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Keine Angst vor dem Geschäftsessen! Tipps für das Meeting bei Tisch

Zusammenarbeit Erstellt am: 22. Juni 2017 4 Min.

In kaum einer Situation des Berufslebens lauern so viele Fettnäpfchen, wie beim Geschäftsessen. Dagmar Daxecker ist Kniggeexpertin und kennt die Gepflogenheiten und Fallstricke rund um Business Lunch und Abendessen. Ihre 10 Tipps, um beim Geschäftsessen einen guten Eindruck zu hinterlassen.

10 Tipps für gelungene Geschäftsessen #

Nicht mit vollem Mund sprechen. Solche Benimmregeln werden den meisten bereits im Kindesalter eingebläut. Und trotzdem scheitert es manchmal an solchen Basics. "Tischmanieren zu haben, das hat nichts mit Bildungsstatus oder sozialer Herkunft zu tun. Positive oder negative Überraschungen kann man diesbezüglich mit allen Menschen erleben", berichtet Dagmar Daxecker, Vorsitzende der österreichischen Knigge-Gesellschaft.

Portrait D M Daxecker

Dagmar M. Daxecker

Das Benehmen bei Tisch kann auch über den Ausgang eines Geschäftes oder sogar einer Bewerbung entscheiden. Im höheren Management ist es durchaus üblich, mit aussichtsreichen Kandidaten essen zu gehen, um sie besser kennenzulernen. "Viele bringen super Zeugnisse und Referenzen mit, an den Tischmanieren hapert es aber. Wenn jemand nicht essen kann, macht das kein gutes Bild", so Daxecker. Mit diesen Tipps der Knigge-Expertin meistern Gäste und Gastgeber jedes Geschäftsessen:

Finger weg vom Zahnstocher! Kleiner Knigge für Gäste und Gastgeber #

  • Das richtige Lokal wählen: Die Auswahl des Restaurants trifft üblicherweise derjenige, der zum Essen lädt. Dabei kommt es natürlich darauf an, mit wem man Essen geht. Möchte man einen Kunden umwerben, wird die Wahl vermutlich auf ein beeindruckendes Restaurant fallen. Möchte man einen Bewerber kennenlernen, darf es vielleicht auch ungezwungener sein. Es kann allerdings auch sein, dass ein Arbeitgeber bei einem Geschäftsessen sehen möchte, wie sich der potenzielle neue Mitarbeiter in solchen Situationen macht.
  • Platz nehmen - aber richtig: Die ersten Fettnäpfchen lauern bereits bei der Ankunft bei Tisch. Mit den Ellbogen am Tisch abstützen oder die Hände unter der Tischplatte verstecken - beides ein No-Go. Für den Gastgeber gilt: Die Plätze mit der besten Aussicht, z.B. durch ein Fenster nach draußen, immer den Gästen überlassen.
  • Serviette und Zahnstocher?: Die Serviette kommt vom Gedeck auf den Schoss, um die Kleidung zu schützen. Zwischendurch kann man sich den Mund damit abtupfen. Lokale, die keine Zahnstocher am Tisch bereitstellen, tun euch übrigens einen großen Gefallen: Die Verwendung eines Zahnstochers bei Tisch ist nämlich ein großes No-Go.
  • Handy auf lautlos: Großer Fauxpas: Das Smartphone auf den Tisch legen. Telefone haben dort nichts verloren, sie werden auf lautlos gestellt und verschwinden aus dem Blickfeld. Einzige Ausnahme: Wer einen wichtigen Anruf erwartet und diesen nicht verpassen darf, kann das seiner Belgeitung vorab ankündigen und sein Handy auf Vibrationsalarm stellen.
  • Umgang mit dem Service: Gehört zum guten Ton einfach dazu: Das Servicepersonal im Lokal wertschätzend und freundlich behandeln. Es spricht über eine Person Bände, wie sie mit dem Service umgeht.
  • Gefährliche Speisen meiden: Spaghetti mit Tomatensauce, Salat oder andere Speisen, die schwierig zu essen sind, beim Geschäftsessen besser meiden. Wer mit großen Salatblättern voller Dressing kämpft oder sich in erster Linie darum bemüht, nichts anzupatzen, kann sich nur schwer auf sein Gegenüber oder ein Gespräch konzentrieren.
  • Alkohol - ja oder nein? Ein Aperitif, ein Glas Wein oder ein Bier: Alkoholische Getränke sind bei den meisten Geschäftsessen üblich. Ist es aber immer okay, Alkohol zu bestellen? Wer sich am Gastgeber orientiert, kann nichts falsch machen. Wer einlädt, kann seinen Gästen bei diesem Thema dezente Hilfestellungen geben: "Trinken Sie ein Glas Wein mit?" Im Zweifelsfall, z.B. bei einem Essen als Bewerber, lieber keinen Alkohol trinken. Was laut Kniggeexpertin übrigens peinlich werden kann: Wenn jemand den Weinkenner spielt, aber keiner oder nur ein halber ist. Hobbysommeliers halten sich mit Empfehlungen besser zurück.
  • Andere Länder, andere Sitten: Der Griff zum Taschentuch ist für uns in Schnupfenzeiten ganz normal, andere Kulturen, z.B. die chinesische, empfinden Naseputzen bei Tisch als ziemlich ekelhaft. Wer Gäste aus anderen Kulturkreisen einlädt, sollte sich deshalb mit deren Gepflogenheiten kurz auseinandersetzen.
  • Was darf es kosten? Wird man zum Essen eingeladen, sollte die Wahl nicht unbedingt auf das Teuerste der Karte fallen. Wer sich beim Bestellen am Gastgeber orientiert, liegt immer richtig. Gastgeber können ihren Gästen mit dezenten Hinweisen zum Budget auf die Sprünge helfen: Die Vorspeisen sind hier sehr gut. Das Rinderfilet kann ich wirklich empfehlen. Erhält man als Gast keinen Hinweis, liegt man mit Speisen der mittleren Preisklasse sicher richtig.
  • Die Rechnung bitte! Wer einlädt, erledigt die Bezahlung diskret und möglichst nicht bei Tisch. Das ist vor allem für Personen, die sich nicht so gut kennen, am angenehmsten. Mit dem Restaurant kann oft im Vorfeld geklärt werden, dass die Rechnung an das Unternehmen geschickt wird. Wer im Lokal bezahlt, entschuldigt sich kurz und begleicht die Rechnung an der Bar oder beim Servicepersonal.

Bildnachweis: Rawpixel.com/Shutterstock


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