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Multitasking

Mythos Multitasking: Warum es mehr schadet als es nützt

Produktivität Erstellt am: 02. Mai 2022 2 Min.

Multitasking wird häufig als erstrebenswerte Fähigkeit im modernen Berufsalltag angesehen. Doch unser Gehirn ist nur sehr beschränkt multitaskingfähig und braucht Zeit, um sich voll auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Warum du Dinge lieber der Reihe nach als gleichzeitig erledigen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Während man mit einem Kunden telefoniert, sammelt man schnell noch die Unterlagen für das bevorstehende Meeting zusammen, aus dem Augenwinkel sieht man eine E-Mail eintrudeln: Der Chef braucht die Quartalszahlen – am besten sofort. Mit einem Ohr telefoniert man, mit dem anderen hört man Geplauder aus der Teeküche. Und ganz fix werden noch ein paar Punkte auf die tägliche To-Do-Liste gekritzelt. Multitasking gehört zu unserer Arbeitswelt (und auch zum Privatleben) dazu und stellt unsere Denk- und Arbeitsweise vor neue Herausforderungen. Denn unser Gehirn ist nur beschränkt multitaskingfähig.

Mehrere Routinetätigkeiten gleichzeitig sind möglich #

Der Begriff „Multitasking“ kommt ursprünglich aus der Computerwelt und bezeichnet die Fähigkeit eines Betriebssystems, mehrere Tasks gleichzeitig zu erledigen. Unser Gehirn kann das auch – allerdings nur in geringem Maße. So können wir mehrere Routinetätigkeiten gleichzeitig durchführen, die nur geringe Konzentration erfordern, etwa Zähneputzen und die Uhr ablesen, oder den Geschirrspüler einräumen und dabei Radio hören. Die Einkaufsliste schreiben und gleichzeitig eine Frage beantworten fällt uns hingegen schon schwerer.

Multitasking stört den „Flow“ #

Tätigkeiten mit einem höheren Komplexitätsgrad gleichzeitig durchzuführen stellt unser Gehirn vor eine große Herausforderung, denn diese Tätigkeiten erfordern Konzentration. Unser Gehirn kann sich aber immer nur auf eine Sache voll konzentrieren, sodass es beim Multitasking ständig zwischen den beiden Aufgaben hin- und herswitchen muss. Das führt dazu, dass man sich immer wieder selbst „rausreißt“, den Fokus verliert und damit auch anfälliger für Fehler wird. Der berühmte „Flow“, bei dem man alles andere ausblendet und sich mit voller Konzentration einer Aufgabe widmet, kann damit nicht entstehen.

Multitasking kostet viel Energie #

Laut Hirnforscher und Autor Bernd Hufnagl schaffen wir es nur rund 11 Minuten lang, konzentriert an einer Sache dranzubleiben, weil wir immer wieder von Mails, Anrufen oder anderen Störfaktoren abgelenkt werden. Hektik und das ständige Hin- und Herspringen zwischen unterschiedlichen Tätigkeiten gehören zum Arbeitsalltag und kosten dem Gehirn enorm viel Energie. Dazwischen wird immer wieder sogenannte Beruhigungsarbeit geleistet. Man überzeugt sich damit, dass für alle anderen Aufgaben noch genug Zeit bleibt und springt deshalb für solche „Kontrollbesuche“ immer wieder zu anderen Tätigkeiten. Damit dauert Multitasking insgesamt länger, als wenn man Tasks nacheinander abarbeitet.

Die skizzierte Hektik führt auch zu mehr Stress, ist anstrengender und belastet mehr. Multitasking schadet uns und unserer Leistung also mehr als es nützt.

In seinem Buch „Besser fix als fertig“ gibt Bernd Hufnagl einige Tipps für „hirngerechtes Arbeiten“. Um äußere Ablenkungen wie E-Mail Benachrichtigungen (Pop-ups) zu minimieren, sollten sie während des Arbeitstags immer wieder für einige Zeit ausgeschaltet werden. Damit verhindert man, dass neue Nachrichten einen immer wieder aus seiner Tätigkeit holen, und kann sich in konzentriertes Arbeiten vertiefen.

Bildnachweis: shutterstock/Artie Medvedev


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