30. Januar 2018 · Arbeitsleben · von

Ziele erreichen: Wie dir der Cliffhanger-Effekt dabei hilft

Ein Ziel erreichen, eine unliebsame Aufgabe zu Ende bringen – dabei können dir zwei Effekte aus der Psychologie helfen. Was es mit den Damen Zeigarnik und Ovsiankina auf sich hat und wie du dein Gehirn mit Cliffhangern auf Trab halten kannst:

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Schaust du manchmal eine Serie fertig, auch wenn sie dir eigentlich nicht gefällt, du willst aber wissen, wie es weitergeht? Dann hat der Cliffhanger zugeschlagen, und den kannst du dir zu Nutze machen. Benannt wurde der Zeigarnik-Effekt nach einer Gestaltpsychologin, die herausfand, dass sich das Gehirn an unerledigte bzw. nicht abgeschlossene Aufgaben besser erinnert als an vollendete. In Anlehnung an ein Stilmittel, ohne das erfolgreiche Serien kaum auskommen, wird das Phänomen auch Cliffhanger-Effekt genannt. Im Laborumfeld hat Zeigarnik in den 1920er-Jahren Probanden kleine Aufgaben erledigen lassen. Manche Studienteilnehmer wurden dabei immer wieder einmal unterbrochen, andere konnten die Aufgaben in Ruhe fertigstellen. Danach wurden sie gefragt, an welche Aufgaben sie sich noch erinnern konnten. Dabei stellte sich heraus, dass sie sich eher an jene Aufgaben erinnerten, bei denen sie unterbrochen wurden.

„Ich mach das jetzt fertig!“

Das Gehirn erinnert sich aber nicht nur an unterbrochene Aufgaben besser, sondern hat auch das Bedürfnis, sie fortzusetzen. Hand in Hand mit dem ersten Effekt geht ein weiterer, der Ovsiankina-Effekt. Dem zufolge steht das Gehirn nach Setzen eines Zieles unter Spannung: Entspannung erfährt es erst, wenn die Aufgabe erledigt bzw. das Ziel erreicht wird. In Versuchen wurden Probanden beim Erledigen von Aufgaben immer wieder unterbrochen und gestört. Entweder, es wurde ihnen eine völlig neue Aufgabe aufgetragen oder sie wurden scheinbar zufällig unterbrochen und z.B. gebeten, jemandem rasch bei etwas zu helfen. Bei den Zufallsunterbrechungen kehren 100 Prozent der Versuchsteilnehmer zur ursprünglichen Aufgabe zurück, vier von fünf Probanden kehrten von der neuen Aufgaben zur alten zurück, um sie noch zu vollenden.

Wenn du deiner To-do-Liste Herr werden möchtest, kannst du dir diese Effekte zu Nutze machen.

  • Erster Schritt: Fang einfach an! Auf diese Weise verankerst du die Aufgabe in deinem Gedächtnis. Du beginnst mit einem Task und auch, wenn du deine Aufgabe nicht fertigstellen kannst, bleibt sie dir im Gedächtnis haften.
  • Fang klein an und starte mit einfachen Teilaufgaben. So verlierst du nicht gleich zu Beginn den Mut. Ist eine Aufgabe nämlich zu schwer und erscheint unlösbar, lässt die Spannung nach und das Gehirn verliert das Interesse an der Lösung.
  • Der Effekt hilft dir nicht, wenn du am Erreichen des Ziels von vornherein kein Interesse hast oder denkst, dass du es ohnehin nicht schaffen wirst.

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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