Große Unzufriedenheit mit Technik am Arbeitsplatz

von in Arbeitsleben am Montag, 20. Januar 2014 um 11:41

Eine Flut an E-Mails und zum Teil überflüssigen Meetings, Missverständnisse und Entscheidungsschwäche: Wie wichtig funktionierende Kommunikation ist, wird meist erst dann deutlich, wenn sie fehlt. Wie eine aktuelle Deloitte-Studie zeigt, ist die Mehrheit der Arbeitnehmer mit der bereitgestellten Technologie unzufrieden. Darunter leiden Mitarbeiter aber auch Unternehmenserfolg.

Nur 20 Prozent aktuell zufrieden

3600 Arbeitnehmer in ganz Europa wurden befragt, welche Tools sie sich für eine bessere Zusammenarbeit am Arbeitsplatz wünschen. Die Ergebnisse sind alarmierend: 43 Prozent meinen, dass der Zugang zu gemeinsamen Dateien, Videokonferenzen oder Chats die Produktivität steigern würde. Dem gegenüber stehen jedoch nur 20 Prozent, die mit den aktuell im Unternehmen vorhandenen Tools zufrieden sind. Besonders unzufrieden sind die Befragten mit den digitalen Instrumenten für die Zusammenarbeit am Arbeitsplatz: Nur vier Prozent beschreiben ihre diesbezügliche Ausrüstung als gut.

Privat bereits schneller und moderner

VIdeochatDen zunehmenden Wunsch nach „modernen“ Kollaborationstools führen die Studienautoren auf die private Nutzung der Arbeitnehmer zurück. Denn wer privat etwa sei Jahren mit der Tante in Australien oder dem Sohn in New York chattet, der wird diese rasche und unkomplizierte Kommunikationsform eher auch im Arbeitsalltag gerne nutzen. „Fast 60 Prozent der Menschen in Deutschland nutzen privat digitale Kollaborationstools. Daher überrascht es nicht, dass sie diese auch bei der Arbeit nutzen möchten, um Produktivität und Zufriedenheit zu erhöhen“, kommentiert Thilo Többens von Deloitte Digital. Das Potenzial dieser Tools ist hoch – und zwar auf verschiedenen, auch teils unerwarteten Ebenen. Oder wer hätte gedacht, dass Mitarbeiter mit Zugang zu Videokonferenzen & Co. auch zufriedener mit ihrer Unternehmenskultur sind? Oder etwa, dass sie der Meinung sind, dass ihre Arbeitsmoral dem Arbeitgeber eher am Herzen liegt?

Innovationsgeist leidet

InnovationenUmso erstaunlicher, dass – im Zeitalter von Always on, Social Media & Co. – die Bereitstellung solcher Tools eher die Ausnahme darstellt. Laut der Befragung hatten nur 28 Prozent der Arbeitnehmer die Möglichkeit zu Videokonferenzen, kollaborative Online-Werkzeuge stehen nur jedem vierten Arbeitnehmer zur Verfügung. Dieser fehlende Zugang wirkt sich auch auf Innovationen aus. Denn wie die Auswertung zeigt, besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen den Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der Innovationsfähigkeit. Nicht weniger als 62 Prozent (!) der Befragten aus Deutschland gaben an, in einer Umgebung mit wenig Innovation bzw. Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu arbeiten. Die deutschen Arbeitnehmer sind es übrigens auch, die im europäischen Vergleich gesehen am seltensten Chats oder Videokonferenzen nutzen.

Bildnachweis: worac_sp / Quelle Shutterstock, Monkey Business Images / Quelle Shutterstock, Peshkova / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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