Recruiting von IT-Profis: Das sind die Wünsche der Berufseinsteiger

von in HR am Mittwoch, 7. Oktober 2015 um 10:38

Wie gewinnt man IT-Nachwuchskräfte für das eigene Unternehmen? Diese Frage kann man nicht beantworten, wenn man nicht weiß, was IT-Mitarbeiter bei einem Arbeitgeber begeistert. Eine Studie hat ergründet, was IT-Fachkräfte von Job und Karriere beim Berufseinsteig und nach den ersten Jahren eigentlich erwarten.

Bringt Licht ins Dunkel wenn es darum geht, die besten IT-Fachkräfte zu rekrutieren: Eine groß angelegte Online-Befragung durch die Plattform get in IT und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipizig hat 1.304 IT-Studierende, Auszubildende und Young Professionals nach ihren Vorstellungen und Wünschen befragt: Worauf legen sie bei einem Arbeitgeber wert? Was müssen Job und Unternehmen bieten, damit sie einem Jobangebot zustimmen?

Wie erreicht man gefragte Fachkräfte?

Es ist längst kein Geheimnis mehr: Gute IT-Fachkräfte können sich ihren Job oft aussuchen. Und sie entscheiden sich – natürlich – für jenen Arbeitsplatz, der ihren persönlichen Vorstellungen von Traumjob oder Wunscharbeitgeber am nächsten kommt. Für Arbeitgeber bedeutet das: Recruiting muss bereits an potenzielle Bewerber kommunizieren, was ein Job und ein Unternehmen zu bieten hat. Ehrliche Informationen darüber helfen Berufsanfängern einzuschätzen, was sie realistischerweise erwarten dürfen.

So ticken die IT-Profis auf Jobsuche

IT-Einsteiger sind ein optimistischer Menschenschlag. 91 Prozent schätzen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt gut oder sehr gut ein. Sie wissen, dass sie als Fachkräfte gefragt sind und bei der Jobsuche oft aus verschiedenen Vakanzen wählen können. Einen Fehler darf man allerdings nicht machen: Alle IT-ler in einen Topf werfen. Denn was ihre Wünsche und Ansprüche betrifft, unterscheiden sich die Gruppen durchaus. Was einen Berufseinsteiger happy macht, erfüllt einen Young Professional nach einigen Jahren im Job nur noch bedingt. Ein Blick auf die Erwartungen an den ersten Job, Karrieremöglichkeiten und den Wunscharbeitgeber:

  • Studierende und Auszubildende legen großen Wert auf gezielte Einarbeitung in ihren neuen Aufgabenbereich. Am liebsten mit einem Paten oder Mentoren, der ihnen zur Seite steht. Dabei schätzen sie die Möglichkeit, Dinge auch selbst auszuprobieren. Die Studie empfiehlt Arbeitgebern, bereits im Recruiting mögliche Einstiegsformen an Bewerber zu kommunizieren.
  • Die klassische Führungskarriere und das Erklimmen hierarchischer Stufen sind für IT-Profis meist wenig attraktiv. Eine Führungskarriere ist nur für 18 Prozent der befragten Studierenden interessant. Viel lieber möchten IT-Profis laut Studie innovativ arbeiten und etwas bewegen. Für viele ein großes Karriereziel: Experte in ihrem Fachgebiet werden. Hier lauert laut Studienautoren das Risiko, dass der Karrierebegriff falsch verwendet wird. Neben klassischen Führungskarrieren muss ein Arbeitgeber vor allem attraktive Entwicklungsmöglichkeiten auf fachlicher Ebene bieten.

IT Recruiting Berufliche Ziele Nachwuchskräfte

  • Wer als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden möchte, muss Weiterbildungsmöglichkeiten bieten. IT-Berufseinsteigern ist die Option der Fortbildung besonders wichtig. Ebenfalls nicht unwichtig: Ein gutes Gehalt, nette Kollegen und flexible Arbeitszeiten – wobei Frauen auf die beiden letzten Punkte mehr Wert legen als ihre männlichen Kollegen. Auch die Vereinbarkeit von Familie & Beruf oder die Möglichkeit eines Home-Office-Arbeitsplatzes steht bei Frauen höher im Kurs.

IT Recruiting Arbeitgeberattraktivität Employer Branding

Sucht man einen Job oder einen Arbeitgeber?

Ein guter Grund, in eine starke Arbeitgebermarke und den passenden Außenauftritt zu investieren, ist folgendes Umfrageergebnis: 21 Prozent der Studienteilnehmer geben an, nach interessanten Arbeitgebern Ausschau zu halten und erst dann zu prüfen, ob sie passende Stellenangebote bereithalten. Der Anteil der Studierenden ist dabei höher als bei den Young Professionals. 34 Prozent suchen nach Jobs und prüfen danach, ob sie das Unternehmen attraktiv finden. 45 Prozent nutzen beide Vorgehensweisen.

Zur Studie

Befragt wurden 1.304 Studierende (Bachelor- und Masterstudiengänge) sowie Young Professionals. Die Studie wurde im Zeitraum Anfang Juli bis Anfang August 2015 durchgeführt, das komplette Whitepaper ist hier erhältlich.

Bildnachweis: Ollyy/Shutterstock; get in IT (Grafiken)

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren