Die Arbeitswelt der Frau S. – Gerüchte am Arbeitsplatz

von in Arbeitsleben am Freitag, 11. Juli 2014 um 08:43

Lust auf eine Runde Klatsch und Tratsch? Dann nichts wie ab in die Arbeit! Wohl nirgendwo sonst wird man besser mit Spekulationen und Gerüchten versorgt. Was da an „Weißt du, was ich heute gehört habe …“ und „Ich bin mir ganz sicher, dass…“ ausgetauscht wird, scheint für die einen erstklassigen Unterhaltsamkeitswert zu haben. Für die anderen ist es manchmal nur noch nervend – vor allem dann, wenn man selbst das Hauptgesprächsthema ist.

Weitere Artikel zum Thema

Eine Gastkolumne von Sandra Gortva

Tatort Teeküche

Der Arbeitsplatz ist nicht nur Brutstätte für fleißige Arbeitskräfte, sondern auch für wildeste Gerüchte und Spekulationen. Besonders, weil sich hier immer jemand mit einem offenen Ohr findet und weil es sich in einer kleinen Gruppe, wie es scheint, recht schön Verschwörungstheorien austauschen lässt. Die Neugier treibt uns Menschen eben voran – das Mitteilungsbedürfnis erledigt dann den Rest. Und da kann die Teeküche auch schon mal ganz schnell zu einer erstklassigen Gerüchteküche werden.

Jeden kann es treffen

So lange man nicht selbst Gesprächsthema ist, scheint so ein kleiner Informationsaustausch ja nichts Schlimmes an sich zu haben. Im Gegenteil: Hier können sich Herr und Frau Arbeitnehmer auch mal abseits des alltäglichen Tätigkeitsfeldes in den Vordergrund bringen: Als „Gala“- oder „Neue Post“-Beauftragte(r) der Arbeitswelt sozusagen. Oder aber man lässt sich zumindest etwas von der Arbeit ablenken. Allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass man dort, wo eine Menge über abwesende Kollegen getratscht wird, verständlicherweise auch ganz schnell selbst im Kochtopf der Gerüchteküche landen kann. Plötzlich hat man dann, ohne jegliches Zutun, Beziehungsprobleme, emotionale Schwierigkeiten, Geldsorgen oder vielleicht auch eine baldige Kündigung am Hals …

Aber nicht nur Arbeitskollegen können zu Zielscheiben von Klatsch- und Tratschgeschichten werden. Auch Vorgesetzte, Konkurrenzunternehmen, ehemalige Arbeitskollegen und sogar Reinigungskräfte sind bestens als „Spekulationsmaterial“ geeignet und ideal um die Gesprächskultur anzukurbeln und die Meinungsvielfalt einiger aufblühen zu lassen. Oder der Tratsch dient einfach nur dazu, angestaute negative Emotionen loszuwerden. Die Ziele und Beweggründe sind dabei sehr vielseitig und müssen gar nicht immer böser Natur sein, dennoch können sie einen hart treffen.

Respekt – auch während der Arbeitspausen

Solange sich diese Art von Informationsaustausch im Rahmen hält und es sich hauptsächlich um Unternehmensangelegenheiten dreht, muss man nicht unbedingt gleich den Raum verlassen – im Gegenteil, es könnte einem ja sonst sogar ein kleiner Informationsvorsprung entgehen. Wichtig ist es allerdings, sich nicht selbst aktiv an Halb- oder Unwahrheiten zu beteiligen bzw. den Redner nicht in seiner „unschuldigen“ Hetzkampagne zu bestärken. Respekt, Kollegialität sowie Loyalität sollten nämlich auch in der Arbeit immer an oberster Stelle stehen. Was jetzt den Unterhaltungsfaktor in der Pause anbelangt: Zum Glück gibt es noch viele andere Themen, die das Leben so mit sich bringt und die auf alle Fälle erzählenswert sind, ohne dabei jemand anderen schlecht reden zu müssen …

So, die Pause ruft – mal sehen was ich heute noch zu hören bekomme … Euch allen wünsche ich aber schon mal einen schönen Gerüchte-freien Arbeitstag! Eure Frau S.

Über die Autorin:

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

Bildnachweise: sharpshutter / Quelle Shutterstock

Redaktion

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren