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Inflation

Inflation und Gehalt: was du als Arbeitnehmer*in wissen musst

Gehalt Erstellt am: 27. Oktober 2022 3 Min.

„Steigende Inflation und Lebenserhaltungskrise“ – in den Medien sind zurzeit viele solche Schlagzeilen zu lesen. Welche Herausforderungen sind damit verbunden? Hier gibt es die wichtigsten Informationen für Arbeitnehmer*innen einfach und kompakt zusammengefasst.

Die Inflationsrate steigt – in Österreich beträgt sie im September 10,5 Prozent (Quelle: Statistik Austria). Der tägliche Einkauf, Miete, Tanken oder der Spritzer beim Heurigen – die Preise steigen rasant an und das Leben wird für alle teurer. Mit anderen Worten wird auch das gleichbleibende Gehalt weniger wert, da man sich um € 100,- weniger kaufen kann als vergleichsweise letztes Jahr.

Warum steigen die Kosten?

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Quick Summary

Der Preis steigt, wenn es eine hohe Nachfrage und wenig Angebot gibt. Inflation entsteht, wenn das Preisniveau insgesamt einer Wirtschaft steigt.

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum es momentan zu einer so hohen Inflation kommt. Zusammengefasst verursachen auf der einen Seite externe Faktoren (Klima, Krieg in der Ukraine) steigende Preise für Rohstoffe und Energie. Auf der anderen Seite ist nach den Corona-Restriktionen die Nachfrage seitens der Konsument*innen gestiegen, während die Produktion und Anlieferung durch die Pandemie gestört wurden.

Herausforderungen für Unternehmen

Die Preise steigen nicht nur für Arbeitnehmende, sondern auch für Unternehmen. Besonders für Industrien, die von Rohstoffen und Strom abhängig sind, ist die Produktion ihrer Güter mit sehr viel höheren Kosten verbunden. Diese Kosten werden in der Regel an Konsument*innen weitergegeben. Der Preis steigt. Um sich weiterhin Produkte leisten zu können, entsteht die Forderung nach Gehaltserhöhungen, die wiederum von Arbeitgebern über zusätzliche Lohnkosten getragen werden. Es entsteht eine Inflationsspirale bzw. auch Lohn-Preis-Spirale genannt.

Maßnahmen seitens der österreichischen Regierung

Die österreichische Regierung setzt vor allem Maßnahmen zur Abfederung der finanziellen Auswirkungen der Inflation: Klimabonus, Förderungen für Bedürftige, Einmalzahlungen bei Bezug der Familienbeihilfe, steuerliche Entlastungen… Eine mittel- und langfristige Unterstützung ist vor allem die Abschaffung der kalten Progression. Steuerliche Progression bedeutet, dass bei höherem Einkommen mehr Steuern zu zahlen sind. Mit anderen Worten: Trotz steigender Löhne kann man sich immer weniger aufgrund höherer Steuerstufen und Preissteigerungen leisten. Diese Steuermehrbelastung soll an die Inflation angepasst werden und damit bleibt mehr Netto vom Brutto im Geldbörserl von Arbeitnehmer*innen.

Inflationsausgleich vs. Gehaltserhöhung

Man kann eine Lohnerhöhung im Grunde erst als solche bezeichnen, wenn sie die Inflationsrate übersteigt. Denn erst in diesem Fall kann man sich mehr leisten als zuvor. Seit 19. September laufen in Österreich Kollektivvertragsverhandlungen. Im Rahmen der österreichischen Sozialpartnerschaft verhandeln Vertreter*innen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer*innen Anpassungen im Kollektivvertrag. Angesichts der Inflation sind dieses Jahr besonders harte Verhandlungen zu erwarten. Erfolgreich abgeschlossene Verhandlungen enden im Konsens, bei dem beide Seiten einigermaßen zufrieden sind.

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Individuelle Gehaltsverhandlungen

Grundsätzlich ist es wichtig für Arbeitnehmende zu wissen, wie hoch die Inflation ausfällt, um eine tatsächliche Lohnerhöhung zu erzielen. Es liegt nahe die steigende Inflation als Grundlage für eine Gehaltserhöhung zu verwenden. Doch Vorsicht! Die Inflation betrifft alle – sowohl Mitarbeitende als auch Arbeitgeber, denn auch für das Unternehmen sind die Kosten gestiegen. Die Grundlage für jede Gehaltsverhandlung bilden die erbrachte (Mehr-)Leistung und nicht externe Faktoren. Die Argumente, die für Gehaltsverhandlungen ausschlaggebend sind, umfassen:

  • Zusätzliche Aufgaben oder Verantwortungsbereiche
  • Beförderungen und/oder Führungsverantwortung
  • Zusätzliche Qualifikationen durch beispielsweise Weiterbildungen
  • Erreichte Ziele bzw. Vorhaben
  • Besondere externe und/oder interne Zufriedenheit, beispielsweise durch Kund*innen, Vorgesetzte, Kolleg*innen
  • Besondere Verbesserungen im Unternehmen

Wie du dich am besten für eine Gehaltsverhandlung vorbereitest, erfährst du hier:

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Portrait Sarah

Sarah Chlebowski
Content Managerin
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