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Fehlende kenntnisse im lebenslauf

Fehlende Kenntnisse im Lebenslauf: So bekommst du den Job trotzdem!

Bewerbung Erstellt am: 18. April 2017 4 Min.

Einschlägiges abgeschlossenes Studium, fünf Jahre Berufspraxis, Erfahrung mit diversen Programmen und und und. Die Liste der Wünsche von Arbeitgebern in Stelleninseraten ist oft lang. Da fragt man sich: Ist das eigentlich möglich? Und: Welche Kriterien muss ich wirklich erfüllen? Wir verraten dir, wie du fehlende Kenntnisse im Lebenslauf richtig verpackst - in 5 Schritten.

Die gute Nachricht: Die wenigsten Arbeitgeber rechnen mit einer hundertprozentigen Übereinstimmung von Stellenanzeige und Bewerberprofil. Wie überall im Leben gilt: Niemand ist perfekt. Die gewünschten Anforderungen eines Unternehmens sind eben das: Wünsche. Lass dich von einschüchternden Jobinseraten also nicht entmutigen! Auch wenn du nicht der „perfekte“ Bewerber bist, solltest du deinem potenziellen neuen Arbeitgeber klar machen können:

„Warum bin ich der richtige Kandidat für euch?“

Fehlende Kenntnisse im Lebenslauf richtig verkaufen: in 5 Schritten #

#1 Kenne die Keywords #

Die Profil-Anforderungen in einem Jobinserat sind oftmals eine inoffizielle Liste an Keywords, die Personalverantwortliche im Auge behalten, wenn sie Bewerbungen aussortieren. Deshalb solltest du darauf achten, Qualifikationen auch anzuführen, wenn du sie erfüllst.

Während manche Anforderungen die Grundvoraussetzung für ein Weiterkommen im Bewerbungsprozess sind, sind andere Qualifikationen bloß ein netter Bonus. Soll man beispielsweise im internationalen Bereich tätig sein und bringt die geforderten Englischkenntnisse nicht mit, wird das eher Probleme bereiten als die fehlende Erfahrung mit dem Programm InDesign. Überlege, was für die ausgeschriebene Stelle essentiell ist und was nettes Beiwerk.

  • Tipp: Wer angibt, für vieles offen, neugierig und lernbereit zu sein, setzt ein wichtiges Zeichen für den Arbeitgeber – nämlich nicht perfekt zu sein, aber besser werden zu wollen! Das kann fehlende Fachkenntnis oft wettmachen.

#2 Streich deine Soft Skills hervor #

Spezielle Programme oder Abläufe kann man sich meist recht schnell aneignen. Für viele Arbeitgeber sind Teamfähigkeit, Empathie oder Flexibilität gewichtiger – denn das kann nur schwer erlernt werden.

Diese Soft Skills kann man übrigens bei den eigenen Interessen im Lebenslauf gut unterbringen. Das Problem bei „kreativ, konfliktfähig und Co“.: Im Lebenslauf werden die einzelnen Eigenschaften unkommentiert schnell zu Buzzwords, die floskelhaft und abgedroschen wirken können.

  • Glaubwürdig transportiert man Soft Skills in Beispielen im Anschreiben. Rühmst du dich etwa als Organisationstalent, solltest du das konkret begründen, etwa so: In meinem Praktikum beim Unternehmen x organisierte ich eigenständig eine Pressekonferenz, aus der drei Medienberichte in lokalen Zeitungen entstanden.
  • Auch ehrenamtliche Tätigkeiten, eine Mitgliedschaft bei einem Verein oder spezifische Sportarten sagen viel aus: Wer beim Musikverein ist, kann womöglich gut mit Menschen und ist zudem musikalisch und kreativ. Wer Marathon läuft, verfügt vermutlich über Ausdauer und Durchhaltevermögen - alles nur Mutmaßungen, aber trotzdem Konnotationen, die beim Leser (dem Personaler) mitschwingen.

#3 Setze auf gleiche Werte #

Was schätzt mein zukünftiger Arbeitgeber? Die Wertekultur eines Unternehmens zu kennen, gehört zu deinen Aufgaben in der Recherchephase der Bewerbung.

  • Schau dir den Online-Auftritt deines potenziellen neuen Arbeitgebers an, die Karriereplattform und die Präsenz auf sozialen Medien. Was wird dort kommuniziert, wie stellt sich das Unternehmen dar und was sagen Mitarbeiter darüber?

Letzteres kann man im Idealfall über Bekannte erfahren, die dort arbeiten. Die Alternative ist mindestens so gut: Über Bewertungsplattformen oder Video-Mitarbeiterinterviews erhält man authentische Einblicke und erfährt zudem ganz nebenbei, wie es vor Ort aussieht oder wie der Dresscode lautet.

Wenn du dich mit den Werten eines Unternehmens identifizieren kannst und das Gefühl hast, dorthin zu „passen“, kannst du viel authentischer argumentieren, warum genau du die richtige Person bist. Oft basiert diese Sympathie zwischen Bewerber und Arbeitgeber auch auf Gegenseitigkeit. Wenn deine Persönlichkeit gut ins Unternehmen passt, wird man dich vermutlich dem Musterkandidaten vorziehen – auch wenn du nicht alle geforderten Kenntnisse mitbringst.

#4 Zeig dem Arbeitgeber den Nutzen auf #

Im Leben gibt es immer wieder Phasen, die uns zum Warten zwingen. Ob es die Zeit zwischen Studium und erster richtiger Arbeit oder die unangekündigte Insolvenz des Arbeitgebers ist. Wichtig dabei ist, diese Phasen für sich selbst und für die persönliche Weiterentwicklung und Weiterbildung zu nutzen (Lücken stopfen!)

Umzüge der Liebe wegen in eine andere Stadt, Firmenwechsel aufgrund von Perspektivlosigkeit? Das zeigt, wie flexibel du bist und dass du immer nach vorne schaust. Ein Jahr auf Weltreise veranschaulicht, dass du selbstständig arbeiten kannst und Neuem gegenüber aufgeschlossen bist.

  • Alles, das für einen neuen Arbeitgeber relevant sein kann, solltest du ihm auch so präsentieren.
  • Willst du den Job wirklich haben, kann es von Vorteil sein, aktiv vorzuschlagen, dir fehlende Kenntnisse bis zum Start anzueignen.

#5 Bleib ehrlich und authentisch #

Was in den Bewerbungsunterlagen gilt, gilt beim Bewerbungsgespräch erst recht! Tischst du in deinem Lebenslauf eine Lüge auf, um eingeladen zu werden, kann das zwar gut gehen, aber die Frage ist „wie lange?“ Meist nur bis zum Gespräch unter vier Augen. Wenn Fähigkeiten beim Vorstellungsgespräch hinterfragt oder gar abgeprüft werden, kann das unschön enden. Und spätestens bei Arbeitsbeginn kann das kräftig nach hinten losgehen und die eigene Reputation nachhaltig schädigen.

  • Bei der Wahrheit bleiben! Lügengebilde brechen unter Druck irgendwann zusammen und machen dir das Leben schwerer, als es sein muss.

Bildnachweis: GaudiLab/Shutterstock


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