Erstellt am 4. März 2021 · Arbeitsleben · von

Homeoffice mit Kindern – zwischen Utopie und Selbstorganisation

Lesezeit: 3 Minuten

Kinderbetreuung im Homeoffice: Dass das manchmal ein Ding der Unmöglichkeit ist, davon können viele Eltern mittlerweile ein Lied singen. Nicht gesungen, dafür aber geschrieben hat Autorin und Bloggerin Daniela Gaigg über ihre Erfahrungen und Tipps, wie das Homeoffice mit Kindern klappen kann.

Ein Gastartikel von Daniela Gaigg, Betreiberin des Familienblogs „Die kleine Botin

Wer zusammen mit Kindern im Homeoffice sitzt, lernt sich binnen weniger Tage komplett neu zu strukturieren. Oder verliert erst Mal die Fassung, ehe der Familienrat tagt und die Regeln neu gefasst werden.

Homeoffice mit Kindern ist nicht komplett unmöglich, aber verlangt allen Beteiligten einiges ab! Am besten gelingt es, eine Struktur zu finden, wenn alle Familienmitglieder zu Wort kommen und sich mit ihren Bedürfnissen gehört fühlen.

Bloggerin Daniela Gaigg

Daniela Gaigg, „die kleine Botin“

Homeoffice mit Kind

Wenn die Kinderbetreuung (wie beispielsweise durch Covid-19) ausfällt und Arbeits- und Spielzeit kombiniert werden müssen, braucht man starke Nerven und einen ausgeklügelten Zeitplan.

Viele Kinder malen oder zeichnen gern oder lieben Konzentrationsspiele, wie Perlen fädeln oder einfache Sortiertätigkeiten mit bunten Steinen oder Bügelperlen. Wer den Arbeitsplatz so einrichten kann, dass das Kind daneben werken kann, gewinnt bis zu einer halben Stunde Arbeitszeit. Die Vorbereitung des Tisches mit allem, was das Kind braucht, sollte man vorher bewerkstelligen. Wichtig ist auch, dass das Kind vorher ausgeschlafen und satt ist, das spart viel Energie.

„Wer den Arbeitsplatz so einrichten kann, dass das Kind daneben werken kann, gewinnt bis zu einer halben Stunde Arbeitszeit.“

TV, Tablet und Smartphone sind bestenfalls Notfalls-Lösungen, können aber Kinder ab etwa 5 oder 6 Jahren auch mal 20 bis 40 Minuten still beschäftigen, wenn ein Call oder ein Online-Meeting dringend sind.

Partner teilen sich Kinderbetreuung auf

Idealerweise teilen sich Eltern die Kinderbetreuung im Homeoffice.

Homeoffice mit Kleinkind

Solange das Kind noch nicht im Kindergartenalter ist, gestaltet sich jede Art von Arbeitsroutine schwierig, weil sich am Ende nur die Schlafenszeiten des Babys anbieten, um konzentriert zu arbeiten. Der Haushalt kann warten, die Wäsche auch.

„Der Haushalt kann warten, die Wäsche auch.“

So gelingt es zumindest tageweise, sich an ein realistisches Arbeitspensum heranzuwagen, um zum Beispiel in Karenzzeiten den Arbeitgeber nicht komplett außen vor zu lassen oder wichtige Projekte weiter zu begleiten. Es ist wichtig, sich mit dem Partner abzusprechen und gegebenenfalls stundenweise einen Babysitter zu organisieren.

Homeoffice mit Schulkind

Wenn Schulbesuch nicht möglich ist und Aufgaben im Rahmen von Distance-Learning zu machen sind, ist ein geregelter minimaler Homeoffice-Zeitraum möglich, solange die Arbeitszeit an die Bedürfnisse des Kindes angepasst wird.

„Kinder können rund 20 bis 30 Minuten fokussiert arbeiten.“

Essen, Erklärungen der Aufgaben, Materialien, … sind definitiv gut vorzubereiten, andernfalls springt man alle drei Minuten auf…. Kinder können rund 20 bis 30 Minuten fokussiert arbeiten, wenn eine Aufgabe sie interessiert, manchmal ist die Zeitspanne auch wesentlich geringer. Es macht Sinn, diese Zeiteinheiten mit Hilfe eines Plans zurechtzulegen und zusammen mit dem Kind zu besprechen. Auch was es machen kann, wenn es früher fertig ist, oder nicht weiterkommt. Ein Wecker gibt Bescheid, sobald 25 Minuten vorbei sind. Das entspricht auch der bewährten „Pomodoro Technik“, die zum Lernen von Inhalten oder für konzentriertes Arbeiten als Zeitmanagement erprobt ist.

gemeinsam konzentriert arbeiten

Wenn Papa arbeitet, arbeitet auch die Tochter.

Nach den Konzentrationsphasen wird kurz besprochen, eine Bewegungseinheit oder ein kurzes, motivierendes Spiel, ein Snack oder ein Tanz zum Lieblingslied können eine willkommene Abwechslung sein, ehe die nächsten 25 Minuten Konzentration folgen.

Wer es gewohnt ist, sich immer schon selbst zu organisieren und die Zeit so einzuteilen, wie der Tag es verlangt, wird auch im Homeoffice mit Kindern einigermaßen gut zurechtkommen. Natürlich gibt es solche und solche Tage, aber im Großen und Ganzen kann es mit Planung gut klappen.

„Natürlich gibt es solche und solche Tage.“

Ein Wochen-/ Tagesplaner kann die grobe Struktur vorgeben, der auch schon für Nichtleser mit Hilfe von Symbolen gut zeigt, WANN WAS gemacht wird. Besonders wichtig in straff organisierten Zeiten, sind die Pausen und die freien Einheiten, wie Nachmittage oder ein Wochenende OHNE Ziel und Plan.

Zur Person

Daniela Gaigg ist Autorin und Bloggerin uns arbeitet seit 2014 regelmässig von zuhause aus. Ihre Aufgaben umfassen schreiben ebenso wie Video- und Fotoproduktion für ihr Blog und diverse Social-Media-Accounts für Kunden. Ihre Kinder sind 7 und 10 Jahre alt und so ist neben Homeoffice auch das Zeitmanagement und die Organisation von Schulaufgaben Teil ihres Alltags.

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Bildnachweis: shutterstock/; Daniela Gaigg/Bianca Kübler Photography

Redaktion