Zum Seiteninhalt springen
Zurück zu Gesundheit
Rückkehr zur Arbeit

Back To Work: So gelingt die Rückkehr nach dem Krankenstand

Gesundheit Aktualisiert am: 29. November 2022 3 Min.

Wie sieht es aus, wenn erkrankte Arbeitnehmer*innen längere Fehlzeiten hinter sich haben und wieder ins Berufsleben zurückkehren möchten? Betriebliches Eingliederungsmanagement unterstützt Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber bei der Rückkehr nach dem Krankenstand.

Nach dem Krankenstand: Ich bin wieder da

Die Genesung nach dem Autounfall verlief gut. Silke kehrt nach mehrwöchigem Krankenstand und Reha an ihren Arbeitsplatz zurück. So fit wie vor dem Unfall ist sie noch nicht, im Großen und Ganzen aber wiederhergestellt. Beim Betreten des Büros freuen sich die sichtlich erschöpften Kolleg*innen über ihre Rückkehr. Die Chefin ruft sie zum Gespräch und erwähnt nach der Begrüßung, dass jetzt wieder vollster Arbeitseinsatz gefragt ist. Das Team kam in ihrer Abwesenheit mit vielen Überstunden gerade so über die Runden, aber jetzt ist Silke ja wieder da. Mit einem schmerzenden Rücken kehrt sie an ihren Schreibtisch zurück, um sich wieder in die Arbeit einzufinden. Es wird ein langer Tag.

Die Rückkehr an den Arbeitsplatz

Silkes Krankenstand war für alle unangenehm: Für sie selbst, für ihre Kolleg*innen im Team und für den Arbeitgeber. Wie gelungene Rückkehr nach einem längeren Krankenstand aussehen kann, damit beschäftigt sich Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM). Egal ob Bandscheibenvorfall, Burn-out, chronische Krankheit oder Unfall: Dass Arbeitnehmer*innen mehrere Wochen pro Jahr im Job fehlen, ist keine Seltenheit. 2021 haben österreichische Arbeitnehmer*innen laut WIFO-Fehlzeitenreport durchschnittlich 12,7 Tage im Krankenstand verbracht. Damit es gar nicht erst zu Krankheit oder anderer Schädigung kommt, darum kümmert sich die Arbeitssicherheit. Betriebliche Gesundheitsförderung zielt darauf ab, die Gesundheit der Mitarbeitenden zu erhalten. Das funktioniert in vielen österreichischen Betrieben gut bzw. ist gesetzlich verankert. Arbeitgeber sollten aber auch im Blick haben, was nach einem Unfall oder einer Erkrankung bei der Rückkehr der Arbeitnehmer*in geschieht.

Für welche Unternehmen macht BEM Sinn?

BEM macht grundsätzlich in jedem Unternehmen Sinn. Es gibt aber Unterschiede in der Herangehensweise.

„Eine Struktur für Betriebliches Eingliederungsmanagement macht Sinn für mittelständische Betriebe, ab cirka 150 oder 250 Arbeitnehmer*innen“

Im Weiteren erklärt Klaus Wögerer: "Bei kleineren Unternehmen mit weniger Mitarbeitenden fällt es ohnehin eher auf, wenn jemand längere Zeit fehlt. Bei großen Firmen kann es eher passieren, dass ein längerer Krankenstand unter den Tisch fällt“. Das Betriebsservice con|tour gmbh, einer Einrichtung beratet Unternehmen zum Thema BEM. Die Vorgehensweise beim betrieblichen Eingliederungsmanagement erfolgt strukturiert und geplant. Es handelt sich dabei um eine Managementstruktur, die sich an alle Arbeitnehmer*innen richtet. Die Rückkehr nach Unfall oder Krankheit wird so nicht dem Zufall überlassen.

Voraussetzungen für den Prozess

  • Bewusst
  • Strukturiert
  • Freiwillig
  • Vertrauensvoll
9ABD1A75-BCF5-46F4-B355-ECBC068378BE@3x

Info!

Anders als in Deutschland, ist in Österreich das BEM nicht innerbetrieblich organisiert. Es gibt dafür externe staatlich finanzierte Organisationen, die allen zur Verfügung stehen - wie beispielsweise die Beratungsstelle fit2work.

So läuft BEM ab

Die Idee hinter BEM sieht laut Wögerer folgendermaßen aus: „Wenn eine Arbeitnehmer*in nach längerer Abwesenheit wieder in den Betrieb zurückkehrt, begleitet eine BEM-Beauftragter seine Wiedereingliederung.“ Von einer längeren Fehlzeit spricht man, wenn ein Arbeitnehmer länger als sechs Wochen abwesend ist. Das kann am Stück sein, oder auch über ein Jahr verteilt. BEM-Beauftragte können Betriebsräte, Arbeitsmediziner*inne, externe Coaches oder jemand aus der Personalabteilung sein. „Führungskräfte können ebenfalls als BEM-Beauftragte tätig sein. Meist wird laut Wögerer aber versucht, den Prozess von Führungskräften zumindest anfangs zu entkoppeln.

Nach der Rückkehr aus dem Krankenstand werden Betroffene von einem BEM-Beauftragten kontaktiert. In einem ersten Gespräch wird gemeinsam evaluiert, welche Maßnahmen für die Rückkehr an den Arbeitsplatz notwendig sind. Was die Arbeitnehmer*in für ihren Rückkehr benötigt, kann sehr unterschiedlich sein: Ein Gespräch, ein spezieller Sessel für den Arbeitsplatz, Arbeitszeitreduktion für ein paar Monate oder den Verweis an externe Beratungsstellen. Aus Einzelfällen können außerdem Maßnahmen für die gesamte Belegschaft gezogen werden.

Angebot für alle - aber keine Kontrollmaßnahme

Es kann auch sein, dass nach längerem Krankenstand keine Maßnahmen notwendig sind oder Arbeitnehmer*innen nicht am Prozess teilnehmen möchten. „Mit BEM kann man aber auch an Grenzen stoßen. Zum Beispiel, wenn ein sehr schwerer Unfall passiert ist und für den Betroffenen im Unternehmen kein geeigneter Arbeitsplatz zu finden ist“, sagt Wögerer. Und: BEM ist kein Kontrollprogramm. Arbeitgeber und Arbeitnehmer*innenvertretung bieten Hilfe und Maßnahmen an. Arbeitnehmer*innen entscheiden selbst, ob sie Hilfe in Anspruch nehmen möchten, oder nicht.

Zur Info

fit2work ist eine staatlich finanzierte Beratungsstelle für individuelle Personen sowie Unternehmen, die sie auch beim Aus- und Aufbau des Betrieblichen Eingliederungsmanagements unterstützen.

Krankenstand oder Arbeit - so gehts richtig!

Erstellt am: 09. November 2014 2 Min.

Hatschi! War das etwa gerade der Kollege, der da seiner Umwelt lautstark mitgeteilt hat, dass ihm ein ‚Gesundheit’ jetzt auch nicht mehr weiterhilft? Zwei Drittel der Arbeitnehmer gehen auch krank zur Arbeit, obwohl sie eigentlich daheim im Bett bleiben sollten. Und wenn die eigene Fieberkurve ansteigt? Geht man dann in die Arbeit, oder soll man sich ausruhen? Und wie geht man nochmal mit dem Thema Krankenstand um?

Back for good! Die Spotify-Playlist für deine Rückkehr ins Büro

Erstellt am: 28. Mai 2020 2 Min.

Für jede Stimmung gibt es den passenden Song: Je nachdem, ob du nach der Büro-Zwangspause froh darüber bist, endlich wieder deine Kollegen abseits von Zoom zu sehen oder dir nichts sehnlicher wünscht, als wieder allein zuhause am Schreibtisch und in Jogginghose deine Ruhe zu haben – we´ve got you covered! Mit Klassikern von Scooter über die Beastie Boys bis zu Bon Jovi:


Avatar Redaktion 2x

Redaktion
Mehr erfahren

  • Beitrag teilen:

Entdecke mehr zu diesem Thema

Tipps gegen Stress: Sieben Tage für mehr Ausgleich

Erstellt am: 20. Januar 2017 2 Min.

Wenn du Stress dauerhaft in den Griff bekommen und deinen Umgang mit psychischen Belastungen verbessern möchtest, kannst du sofort damit loslegen. Sieben Tage reichen bereits, um typische Stresssituationen zu erkennen und Lösungen zu finden. Eine kostenlose Broschüre führt dich durch eine Woche, die ganz im Zeichen der Stressbekämpfung steht.

Besser vermeiden: Diese 5 großen Fehler im Recruiting

Erstellt am: 18. Mai 2017 2 Min.

Bewerber können auf Jobsuche viel falsch machen, aber auch auf Seite der Arbeitgeber gibt es jede Menge Fehlerpotenzial. Heute deshalb ein Blick auf 5 Recruiting-Sünden, die den HR-Alltag und die Suche nach Kandidaten schwerer machen, als er sein müsste.

m/w/d: Das dritte Geschlecht im Recruiting

Erstellt am: 08. Januar 2019 3 Min.

Juristisch ist es noch nicht lange anerkannt, dennoch macht sich das dritte Geschlecht in Stellenanzeigen schon bemerkbar. Inserate werden um „d“, „x“ oder Gender-Sternchen erweitert und geschlechtsneutrale Formulierungen bemühen sich um sprachliche Sensibilität. Aber welche Begriffe sind korrekt und was ist rechtlich wirklich nötig? Wir versuchen, etwas Klarheit in die Sache zu bringen.