daraus lernen: Gehen Sie der Sache nach! Liegt kein Grund für die Absage vor, nicht aus Bequemlichkeit in der Ungewissheit verharren, sondern explizit aber freundlich nachfragen (am besten telefonisch, da ist die Rücklaufquote am besten), woran es schlussendlich gescheitert ist. Nur so kann man sich im künftigen Bewerbungsprozess verbessern.
    Wichtig: Herauszufinden, ob die Bewerbungsunterlagen unzureichend waren, das Vorstellungsgespräch nicht zufriedenstellend verlaufen ist oder es tatsächlich an der Qualifikation gemangelt hat.
  4. Defizite abbauen: Fehlt es im Lebenslauf tatsächlich an Praxiserfahrung oder Weiterbildungsnachweisen, sollte man dem nach Möglichkeit entgegenwirken – bei Bedarf Praktika, Workshops etc. belegen. Aber Achtung: Immer zielgerichtet weiterbilden und nicht einfach blindlings einen Sprachkurs belegen, wenn man eigentlich in die Technikbranche möchte!
  5. Jobsuche ggf. verfeinern: Überdenken Sie Ihre Suchkriterien! Haben Sie in einem territorial zu klein abgesteckten Gebiet gesucht oder sich nur auf Traumjobs konzentriert? Erweitern Sie ihren Suchradius und womöglich entdecken sie, dass es auch Unternehmen in anders gelagerten Arbeitsbereichen gibt, die interessante Tätigkeiten bieten.
  6. Dranbleiben: Man hatte den Fuß schon in der Tür und in der letzten Runde wird man doch noch von einem Mitbewerber ausgestochen … Dann kann es nicht schaden, weiterhin Kontakt mit dem Unternehmen aufrechtzuerhalten. Vielleicht ergibt sich in der Zukunft eine andere, womöglich noch bessere Gelegenheit.

Bildnachweis: exopixel/Shutterstock

Tanja Karlsböck

Tanja Karlsböck verfasst Blogposts rund umʼs Arbeitsleben, denn Schreiben ist ihre liebste Kulturtechnik.

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