Gemeinsam statt einsam: Teamwork erhöht die eigene Motivation

von in Arbeitsleben, HR am Donnerstag, 30. Juli 2015 um 09:21

Wenn die richtigen Personen zusammenarbeiten, macht Teamarbeit vieles leichter. Was ist wirklich ausschlaggebend für den gemeinsamen Erfolg: Die vereinte Arbeitskraft oder bereits die Motivation, mit anderen Menschen gemeinsam an etwas zu arbeiten? Die Plattform Forschung erleben berichtet von einer Studie, die das genauer untersucht und Erstaunliches festgestellt hat.

Die Zusammenarbeit mit anderen Menschen spielt eine zentrale Rolle – vom gemeinsamen Bauen einer Sandburg in der Kindheit bis hin zur Teamarbeit im Erwerbsleben. Viele Dinge wären alleine gar nicht oder nur mit viel Mühe erreichbar. Ein Forschungsteam nahm an, dass alleine das Gefühl der Zusammenarbeit für jede Menge Motivation sorgen kann – sogar dann, wenn man eigentlich ganz alleine an etwas arbeitet.

Gemeinsam sind wir stark

Die Annahme wurde an folgendem Experiment getestet: Die Studienteilnehmer trafen sich zunächst und stellten sich einander vor. Danach wurden sie für die Bearbeitung einer Aufgabe alleine auf einzelne Räume aufgeteilt. Eine Hälfte der Beteiligten wurde über den Studienzweck unter dem Titel „Wie Menschen zusammen Rätsel lösen“ aufgeklärt. Für die Bearbeitung erhielten sie einen Tipp, der angeblich von einem anderen Teilnehmer kam. Die andere Hälfte erfuhr lediglich, dass es darum ginge „wie Menschen Rätsel lösen“. Sie erhielten ebenfalls einen Tipp zur Aufgabenbearbeitung, der kam jedoch von der Versuchsleitung. Beide Gruppen lösten also Aufgaben: Während einige Teilnehmer einfach parallel und für sich an der Aufgabe tüftelten, wurde bei der anderen Personengruppe ein Gefühl der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Hilfestellung geweckt. Würden diese Studienteilnehmer motivierter arbeiten, als die „Einzelkämpfer“?

Teamwork fördert die innere Motivation

Die Aufgabe, die gelöst werden sollte, war unlösbar. Die Ausdauer der Teilnehmer sollte Aufschluss über ihre Motivation geben. Es war jedem frei gestellt, jederzeit abzubrechen und mit einer anderen Aufgabe weiterzumachen. Jene Teilnehmer, die den angeblichen Tipp eines anderen Probanden erhielten, versuchten deutlich länger, das Rätsel zu lösen. In einer abschließenden Befragung gaben sie außerdem an, aus eigenem Interesse länger an der Lösung gearbeitet zu haben als jene, die nur parallel zueinander gearbeitet hatten. Äußere Anreize wie Konkurrenzdenken dürfte für die Teamworker weniger Motivation bringen, als der innere Antrieb, die Aufgabe lösen zu können.

In weiteren Experimenten wurde belegt, dass gemeinsames Arbeiten insbesondere die innere Motivation erhöht: Anstrengende Aufgaben wurden mit mehr Einsatz und weniger Erschöpfung gelöst, wenn den Studienteilnehmern vermittelt wurde, dass sie mit anderen Personen zusammenarbeiten. Konkurrenzdenken oder Gefühle der Verpflichtung anderen gegenüber wurden hierdurch hingegen nicht erhöht.

Die Studien zeigen also, dass alleine das Gefühl von Teamwork für einen Motivationsschub sorgen kann – sogar dann, wenn man gar nicht wirklich mit anderen Personen zusammenarbeitet. Ein interessanter Aspekt für die Zusammenarbeit im Arbeitsalltag.

Bildnachweis: William Perugini / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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