Arbeitgeberinfos: Weil es nicht egal ist, für wen man arbeitet

von in Jobsuche am Montag, 16. Februar 2015 um 20:28

Was nützt der beste Job, wenn der Arbeitgeber so gar nicht zur eigenen Persönlichkeit und den Werten passt? Wie bei einem Unternehmen gearbeitet wird, ist bereits im Vorfeld der Bewerbung interessant: Wie sieht der Arbeitsplatz aus? Welche Benefits werden geboten? Und unter welchen Rahmenbedingungen werde ich dort arbeiten? Unsere aktuelle Online-Umfrage zeigt, dass sich Jobsuchende bereits im Vorfeld über den Wunscharbeitsgeber informieren möchten. Erfreulich ist, dass Arbeitgeber diese Infos gerne bereitstellen.

Auf der Suche nach dem Wunscharbeitgeber

Bewertungsplattformen für Produkte, Hotels oder Dienstleister boomen. Weil Kunden vorab wissen möchten, worauf sie sich beim Kauf einlassen. Der Wunsch nach umfassenden Informationen macht auch vor der Arbeitswelt nicht halt: Bevor man seine Bewerbung an einen potenziellen Arbeitgeber schickt, möchte man wissen, woran man dort ist: Starre Hierarchien oder lockerer Umgangston? Fixe Arbeitszeiten oder flexible Lösungen? Teamevents und kostenloses Mittagessen oder Butterbrot im Großraumbüro?

Was suchen Sie im Netz?

Arbeitgeberinfos ArbeitnehmerDiese Frage beantworteten 429 Arbeitnehmer so: Fast jeder Dritte wünscht sich konkrete Informationen zum Bewerbungsprozess. Fast genauso viele Jobsuchende suchen nach authentischen Einblicken in den Arbeitsalltag. Mit ausgeschriebenen Jobs geben sich 25 Prozent zufrieden, 18 Prozent interessieren sich für harte Fakten wie Umsatz, Unternehmensgröße oder Standorte.

Authentische Einblicke ziehen am besten

Arbeitgeberinfos UnternehmensvertreterDer überwiegende Teil der befragten Unternehmensvertreter (72 Prozent) ist überzeugt, dass man mit authentischen Einblicken potenzielle Kandidaten am besten erreicht. 17 Prozent sprechen Bewerber mit Stelleninseraten an, 8 Prozent denken, dass Hard-Facts wie Umsatz oder Standort interessant sind. Nur drei Prozent halten ausschließlich Bewerbungs-Infos relevant.

10 Strategien für die Suche nach Arbeitgeberinfos

Google

Klar, die Suchmaschine ist Anlaufstelle Nummer Eins bei der Informationsbeschaffung. Googlen kann man nicht nur das Unternehmen, sondern auch Geschäftsführer, die HR-Verantwortlichen oder die Führungskraft der Abteilung, in der man gerne arbeiten möchte: Bei großen Unternehmen stehen die Chancen gut, dass Google Medienberichte, Interviews und andere Treffer ausspuckt, in denen es sich um Firmenphilosophie, Geschäftserfolge oder andere Infos dreht.

Firmenwebsite

Es geht ans Eingemachte: Mit Zahlen, Daten und Fakten versorgt die firmeneigene Website Informationshungrige. Fragen rund um laufende Projekte, Geschäftsfelder, Unternehmensgröße und mehr sollten sich bereits hier klären lassen. Nicht vergessen, auch den Pressebereich zu checken.

Karrierewebsite

Eine umfassende Karrierewebsite macht es Bewerbern einfach, an Arbeitgeberinfos zu kommen. Investiert ein Unternehmen in eine eigene Website für Jobmöglichkeiten, wird die nicht nur mit Stellenanzeigen befüllt, sondern ermöglicht mit Fotos und Videos auch einen Blick hinter die Kulissen.

Persönlicher Kontakt

Karrieremessen an Schulen, Unis oder FHs oder ein Tag der offenen Tür sind zwar nicht für spontane Informationsbeschaffung geeignet, wer sich für einen Arbeitgeber interessiert, sollte solche Events aber nutzen. Auch ohne konkret auf Jobsuche zu sein, eignen sich Karrieremessen gut, um erste Kontakte zu knüpfen und zwanglos Fragen zu stellen. Vor Ort steht meist nicht nur der HR-Verantwortliche Rede und Antwort, sondern auch Mitarbeiter oder Lehrlingsausbildner. Außerdem kann man dort auch gleich seine Visitenkarte oder Lebenslauf hinterlassen.

Jobbörsen

Inhalt und Gestaltung der Stelleninserate kann auch Aufschluss darüber geben, wie der Wunscharbeitgeber so tickt: Konservatives Inserat, kurz und knapp oder einladend und modern? Verfügt er über ein Firmenprofil, gibt es hier zusätzliche Infos – vielleicht sogar in Form von Fotos und Videos.

Mundpropaganda

Oft kennt man jemanden, der jemanden kennt, dessen Schwester… ihr wisst, worauf wir hinauswollen: Je größer ein Unternehmen desto höher die Chance, dass man über Bekannte oder Freunde Anknüpfungspunkte dorthin findet. Besonders abseits der Ballungsräume sind viele Arbeitgeber so gut wie jedem ein Begriff. Angesichts des Fachkräftemangels legen sich diese Arbeitgeber außerdem ohnehin ins Zeug, um als attraktives Unternehmen wahr genommen zu werden.

Businessprofile

Unternehmen, die mit einem Firmenprofil auf Xing oder LinkedIn vertreten sind, versorgen Interessierte dort mit Informationen – hauptsächlich aber zu Hardfacts und weniger zum Thema „Wir als Arbeitsplatz“. Ein Klick auf die verlinkten Mitarbeiterprofile lohnt sich, vielleicht kennt man jemanden?

Facebookseite

Mit welchen Infos Arbeitgeber ihre Facebookseite bespielen, ist unterschiedlich. Wer sich als attraktiver Arbeitsplatz präsentieren möchte, wird diese Möglichkeit aber nicht auslassen. Auf der Facebookseite befindet sich manchmal ein eigener Reiter zu einem Bereich, der sich Karrieremöglichkeiten und Einblicken ins Unternehmen widmet.

Social Media

Neben Facebook hat der Wunscharbeitgeber vielleicht auch Accounts bei Twitter, Instagram oder Youtube – unbedingt checken! Manche Arbeitgeber führen einen Corporate Blog über Produkte und das Unternehmen. Ein Blick darauf lohnt sich meistens, um einen Eindruck zu gewinnen.

Bewertungsplattformen

Es gibt wohl kaum einen Arbeitgeber, über den noch nicht auf Bewertungsplattformen gesprochen wird – im Guten, wie im Schlechten. Bei der Lektüre sollte man sich bewusst sein, dass vorhandene Bewertungen eventuell einen Hang zum Negativen haben: Ein frustrierter Arbeitnehmern lässt seinem Frust vielleicht schneller Lauf, als jemand, der im Job ohnehin zufrieden ist.

Bildnachweis: Rawpixel / Quelle Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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