9. Mai 2018 · HR · von

Nachholbedarf: Arbeitgeber müssen attraktiver werden

Qualifizierte Mitarbeiter sind rar und die Wirtschaft bekommt das zunehmend zu spüren. Doch was kann ein Unternehmen tun, um die Aufmerksamkeit der Arbeitnehmer auf sich zu ziehen? Eine Studie von Deloitte Österreich hat versucht diese Frage im Rahmen der Deloitte Human Capital Trends 2018 zu beantworten und hat als Ergebnis vier unterschiedliche Trends formuliert. Diese sollen Unternehmen aufzeigen wo sie ansetzen müssen, um für Österreichs klügste Köpfe auch in Zukunft von Interesse zu sein.

Trend 1: Mitarbeiterangebote individualisieren

87% der österreichischen Befragten geben an, flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten. Das ist gut, aber noch lange nicht genug, um Arbeitnehmer dauerhaft zufriedenzustellen. In den kommenden Jahren wird es für Unternehmen immer wichtiger werden, ihren Angestellten individuell auf sie zugeschnittene Angebote zu unterbreiten – das bedeutet, dass eine offene Kommunikationskultur in den Vordergrund rücken muss. 61 Prozent der Befragten berichten von gesteigerter Produktivität und besseren Ergebnissen als positive Auswirkungen dieser Maßnahme.

Trend 2: Keine Angst vor neuen Technologien

Die Österreicher stehen Automatisierung, Robotik und künstlicher Intelligenz noch eher skeptisch gegenüber – 55 Prozent der Befragten bewerten die Veränderungen in diese Richtung als neutral oder gar negativ. Da wir uns der Digitalisierung allerdings nicht entziehen können, müssen wir am Ball bleiben und neue Potentiale aktiv nutzen. Kompetenzen, die für die Arbeitnehmer unserer Zeit von elementarer Bedeutung sind, sind sowohl das Lösen von komplexen Problemen (63 Prozent) als auch kognitive (55 Prozent) und soziale Skills (52 Prozent). Das Ziel sollte es sein, eine Balance zwischen individuellen Fähigkeiten und neuen Technologien herzustellen.

Trend 3: Den demografischen Wandel nutzen

Die Lebenserwartung der Bevölkerung ist so hoch wie nie zuvor. Doch nicht alle Unternehmen erkennen das Potential des fortgeschrittenen Alters. 15 Prozent der Teilnehmer beschreiben ältere Mitarbeiter als Bremse für aufsteigende Talente, die Hälfte von ihnen hat zudem kein Interesse, sie bei ihrer Karriere zu unterstützen. Dabei ist es gerade die langjährige Berufserfahrung, die ältere Mitarbeiter so wertvoll macht. Auch ein generationsübergreifendes Team hält einen Mehrwert parat, den ein Unternehmen nicht so einfach ignorieren sollte.

Trend 4: Soziale Verantwortung als Führungsthema

Obwohl 77 Prozent der Führungskräfte soziale Verantwortung als ein wichtiges Thema betrachten, genießt sie lediglich bei 18 Prozent Top-Priorität. Ein teambasierter und disziplinübergreifender Ansatz – also ein enger und häufiger Austausch zwischen den Führungskräften selbst – wird von 85 Prozent als essentiell eingestuft. Die Realität zeichnet jedoch ein anderes Bild: Aktuell tauschen sich Österreichs Führungskräfte durchschnittlich einmal pro Woche aus. Das ist schade, denn: Eine kooperative Geschäftsführung und gesundes Wachstum gehen Hand in Hand.

Bianca Schedlberger

Biancas Traumjob seit Kindertagen? Schriftstellerin, irgendwann. Bis dahin wird für karriere.at fleißig getextet, unter anderem auch Blogposts.

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