Erstellt am 17. Juni 2020 · Arbeitsleben · von

Zurück aus der Kurzarbeit: Wie die Umstellung gelingt

Lesezeit: 3 Minuten

Wenn die Kurzarbeit endet, heißt es für viele: von 10 auf 100 – Prozent der Arbeitszeit nämlich. Eine ganz schön heftige Umstellung. Damit die gut gelingt, findet ihr drei hilfreiche Tipps in diesem Blogartikel:

Von vier Stunden auf vierzig – Wie soll das funktionieren? Die Umstellung auf die geringere Arbeitszeit war ja schon schwer genug. Und jetzt, wo man sich gerade dran gewöhnt hat, soll man sich von einem Tag auf den anderen wieder umstellen? Wir empfehlen: Nein. Denn die Rückkehr aus der Kurzarbeitsphase erfordert – wie ihre Einführung – mentale Vorbereitung, etwas Geduld und positives Denken.

Die Kurzarbeit endet: Nütze die letzten zwei Wochen!

Es hat was vom Ende eines langen Urlaubs – der eigentlich gar keiner war. Vielleicht erinnert dich das Ende der Kurzarbeit auch ans Ende der Ferien und dieser Vergleich ist gar nicht so schlecht. Denn so, wie du dich vermutlich auch damals in den letzten beiden Ferienwochen so langsam wieder auf die Schule eingestellt hast, so solltest du dich auch jetzt mental darauf vorbereiten. Das beinhaltet auch, die Vorteile der Kurzarbeit noch mal so richtig auszukosten, die Freizeit zu genießen und Energie zu tanken für die Rückkehr in den normalen Arbeitsalltag. Mit diesen drei Tipps gelingt sie dir besser:

1. Schlafrhythmus und Geisteshaltung: Bereite dich mental vor!

Die größte Umstellung ist für dich vermutlich, deinen Tagesablauf wieder an deine Arbeitszeiten anzupassen. Während du in den letzten Wochen vielleicht nicht mal einen Wecker gestellt hattest, heißt es jetzt wieder früh aufstehen. Das kannst – und solltest – du frühzeitig trainieren. Ähnlich wie bei der Zeitumstellung nützt du die letzten ein bis zwei Wochen vor dem Ende der Kurzarbeit, um langsam wieder in deinen üblichen Schlafrhythmus zu gelangen. Das geht auch schrittweise, indem du einfach jeden Tag ein bisschen früher schlafen gehst und aufstehst. Auch vom liebgewonnenen Mittagsschlaferl musst du dich jetzt langsam wieder verabschieden. Aber sei nicht traurig, dir bleibt nach wie vor das Wochenende.

„Wie ändert sich mein Tagesablauf?“

Was du dir auch schon überlegen solltest, ist dein „neuer alter“ Tagesablauf. Einkaufen, Haushalt, Sport – all die Dinge, die du während der Kurzarbeit vermutlich tagsüber erledigt hast, rücken wieder ans Tages- oder Wochenende. Überlege dir, wie du sie am besten mit deiner vollen Arbeitszeit in Einklang bringen kannst und trag sie dir zumindest in den ersten Wochen nach Ende der Kurzarbeit als fixe „Termine“ in deinen Kalender ein.

2. Endlich wieder voll arbeiten: Freu dich auf das Positive!

Wir Menschen sind ja manchmal ganz schöne Miesepeter und denken bei Veränderungen zuerst an das, was wir verlieren, statt uns auf die positiven Aspekte zu freuen. Genau das solltest du jetzt aber. Bestimmt hast du dich gefreut, als du vom Ende der Kurzarbeit erfahren hast. Bestimmt hatte das nicht nur finanzielle Gründe.

Vorfreude schüren: Was kann ich wieder tun, das jetzt nicht möglich war?

Überlege dir also, was du während der Kurzarbeit vermisst hast, das nun wieder möglich wird. Sind es gewisse Projekte, die erst mal hintangestellt worden sind? Ist es das „Reintigern“ in deine Arbeit oder einfach die Mittagspausen mit deinen Kollegen? Freu dich, das alles kannst du bald wieder tun!

Evaluieren: Welche positiven Angewohnheiten aus der Kurzarbeit kann ich beibehalten?

Das Ende der Kurzarbeit muss keineswegs bedeuten, dass alles wieder so wird, wie es vorher war. Manches kann auch besser werden. Ausufernde Besprechungen könnten zum Beispiel der Vergangenheit angehören, denn die Kurzarbeitsphase hat in vielen Unternehmen eine völlig neue Meetingkultur geprägt. Generell solltest du dich fragen: Wo habe ich früher unnötig viel Zeit verbraucht, die ich in Zukunft sinnvoller verwenden kann?

„Wo habe ich früher unnötig viel Zeit verbraucht?“

Denn was du in der Phase der verringerten Arbeitszeit bestimmt gelernt hast, ist gutes Zeitmanagement. Versuche, auch das in der „neuen Arbeitsnormalität“ beizubehalten und deinen Arbeitstag so zu strukturieren, dass du sowohl genügend Zeiträume für konzentriertes Arbeiten als auch Pausen einplanst.

3. Umstellung braucht Zeit: Sei geduldig!

Vorbereitung ist die halbe Miete – in der Umsetzung brauchst du dann aber etwas Geduld. Wie schon bei der Einführung der Kurzarbeit wirst du vermutlich auch bei der Rückkehr zur normalen Arbeitszeit ein paar Tage oder Wochen brauchen, bis du dich dran gewöhnt hast. Wenn du drei Monate lang nur vier Stunden pro Woche gearbeitet hast, wirst du nicht sofort wieder vierzig Stunden voll leistungsfähig sein.

Hüte dich vor übertriebenem Arbeitseifer!

Mute dir daher nicht gleich wieder zu viel zu und hüte dich vor übertriebenem Arbeitseifer. Wie beim Sport ist es auch im Job wichtig, nach einer längeren Ruhephase wieder langsam durchzustarten. Apropos Sport: Wie wichtig es ist, während der Arbeit auch regelmäßig aufzustehen und sich zu bewegen, erfährst du in diesem Artikel:

Bildnachweis: shutterstock/GaudiLab

Lisa-Marie Linhart

Lisas Liebe gilt dem Wort und der Musik. Bei uns kombiniert sie beides zu wohlklingenden Blogbeiträgen mit dem richtigen Groove für Themen, die das Arbeitsleben leichter und die Karriereplanung einfacher machen.