Zurück zur Übersicht

Arbeitsrecht

Was muss man bei einer Kündigung beachten?

Hr tipps Arbeitsrecht Kuendigung beachtenswertes

Anlei­tung zum Ver­fas­sen eines Kün­di­gungs­schrei­bens für Arbeit­ge­ber und Arbeitnehmer

Die Kün­di­gung ist die ein­sei­ti­ge Been­di­gung eines unbe­fris­te­ten Arbeits­ver­hält­nis­ses durch den Arbeit­ge­ber oder den Arbeit­neh­mer. Obwohl es dafür im pri­va­ten Arbeits­recht kei­ne Form­vor­schrift gibt und daher Kün­di­gun­gen schrift­lich oder münd­lich erfol­gen kön­nen, emp­fiehlt sich aus Grün­den der Nach­weis­bar­keit die Schriftlichkeit.

Was ist dabei zu beachten?

  • Die Kündigung ist erst wirksam bei Zugang, also wenn sie der Empfänger erhält. Bei persönlicher Übergabe des Kündigungsschreibens ist dies sofort. Bei Übermittlung mit der Post ist das der übliche Zustellzeitpunkt.

  • Bei Angestellten sind Fristen und Termine (= Endtermine; diese fallen also mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses zusammen) zu beachten.

Arbeitgeberkündigung

  • Die Fristen bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber hängen von der Dauer des Arbeitsverhältnisses ab und betragen mindestens sechs Wochen.

zw. 0 und 2 Jahren6 Wochen
2 und 5 Jahren2 Monate
5 und 15 Jahren3 Monate
15 und 25 Jahren4 Monate
nach 25 Jahren5 Monate
  • Als Kündigungstermin gilt grundsätzlich jedes Kalendervierteljahr (31.3., 30.6., 30.9., 31.12.). Im Arbeitsvertrag oder Kollektivvertrag kann jedoch abweichend davon auch der Fünfzehnte oder Letzte eines Kalendermonats als Kündigungstermin vereinbart werden.

  • Ein Kündigungsschreiben durch den Arbeitgeber kann daher bei einem Arbeitsverhältnis mit zB dreijähriger Dauer und einem vereinbarten Kündigungstermin mit Fünfzehntem oder Letztem bei einer Kündigung am 20.1.2015 wie folgt lauten:

Sg Herr/​Frau XY!

Wir kün­di­gen hier­mit Ihr Arbeits­ver­hält­nis unter Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Kün­di­gungs­frist von 2 Mona­ten zum 31.3.2015.

Unter­schrift Arbeitgeber“

Wenn man sich hin­sicht­lich der Fris­ten und/​oder Ter­mi­ne unsi­cher ist, genügt auch fol­gen­de Formulierung:

Wir kün­di­gen hier­mit Ihr Arbeits­ver­hält­nis unter Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Kündigungsfrist.“

Zu beach­ten ist, dass der Arbeit­neh­mer die Kün­di­gung spä­tes­tens am 31.1.2015 erhal­ten muss, da dann zwei vol­le Kalen­der­mo­na­te Kün­di­gungs­frist und der Letz­te eines Monats als Ter­min, der 31.3., fol­gen müssen.

Auch bei feh­len­der Ver­ein­ba­rung eines Kün­di­gungs­ter­mins mit Fünf­zehn­tem oder Letz­tem wäre hier die Quar­tals­kün­di­gung zum 31.3.2015 vorzunehmen.

Arbeitnehmerkündigung

  • Die Kündigungsfrist beträgt 1 Kalendermonat. Es ist jedoch möglich, die Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer bis zu 6 Monate zu vereinbaren, wenn die Kündigungsfrist des Arbeitgebers zumindest gleich lang ist.

  • Der Kündigungstermin ist der Monatsletzte und fällt mit dem letzten Tag des Arbeitsverhältnisses zusammen. Im Arbeitsvertrag oder Kollektivvertrag kann jedoch zusätzlich zum Ende des Kalendermonats auch der Fünfzehnte als Kündigungstermin vereinbart werden.

  • Ein Kündigungsschreiben durch den Arbeitnehmerkann daher bei einem Arbeitsverhältnis mit zB dreijähriger Dauer und einem vereinbarten Kündigungstermin mit Fünfzehntem oder Letztem bei einer Kündigung am 20.1.2015 wie folgt lauten:

Sg Herr/​Frau XY (Die Kün­di­gung wird ent­we­der direkt an den Arbeit­ge­ber oder meist an den Per­so­nal­ver­ant­wort­li­chen adressiert.)!

Ich kün­di­ge hier­mit mein Arbeits­ver­hält­nis unter Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Kün­di­gungs­frist von 1 Monat zum 28.2.2015.

Unter­schrift Arbeitnehmer“

Wenn man sich hin­sicht­lich der Fris­ten und/​oder Ter­mi­ne unsi­cher ist, genügt auch fol­gen­de Formulierung:

Ich kün­di­ge hier­mit mein Arbeits­ver­hält­nis unter Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Kündigungsfrist.“

Zu beach­ten ist, dass der Arbeit­ge­ber bzw der Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che die Kün­di­gung spä­tes­tens am 31.1.2015 erhal­ten muss, da dann ein vol­les Kalen­der­mo­nat Kün­di­gungs­frist und der Letz­te eines Monats als Ter­min, der 28.2., fol­gen müssen.

Stand: Mai 2018

Autor: Mag. Dr. Klaus Mayr LL.M. ist Refe­rent in der Kam­mer für Arbei­ter und Ange­stell­te (Abt. Kom­pe­tenz­zen­trum Betrieb­li­che Inter­es­sen­ver­tre­tung), Mit­glied der Selbst­ver­wal­tung der GKK, Lek­tor der Uni­ver­si­tä­ten Linz & Wien, Fach­kun­di­ger Lai­en­rich­ter beim OGH.

hamburger-x
Overlay 2x