In den kommenden Jahren wird der Arbeitsmarkt mit hoher Wahrscheinlichkeit großen Veränderungen unterliegen. Die Digitalisierung verändert viele Berufe, manche werden sogar verschwinden. Gleichzeitig befindet sich – wie in vielen Industrieländern – auch die österreichische Bevölkerung in einem Alterungsprozess. Dementsprechend umkämpft sind die Fachkräfte von morgen.

Bühne frei für Gen Z

Eine neue Generation verschafft sich Platz: In den kommenden Jahren wird die sogenannte Gen Z die Millennials als die zahlenmäßig größte Generation auf der Welt verdrängen. Schön langsam docken diese jungen Menschen auch auf dem Arbeitsmarkt an und werden den dortigen Status quo durch ihre einzigartige Perspektive auf Karriere und die Bedeutung von Arbeit und Erfolg in Frage stellen.

Wer gehört zur Generation Z?

In der Forschung ist man sich noch nicht ganz einig, was die Zugehörigkeitsfrage anbelangt. Eine Studie von McKinsey zieht den Zeithorizont zwischen 1995 und 2010. Anderswo wird von den Jahrgängen 1998 bis 2016 gesprochen. Und manche sind der Ansicht, dass zur Generation Z alle gehören, die ab 1996 geboren wurden.

Die Definition ist also nicht ganz einfach. Wichtiger als diese sind ohnehin die Umstände, in die die Generation Z hineingeboren wurde: Diese sind wichtig, um zu verstehen, wie diese jungen Menschen denken.

Was hat die Generation Z beeinflusst?

Die Generation Z wurde in eine Welt hineingeboren, die von ständigem Wandel und Umbrüchen gekennzeichnet ist. Sie sind Kinder der Digitalisierung und kennen de facto kein Leben ohne uneingeschränkten Zugang zu Smartphones und Internet. Grenzen sind für sie abstrakt – Menschen auf anderen Kontinenten sind nur einen Klick entfernt.

Jahrtausendkinder sind – zumindest im Großteil des europäischen Raums – im relativen Wohlstand groß geworden, haben bis dato nur wenige globale Krisen, wie zum Beispiel den Terroranschlag von 9/11 oder die Finanzkrise 2007, wirklich bewusst erlebt. Der Klimawandel sowie große gesellschaftspolitische Themen wie Gleichberechtigung und Toleranz begzüglich Sexualität, Race und Gender sind für sie von wesentlicher Bedeutung.

Es wäre ignorant zu denken, dass die neue Generation faul sei und den ganzen Tag auf der Suche nach Likes am Handy kleben würde. Jugendliche und junge Erwachsene nutzen die digitale Sphäre aktiv, um sich mit marginalisierten Menschen zu solidarisieren oder auf anderweitige Missstände hinzuweisen. Die #metoo-Bewegung, Fridays For Future sowie die Unterstützung von Mitgliedern der LGTBQ+ Community bezeugen, dass die Generation Z über ein klar definiertes Werteschema verfügt und sich mit alten, verkrusteten Gegebenheiten nicht abfinden will.

Corona-Krise als einschneidendes Erlebnis

Keine Krise hat die Generation Z bis dato so sehr erschüttert wie die Corona-Pandemie. Viele von ihnen mussten sich in den Schulen und Unis durchs Distance Learning plagen, wurden sozial isoliert und hatten und haben teilweise mit schweren psychischen Folgeerscheinungen zu kämpfen. Ältere Angehörige der Generation Z standen und stehen vor einem stark in Mitleidenschaft gezogenen Arbeitsmarkt und haben nun große Schwierigkeiten mit dem Berufseinstieg.

Ob die Corona-Krise auch langfristige Auswirkungen auf die berufliche Laufbahn der Generation Z haben wird, bleibt abzuwarten.

Wie ticken die jungen Menschen von heute?

Gen Z unterscheidet sich in ganz essenziellen Dingen von den vorherigen Generationen, was den Zugang zur Arbeitswelt anbelangt. Während die Generation Y noch auf Work-Life-Blending setzte und kein Problem damit hatte, wenn die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben verschwimmen, stehen für die Generation Z individuelle Bedürfnisse und Selbstentfaltung im Vordergrund. Freundschaften, Beziehungen und private Interessen werden stärker gewichtet als das Berufsleben – unabhängig davon, wie gern sie ihren Job ausüben.

Das Loyalitätsverhältnis zum Arbeitgeber hat sich ebenfalls um 180 Grad gewendet. Während es vor einigen Jahren nicht unüblich war, den Großteil oder gar das gesamte Berufsleben in einem Betrieb zu verbringen, ist die Gen Z höchst wechselfreudig.

Die Generation Z ist zudem deutlich politischer als ihre Vorgänger. Sie beschäftigen sich mit existenziellen Fragen wie der Klimakrise und dem Umgang mit Ressourcen, was in der globalen „Fridays For Future“-Bewegung mündete. Da viele dieser Generation im Familienbund zur Eigenständigkeit erzogen wurden, haben sie keine Angst davor, Probleme selbst anzugehen. Das schlägt sich auch in ihrer Arbeitsweise nieder.

Wie bereits erwähnt legt die Generation Z großen Wert auf Gleichberechtigung und Diversität – und erwartet dasselbe auch von Unternehmen. Immer häufiger identifizieren sich junge Menschen als non-binär oder dem dritten Geschlecht zugehörig. Verständlicherweise wollen sie in einem Unternehmen arbeiten, das sie so akzeptiert, wie sie sind. Daher ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Unternehmen einen inklusiven Raum bieten.

Wie Sie sehen, sind die Fachkräfte von morgen durch den Wunsch geprägt, sich individuell auszudrücken und in keine Schublade stecken zu lassen. Angehörige der Gen Z sind pragmatisch und selbstsicher, sie haben eine eigene Meinung und kein Problem damit, diese zu verteidigen. Diese standhaften Eigenschaften machen sie zu wertvollen Mitarbeiter*innen.

Gen Z

Generation Z erfolgreich rekrutieren

Sie wollen junge Menschen ansprechen? Dann müssen Sie sich mit dem Gedanken anfreunden, dass das Angebot im Homeoffice oder im Ausland zu arbeiten oder ein familienfreundliches Umfeld als alleinige Argumente nicht mehr greifen.

Diese Generation von Arbeitnehmer*innen sucht etwas anderes, nämlich Sinnhaftigkeit und Abwechslung. Die Gen Z hat keine Lust aufs Jobs, bei denen sie sich langweilt. Sie will die Welt verändern, im Idealfall verbessern, oder zumindest einen Beitrag dazu leisten. Der Job und das Unternehmen selbst müssen mit ihren Werten vereinbar sein – dafür ist die Generation Z auch bereit, Einschnitte beim Gehalt hinzunehmen. Geld ist zwar kein irrelevanter Aspekt, aber nimmt nicht mehr einen so hohen Stellenwert ein, wie das bei älteren Jahrgängen der Fall ist. Der Professional Fit ist wichtiger als die Zahl, die am Ende des Monats am Bankkonto eingeht.

Mit folgenden Angeboten können Sie Angehörige der Generation Z überzeugen:

  • Flexible Arbeitsmodelle anbieten
  • Diverse Arbeitskultur entwickeln und pflegen
  • Weiterbildungsmöglichkeiten durch Coachings und Workshops ermöglichen
  • Raum für Eigeninitiative schaffen
  • Prozesse weitestmöglich digitalisieren
  • Rasche Abwicklung des Bewerbungsprozesses, z.B. durch One-Click-Bewerbung
  • Auf Augenhöhe kommunizieren
  • Mobile Recruiting praktizieren
  • Direktansprache über Talentpools wie die karriere.at talent.cloud

7 Tipps, um die Generation Z im Unternehmen zu halten

Junge Menschen zu rekrutieren ist eine Sache. Sie zu halten und zu führen eine ganz andere. Die Gen Z will nicht von oben herab Aufträge diktiert bekommen, sondern eigenverantwortlich arbeiten können. Sie wünscht sich einen wertschätzenden Umgang mit wertvollem Feedback, um eine kontinuierliche Lernkurve zu garantieren.

Hier unsere 7 Tipps, um Gen Z erfolgreich zu führen:

Direkte Kommunikation
Junge Menschen wollen nicht nur geführt, sondern auch verstanden werden. Sie schätzen direkte, ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe. Suchen Sie also so oft wie möglich den Dialog, zum Beispiel, um Verbesserungsvorschläge einholen zu können.
Keine falschen Versprechungen
Seien Sie von Anfang an ehrlich mit jungen Bewerber*innen. Machen Sie weder vor noch während der Beschäftigung falsche Versprechungen und stehen Sie zu Ihrem Wort.
Generation Z miteinbeziehen
Gen Z liebt die Möglichkeit, bei großen Projekten mitgestalten zu können. Schaffen Sie daher genügend Raum, damit sie eigene Ideen einbringen können.
Verantwortung abgeben
Die Generation Z scheut vor Herausforderungen nicht zurück! Auch wenn Sie vielleicht Bedenken haben, sollten Sie jungen Mitarbeiter*innen die Chance geben, sich zu beweisen.
Stärken und Schwächen kennen
Zwar werden junge Menschen quasi mit dem Smartphone in der Hand geboren. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch digitale Prozesse in der Arbeitswelt verstehen. Außerdem gilt: Jeder Mensch ist unterschiedlich. Gehen Sie also auf die jeweiligen Stärken und Schwächen ein.
Konstruktives und regelmäßiges Feedback
Zeigen Sie auf, wo Ihre jungen Mitarbeiter*innen Verbesserungsbedarf haben, aber vergessen Sie nicht aufs Loben! Regelmäßiges Feedback ist wichtig, damit sie sich laufend weiterentwickeln können.
Work-Life-Cut akzeptieren
Die Generation Z will ein geregeltes Arbeitsleben, in dem Berufliches und Privates strikt voneinander getrennt ist. Führungskräfte sollten akzeptieren und forcieren, dass ihre Mitarbeiter*innen ohne schlechtes Gewissen Feierabend machen und auf eine ausgewogene Work-Life-Balance achten.

Möglichkeiten schaffen, um Talente zu halten

Unternehmen werden in den nächsten Jahren die Art, wie sie rekrutieren, Talente entwickeln und sich organisieren überdenken müssen. Die Zeiten, in denen Bewerber*innen nach ihrem Schul- oder Universitätsabschluss Jobanforderungen automatisch gerecht werden können, ist vorbei. Die Gen Z will sich ein Sammelsurium an Skills aneignen, anstatt sich auf eine einzige Spezialisierung zu versteifen.

Für Sie als Arbeitgeber ist das ein klarer Vorteil. Je breiter aufgestellt das Skillset, desto vielseitiger sind Mitarbeiter*innen einsetzbar. Interdisziplinäres Denken und interdisziplinäre Kenntnisse waren noch nie so wertvoll wie in unserer modernen, schnelllebigen Welt.

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