24. Mai 2017 · HR · von

Was macht im Job zufrieden und wer muss für dieses Glück sorgen?

Ob es Arbeitnehmern im Job gut oder weniger gut geht, das hängt von zahlreichen Faktoren ab. Aber wer ist für die Zufriedenheit verantwortlich? Der Mitarbeiter selbst oder doch der Arbeitgeber? Für eine Studie wurden Angestellte und Arbeitgeber zum Thema Glück im Job befragt.

Die Studie „Die Zeit ist reif. Glücklich arbeiten“ im Auftrag von Robert Half ist den Geheimnissen glücklicher Mitarbeiter auf der Spur und untersucht, was im Job für Zufriedenheit sorgt. Mehr als 23.000 Arbeitnehmer in acht Ländern haben dafür Auskunft gegeben. Die Ergebnisse sind für Arbeitgeber interessant, geben sie doch Aufschluss darüber, was Mitarbeiter happy macht und längere Zeit im Job hält.

Was ist berufliches Glück?

Spaß im Job, jeden Tag Zufriedenheit erleben – was macht berufliches Glück eigentlich aus? Und gibt es eine Glücksformel für die Arbeitswelt? In der Studie wird berufliches Glück folgendermaßen definiert: Glücklich arbeiten ist mehr als eine kurzfristige Stimmung. Es ist ein Gefühl der allgemeinen Zufriedenheit und des Sinns, den man durch die Arbeit und die Wertschätzung dafür verspürt. Glück im Job bedeutet also nicht, jeden Tag topmotiviert zu sein und immer gerne zur Arbeit zu gehen. Schlechte Tage gehören zum Berufsleben ebenfalls dazu. Die negativen Emotionen dürfen allerdings nicht überwiegen und zum Dauerzustand werden. Was glücklich macht, ist außerdem immer sehr individuell. Trotzdem gibt es Faktoren, die abseits persönlicher Präferenzen generell happy machen – z.B. Fairness oder respektvoller Umgang miteinander.

Der glücklichste Arbeitnehmer

Würden alle Glücksfaktoren auf eine Person zutreffen, sähe diese so aus: Zwischen 18 und 35 Jahre alt, in einer Leitungsfunktion im Marketing- oder Kreativbereich tätig, arbeitet in einem kleinen Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern und ist dem Arbeitgeber weniger als ein Jahr oder zwischen sechs und zehn Jahren treu.

Das sind die drei Faktoren, die Mitarbeiter weltweit zu ihren Top 3 der Glücklichmacher küren:

  1. Stolz
  2. Fairness und Respekt
  3. Wertschätzung

Glücksbringer: Arbeitgeber oder Mitarbeiter selbst?

Und wer trägt jetzt die Verantwortung für Zufriedenheit im Job? Die Studienteilnehmer aus Europa beantworten diese Frage so:

  • Fast ein Drittel fühlt sich als Mitarbeiter selbst dafür verantwortlich.
  • 43 Prozent der Angestellten meinen, dass Arbeitgeber und Mitarbeiter gleichermaßen für Glück im Job verantwortlich sind (Führungskräfte: 45 Prozent).
  • Happiness im Job – dafür muss der Arbeitgeber sorgen. Das sehen 30 Prozent der Führungskräfte und 27 Prozent der Mitarbeiter so.

Glücks-Boost: Das können Arbeitgeber tun

Glück im Job ist nicht nur wichtig, weil Stress und Unzufriedenheit das persönliche Wohlbefinden einschränken, sondern auch, weil unzufriedene Mitarbeiter andere Arbeitgeber in Betracht ziehen. Jeder zehnte Studienteilnehmer gibt an, beruflich unzufrieden zu sein und einen Jobwechsel zu planen. Die Gründe für das fehlende Glück sind oft „weiche“ Faktoren: Mangelnde Wertschätzung durch die Führungskraft, zu wenig Verantwortung, die falschen Aufgaben oder Unterforderung. Damit es an diesen Dingen nicht scheitert, müssen Arbeitgeber bereits bei der Personalauswahl auf gute Passung zwischen möglichen Kandidaten und Unternehmen achten. Nur drei Dinge, die für zufriedene Mitarbeiter sorgen:

#1 Der richtige Job für den richtigen Arbeitnehmer

Grundlage dafür, dass es zwischen neuem Mitarbeiter und dem Team überhaupt erst funktionieren kann: die sorgfältige Auswahl neuer Arbeitnehmer. Ehrliche Kommunikation im Recruitingprozess und ausreichend Informationen zu Job und Karrieremöglichkeiten sind hier das Um und Auf: Von der aussagekräftigen Stellenanzeige bis zum ausführlichen Bewerbungsgespräch auf Augenhöhe. Mitarbeitern, die bereits längere Zeit im Job sind, muss das Nachjustieren ihrer Ziele und Karrierewünsche ermöglicht werden.

#2 Wertschätzung, aber ehrlich

Kritik hagelt es oft schneller als ehrliches Lob – dabei motivieren positive Worte ungemein. Fehler, die dabei oft passieren: Positives Feedback erfolgt entweder zu spät („Neulich haben Sie das gut gelöst“) oder zu wenig konkret („Ich bemerke, dass Sie sich immer sehr bemühen“). Vorsicht aber vor zu viel Lob: Feedback für jede Kleinigkeit macht Wertschätzung unglaubwürdig.

#3 „Was du machst, ist sinnvoll!“

Wissen, wozu man überhaupt in die Arbeit geht: Zufriedene Arbeitnehmer wissen am Ende der Woche, wofür sie in den vergangenen Tagen Zeit und Energie investiert haben. Wer einer sinnstiftenden Arbeit nachgeht, ist laut Studie auch zufriedener. Hier schließt sich der Kreis zu Kommunikation und Wertschätzung: Nur wer vom Arbeitgeber auch erfährt, welchen Beitrag er täglich leistet, erkennt den Sinn seiner Tätigkeit. Das ist besonders wichtig in großen Organisationen mit zahlreichen Arbeitnehmern und Prozessen. Denn auch die „kleinen Rädchen“ sind wichtig für das große Ganze.

Bildnachweis: Pavinee Chareonpanich / Shutterstock

Martina Kettner

Martina Kettner hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at hat sie lange über Karrierethemen gebloggt, jetzt führt sie ihre eigene Karriere in den USA weiter.

karriere.at verwendet Cookies, um dein Benutzererlebnis zu verbessern und personalisierte Werbung anbieten zu können. Weitere Informationen und deine Opt-Out Möglichkeit findest du auf unserer Datenschutzseite.