Erstellt am 8. Juli 2019 · Arbeitsleben · von

Tattoos im Job: Unternehmen längst kein Dorn mehr im Auge

Lesezeit: 2 Minuten

Im Sommer stechen sie noch mehr ins Auge als sonst: Tattoos. Nicht wenige Arbeitnehmer plagen dann Fragen wie: Darf ich meine verzierte Haut zeigen? Was sagt mein Chef dazu? Kann mein Körperschmuck gar ein Kündigungsgrund sein?

Wer jetzt ins Grübeln kommt und angesichts seiner Tätowierungen im schlimmsten Fall zu verzweifeln droht, kann das Gedankenkarussell vorerst stoppen. Eine aktuelle karriere.at Erhebung gibt nämlich Entwarnung: Demnach ist Tinte in der Haut nicht nur in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sondern offenbar auch im Job kein großes Streitthema mehr.

Tattoos ein No-Go? In den meisten Fällen nicht

„Tattoos im Job: Gern gesehen oder verpönt?“, lautete die Fragestellung. Jeder soll tun und lassen, was er will, fanden knapp zwei Drittel der 651 beteiligten Arbeitnehmer – konkret waren es 62 Prozent. Für nahezu jeden Fünften (17 Prozent) ist der Körperschmuck kein Problem, solange er verborgen bleibt. 16 Prozent wiederum sehen darin einen Ausdruck von Individualität und Kreativität. Nur vier Prozent erklärten, dass Tattoos in ihrem Job überhaupt nicht geduldet sind.

Von den 150 befragten HR-Managern, Geschäftsführern und Führungskräften sind sogar 70 Prozent der Meinung, dass jeder machen kann, wonach ihm ist. Jeder fünfte Unternehmensvertreter hat mit Tätowierungen kein Problem, solange man sie nicht sieht. Für drei Prozent wiederum zeugen sie von Individualität und Kreativität. Gerade einmal sieben Prozent bezeichneten Tinte in der Haut als absolutes No-Go in ihrem Berufszweig.

„Stärken entwickeln, anstatt in ein Korsett gezwängt zu werden.“

Thomas Olbrich, Chief Culture Officer bei karriere.at, kommentiert die Umfrage-Ergebnisse so: „Natürlich gibt es von Branche zu Branche unterschiedliche Spielregeln. Dennoch sollte heutzutage soweit möglich das Credo lauten: leben und leben lassen.“ Unbestritten ist, dass Mitarbeiter, die sie selbst sein dürfen und sich individuell entfalten können, viel eher Stärken entwickeln als jene, die in ein Korsett gezwängt werden. „Das gilt nicht nur für Tätowierungen, sondern generell für alle Ausdrucksformen und fördert die für das Berufsleben so wichtige Diversität“, betont Olbrich.

Gerade fürs Team gilt: Die Unterschiedlichkeit machts aus.

Tattoos doch ein Tabu? Das Gespräch suchen

Abschließend ein Tipp: Wer sich über die Spielregeln am Arbeitsplatz nicht im Klaren ist, sucht am besten das Gespräch. Es muss nicht immer gleich der Vorgesetzte sein, auch ein alter Office-Hase kann dabei helfen, Unklarheiten aus dem Weg zu räumen und damit möglichen Missverständnissen vorzubeugen. Wenn man sich dann noch immer nicht ganz sicher ist, beim Chef höchstpersönlich anklopfen und mit offenen Karten spielen. Denn auch im Fall von Tattoos fährt man sicher nicht schlecht mit dem (Office-)Motto „Ehrlichkeit kommt besser an“.

 

Bildnachweis: shutterstock / SFIO CRACHO, Prostock-studio

Tobias Prietzel

Als Stimme von karriere.at recherchiert, spricht und schreibt Toby – u.a. für unseren Blog. Eines seiner größten Autorenvorbilder, wenn es um Einfallsreichtum und Spannung geht, ist Stephen King.

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