Innere Kündigung ist belastender als Arbeitslosigkeit

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt am Donnerstag, 10. Oktober 2013 um 10:44

Arbeitslosigkeit hat viele Gesichter, eines davon ist sicherlich die Belastung, die diese Situation für Betroffene sowie deren Familien mit sich bringt. Es geht jedoch auch schlimmer. Denn wie eine aktuelle Studie zeigt, leiden Mitarbeiter, die innerlich bereits gekündigt haben, sogar noch etwas stärker als Arbeitslose.

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Arbeitslos ist nicht gleich arbeitslos

Arbeitslos ist nicht gleich arbeitslos – es ist zum Beispiel von großer Bedeutung, ob die Situation unfreiwillig oder freiwillig entstanden ist. Denn wer seine Kündgung als Befreiungsschlag sieht und zugleich optimistisch in die Zukunft blickt, hat freilich ganz andere Voraussetzungen als jemand, der vergeblich auf Jobsuche ist. Gerade in letzterem Fall sind neben den finanziellen auch die seelischen Folgen spürbar. Es gibt jedoch eine Gruppe, der es mitunter noch schlechter geht und zwar sind das jene, die einen Job haben – diesen aber lieber gestern als heute aufgeben würden.

Job kann so belastend sein wie „Joblosigkeit“

befreiung_jobZu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Gallup Healthway Well-Being Index. Für diesen wurden sowohl Arbeitslose als auch Beschäftigte unter anderem gebeten, ihr derzeitiges Leben zu bewerten sowie eine Zukunftsprognose abzugeben. Die Ergebnisse sind spannend: 32 Prozent der befragten Arbeitslosen sind sowohl mit ihrer Situation zufrieden als auch zuversichtlich, was die eigene Zukunft betrifft. Unter jenen Befragten, die einen Job haben, emotional aber nicht an der Arbeitgeber gebunden sind, sind dies 31 Prozent. „Die Ergebnisse zeigen, dass ein Job genauso belastend sein kann als die Arbeitslosigkeit“, interpretiert Marco Nink von Gallup die Ergebnisse.

Wem geht es am besten?

zuversichtWem geht es also am besten? Jenen Arbeitnehmern, die emotional stark an ihren Arbeitgeber gebunden sind. Die deutliche Mehrheit, nämlich 62 Prozent, fühlt sich zufrieden und zuversichtlich. Genauer nachgefragt zeigt sich, dass hingegen jene, die keine besondere Bindung zu ihrem Arbeitgeber haben, häufiger als Arbeitslose negative Gefühle wie Sorgen, Traurigkeit, Stress oder Wut empfinden. „Gerade Stress hat schlechte Auswirkungen auf die Gesundheit. Insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sollten Unternehmen großes Interesse daran haben, dass ihre Mitarbeiter langfristig gesund und damit leistungsfähig sind“, so Nink.

Wer ist schuld an zu geringer Bindung?

Dass Arbeit auch glücklich machen kann, zeigen folgende Detailergebnisse: 84 Prozent der Arbeitslosen aber nur 77 Prozent der unglücklichen Mitarbeiter gaben bei der Befragung an, am Vortag Glück empfunden zu haben. Ähnlich die Zahlen bei Spaß (79 Prozent zu 64 Prozent) oder Lachen (78 Prozent zu 63 Prozent). „Über alle Kategorien hinweg wird deutlich, dass Arbeitnehmer mit einer hohen emotionalen Bindung am häufigsten positive und gleichzeitg am seltensten negative Erlebnisse verspüren.“ Und wer ist schuld an zu geringer emtionaler Bindung?

Was gute Chefs ausmacht

feedback„Auslöser für die mangelnde emotionale Bindung ist meistens der direkte Vorgesetze mit seinem Führungsverhalten“, weiß Nink. Getreu dem Motto „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ sind regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen auch und gerade für Führungskräfte das Um und Auf. Die Mitarbeiter erwarten von ihren Vorgesetzten vor allem folgende Punkte:

  • Klares Formulieren der Erwartungen
  • Den Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, sich einzubringen
  • Die individuellen Stärken fördern
  • Regelmäßiges positives und konstruktives Feedback geben

 

Bildnachweis: ollyy / Quelle Shutterstock, vita khorzhevska / Quelle Shutterstock, pupunkkop / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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