Personalarbeit: Geschäftsführung und HR setzen Prioritäten anders

von in HR am Donnerstag, 9. Juni 2016 um 10:34

Kurz vor Jahresbeginn haben wir bereits einen Blick auf jene Themen geworfen, die heuer für HR relevant werden – jetzt folgt eine kurze Bestandsaufnahme der aktuellen Situation: Der aktuelle HR-Klima Index hat abgefragt, an welchen Themen heimische Personalabteilungen in diesem Jahr arbeiten und worauf ihr Fokus liegt.

Besser sein, als die anderen

Der Wettbewerb um gute Arbeitnehmer ist groß und der War for Talent gibt in österreichischen HR-Abteilungen den Ton an. Das schlägt sich auch in der Prioritätensetzung heimischer Personalabteilungen nieder. Der aktuelle HR-Klima-Index von Kienbaum hat bei 115 Arbeitgebern genauer nachgefragt: Welche Bereiche sind für HR und Unternehmen derzeit besonders relevant?

  • Für aussichtsreiche Kandidaten noch attraktiver zu werden – das steht auf der Prioritätenliste ganz oben. Mehr als 60 Prozent der österreichischen Unternehmen sehen die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität als wichtigste Aufgabe in diesem Jahr.
  • In Führungs- und Management-Themen besser zu werden, das schreibt sich knapp die Hälfte der Arbeitgeber ins Pflichtenheft.
  • Rund ein Drittel der Unternehmen legt den Schwerpunkt der Personalarbeit auf strategische Planung.

Ganz einig sind sich Geschäftsführung und Personalabteilung bei der Prioritätensetzung allerdings nicht immer: „Die Anforderungen der Geschäftsführung und die Prioritäten der Personalverantwortlichen klaffen in einigen Punkten auseinander. Während sich Geschäftsführer meist mehr Engagement der Personalverantwortlichen in Bereichen wie Kompetenz- und Skill-Management oder Vergütung und Anreizstrukturen wünschen, setzen Personalverantwortliche ihre Schwerpunkte im Talent  Management und Change Management“, sagt Alfred Berger von Kienbaum Wien.

Die Zukunft sieht gut aus

In die Zukunft blicken die heimischen Arbeitgeber zuversichtlich – mehr als die Hälfte der Befragten erwarten eine positive Umsatzentwicklung. Besonders optimistisch sind Personalmanager aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie dem produzierenden Gewerbe.  Die guten Aussichten wirken sich positiv auf den Personalbedarf aus: 41 Prozent der österreichischen Unternehmen rechnen damit, ihre Mitarbeiterzahl in diesem Jahr um bis zu fünf Prozent zu steigern.

Digitalisierung: Arbeitgeber sehen Verbesserungsbedarf

Auch wenn die Zukunft rosig aussieht, Flexibilität und Agilität entscheiden darüber, wie erfolgreich ein Unternehmen letzten Endes ist. Das gilt auch für HR- und Personalarbeit: 70 Prozent der befragten Unternehmen geben an, ihre Personal-Prozesse noch optimieren zu müssen. Knapp die Hälfte meint, bei der Digitalisierung von HR-Prozessen nachbessern zu müssen. Interessantes Detail: Dem Thema Digitalisierung wurde im vergangenen Jahr noch viel weniger Bedeutung beigemessen. 2015 hatte das Thema für nur 19 Prozent der Unternehmen hohe Relevanz, heuer sind es bereits 48 Prozent.

An diesen Themen wird außerdem gearbeitet: 40 Prozent halten die Kompetenzentwicklung in den HR-Abteilungen für wichtig. Die Verbesserung der internen Kommunikation steht für 35 Prozent auf der Agenda.

HR-Jobs und Budget

Die Budgets für die Personalabteilungen werden heuer weitestgehend stagnieren – davon geht die Hälfte der Personalverantwortlichen aus. Auch die Mitarbeiteranzahl im HR-Bereich wird laut 71 Prozent der Befragten gleich bleiben.

Bildnachweis: Jirsak/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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