28. November 2018 · Arbeitsleben, HR · von

Unfreundlich, aber schön: So erleben Expats Wien

Das Expat City Ranking 2018 belegt, was eingeborene Österreicher schon immer wissen: Wien ist anders. Zwar unfreundlich auf den ersten Blick, doch irgendwie auch liebenswert, mit hoher Lebensqualität und niedrigem Einkommen. Na, do schau her! Das sind die Ergebnisse:

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Mehr als 18.000 Expats, also Auswanderer, weltweit wurden im Zuge der Expat Insider Studie von InterNations zum Leben und Arbeiten in ihrer aktuellen Wahlheimat befragt. Damit wurde die Wirkung von insgesamt 72 Städten auf Auswanderer analysiert. Wien liegt, ganz der österreichischen „Jo, passt scho“-Mentalität entsprechend, mit Platz 34 im Mittelfeld des Städtevergleichs.

Öffis und Umwelt: Das mögen Expats an Wien

Dass Wien zu den lebenswertesten Städten der Welt gehört, empfinden auch die Expats so. Die urbane Lebensqualität wird mit 95 Prozent Zufriedenheit als eine der besten im Städtevergleich bewertet. Gut zu wissen für Personaler: Immerhin zählt eine bessere Lebensqualität zu den Top-Gründen fürs Auswandern. Insbesondere das gute Öffi-Angebot finden die Expats in Wien urleiwand – um ins Office oder zum Coworking Space zu kommen, braucht man in Wien eben kein Auto. Das freut die Expats ebenso wie die gute medizinische Versorgung und die Umweltqualität in der Stadt.

„Die Österreicher könnten etwas herzlicher sein.“

Expats in Wien stört die Unfreundlichkeit weniger

Obwohl Wien mit Platz 65 von 72 im Freundlichkeits-Vergleich auch 2018 zu den unfreundlichsten Städten im Expat City Ranking zählt, sind die Expats recht zufrieden mit ihrem Sozialleben. Generell wünschen sich die Expats zwar mehr Herzlichkeit von den Österreichern, tatsächlich scheint die Aufgeschlossenheit gegenüber Fremden jedoch zu steigen. Bereits 42 Prozent der Expats in Wien empfinden es leicht, neue Leute kennenzulernen. Im Vorjahr waren es nur 31 Prozent der Teilnehmer. „Na, dann pudl di ned so auf!“, werden nun viele Wiener gewohnt charmant fordern – jedoch erfolglos. Die Sprachbarriere scheint nämlich eine der Haupthürden bei der sozialen Integration zu sein. Fast die Hälfte der Studienteilnehmer ist davon überzeugt, dass man ohne (Landes-)Sprachkenntnisse in Wien nicht zurechtkommt.

Politik und Finanzen: die wunden Punkte der Hauptstadt

Eine Wohnung zu finden, bewerten die Expats in Wien als eher schwierig und auch mit der finanziellen Situation sind 31 Prozent der befragten Wahlwiener unzufrieden. Spannend: Das ist mehr als doppelt so viel wie der Durchschnittswert aller teilnehmenden Expats in ganz Österreich. Ob man sich vom Leben in der Hauptstadt prinzipiell ein höheres Einkommensniveau erhofft oder einfach öfter von des Wieners Vorliebe fürs Raunzen Gebrauch macht, bleibt dabei unklar. Eine klare Sache hingegen ist die Zufriedenheit mit der politischen Stabilität in Österreich. Diese ist im Vergleich zum Vorjahr nämlich um ganze 15 Prozentpunkte auf 68 Prozent gesunken.

Über das Expat City Ranking 2018

Das Städteranking beruht auf der diesjährigen Expat Insider Studie von InterNations, dem weltweit größten Expat-Netzwerk. Über 18.000 im Ausland lebende und arbeitende Teilnehmer stellten dabei Informationen zu zahlreichen Aspekten ihres Lebens im Ausland zur Verfügung. Die Studie bietet damit ein Ranking von 72 Städten, das auf Bewertungsfaktoren wie Lebensqualität, Eingewöhnung im Ausland, Arbeitsleben, Finanzen & Wohnen beruht. 2018 sind die Top 3 Städte für Expats Taipeh, Singapur, Manama, die Schlusslichter bilden Rom, Dschidda und Riad.

Bildnachweis: mRGB/shutterstock

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.

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